Ausgabe Nummer 31 (2003)

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Thurgau hat die Nase vorne

Erster Kurs für Tierdatenbank-Beraterinnen und Berater abgeschlossen
 

Thurgau hat die Nase vorne

 
Das Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau reagierte auf die Forderung des Bundesamtes für Landwirtschaft, die Qualität der Tierverkehrsdaten zu verbessern, mit 30 nebenamtlichen Beraterinnen und Beratern und Heinrich Stürm als Sachbearbeiter für Tierverkehrsdaten.
 
«Wieder einmal haben wir die Nase vorn und erfüllen die Forderung des Bundesamtes für Landwirtschaft zur Qualitätssteigerung des Datenmaterials der Tierverkehrsdatenbank (TVD) als Erste», freut sich Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau. Zur Behebung der vorhandenen Mängel wurden 30 Bäuerinnen und Bauern zu nebenamtlichen Beraterinnen und Beratern ausgebildet. Diese Personen stehen für die Bereinigung der Tierdaten und für die Unterstützung im Meldewesen auf Gemeindeebene zur Verfügung. Die Beraterinnen und Berater arbeiten nach Angaben von Hans Stettler im Auftragsverhältnis. Die Kosten für die Beratungen trägt der Auftraggeber. Die Beratung kostet pro Stunde 45 Franken und wird von den beratenden Personen dem Tierhalter in Rechnung gestellt.
Die Beraterinnen und Berater haben mit dem kantonalen Landwirtschaftsamt eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen und werden durch Heinrich Stürm, Sachbearbeiter für Verkehrsdaten Landwirtschaftsamt Thurgau, unterstützt.

Anreizsystem in Kraft
Die Berater lernten in einem Kurs, mit dem Help Tesk der TVD Bern umzugehen. Nach Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung erhalten die Berater einen Pin-Code, der ihnen den Zugriff zu den gewünschten Daten ermöglicht. Stürm betont, dass die Daten dem eidgenössischen Datenschutz unterstehen. Erste Fälle zur Bearbeitung der Tierverkehrsdaten liegen bereits vor. Im Laufe des Herbstes werden die ersten Abrechnungen nach dem vom Bundesrat in Kraft gesetzten Bonus/Malus-Anreizsystem verschickt, nach dem korrekte Meldungen honoriert werden und fehlerhafte Meldungen belastet werden. Stürm glaubt, dass sich dann Landwirte, die sich mit der TVD nicht zurechtfinden automatisch bei den Beraterinnen und Beratern melden. Zurzeit sei es schwierig, das Bedürfnis nach Beratungen richtig einzuschätzen, stellt Stürm fest.

Lückenlose Rückverfolgbarkeit
Anhand von praktischen Beispielen habe man eine gute Einsicht in die künftige Tätigkeit erhalten, erklärt Margrit Wolf-Melliger, die neben ihren Verpflichtungen als Geschäftsführerin des Maschinenrings Seerücken, Bodenseefleisch AG, IG Tiertransporte und Schlachthöfe auch als TVD-Beraterin amten wird. Ziel sei es, vorhandene Dateien aufzuarbeiten und den Tierhaltern bei der Erfassung der neuen Daten beizustehen. Margrit Wolf will die Bauern nur solange betreuen, bis diese selber in der Lage sind, für eine gute Qualität der Tierdaten für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu sorgen. Bei einigen Tierhaltern brauche es aber auch ein Umdenken, sodass diese den Sinn der TVD erkennen. Gerade für die Sicherheit der Lebensmittel, die von den Konsumenten immer mehr gefordert werde, sei eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Tiere von grosser Bedeutung, ist Margrit Wolf überzeugt.

Mit Beraterinnen und Beratern soll die Qualität der Tierverkehrsdaten nachhaltig erhöht werden.


Mario Tosato
 
 
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