Thurgau hat grösste Biomilchbetriebe
Ausgabe Nummer 1 (2004)
Thurgau hat grösste Biomilchbetriebe
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Zahlen über die Milchkontingentierung |
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| Die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe mit Milchproduktion werden immer grösser. Dies wird aus den kürzlich veröffentlichten Zahlen zum Milchjahr 2002/2003 deutlich. Die Kontingente erhöhten sich innert Jahresfrist um 4,5 Prozent und machen deutlich, dass der Strukturwandel voll im Gang ist. Der Kanton Thurgau hat schweizweit die grössten Betriebe mit Bio-Milchwirtschaft. | |||
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| Die Schweizer Milchproduktion befindet sich in einem stetigen, aber markanten Umbruch, wie die jüngsten Zahlen über die Milchproduktion im Milchjahr vom 1. Mai 2002 bis 30. April 2003 zeigen. Innert Jahresfrist hat die Zahl der Produzenten um 1560 ( 4,3%) auf 34 671 abgenommen. Gleichzeitig stieg das Durchschnittskontingent um 3756 kg (+ 4,5%) auf 87 163 kg an. Ebenfalls erhöhte sich die durchschnittliche Betriebsgrösse um 0,5 ha auf 20,1 ha. Die durchschnittlich pro Kuh abgelieferte Milch verzeichnete ebenfalls eine Steigerung von 21 kg auf 5070 kg. In den Ställen stehen im Mittel 17,5 Kühe. Differenziert zwischen Berg- und Talgebiet zeichnen sich aber grosse Unterschiede ab. Während der Ausstieg aus der Milchproduktion im Berggebiet mit einem Minus von 499 ( 3,2%) auf 14 961 Betriebe abgenommen hat, reduzierte sich die Zahl der Milchproduzenten im Talgebiet um 1061 (5,1%) auf 19 710. Erstmals haben die Betriebe im Talgebiet die Kontingentsgrösse von 100 000 kg deutlich überschritten und erreichten mit einem Plus von 5270 kg (+ 5,3 %) ein Mittel von 103 467 kg (4894 kg je Hektare). Auch im Berggebiet verzeichnete man ein Anwachsen der Kontingente um 2149 kg (+ 3,4%) auf 65 535 kg (3499 kg je Hektare). Die Bauern im Talgebiet halten 19,5 Kühe und ihre Berufskollegen im Berggebiet 14,9 Kühe. Flächenmässig sind ebenfalls Differenzen vorhanden, indem die Talbetriebe 21,14 ha und die Bergbetriebe 18,77 ha bewirtschaften. Pro Kuh liefern die Talbauern 5476 kg und die Bergbauern 4371 kg Milch ab. Seit 1985/86 hat sich in der Milchwirtschaft einiges geändert, und der Strukturwandel hat die Betriebe markant vergrössert. Zählte man doch damals 57 295 Milchproduzenten, welche im Durchschnitt über ein Kontingent von 52 475 kg verfügten, 14,8 ha Land bewirtschafteten und pro Kuh 3465 kg ablieferten. Grosse wachsen In den letzten drei erfassten Milchjahren hat die gesamte Milchproduktion aus Betrieben mit weniger als 125 000 kg Kontingent ständig abgenommen. Innert dieser drei Jahre hat der Anteil an der gesamten Milchproduktion der Kontingentsgrössen 50 001 bis 75 000 kg und 75 001 kg bis 100 000 kg von rund je 20 Prozent auf unter 18 Prozent abgenommen. Hingegen steigt die Milchmenge stark an, welche in Betrieben mit über 350 000 kg produziert werden. Heute wird jeder vierzigste Liter Milch in einem solchen Betrieb produziert. Im verflossenen Milchjahr sind es über 170 Betriebe, welche über solche Kontingentsmengen verfügen. Doch auch in der Grössenklasse von 125 001 kg bis 150 000 kg verzeichnet man seit drei Jahren eine Zunahme der Betriebe. Im vergangenen Jahr haben 3946 Milchproduzenten durch den Zukauf von Milchkontingent im Umfang von 91 Millionen Kilogramm von insgesamt 2692 Produzenten ihre Milchmenge ausgedehnt. Weitere 8784 Produzenten konnten durch Zumietung von Milch ihre Betriebe aufstocken. Grosse Biomilchbetriebe Im erwähnten Zeitabschnitt haben in der Schweiz 2914 Betriebe fast 212 Millionen Kilogramm Biomilch produziert. Dies entspricht 6,9 Prozent der gesamten Schweizer Milchproduktion. Der durchschnittliche Biobetrieb mit Milchproduktion ist 20,03 ha gross und verfügt über ein Durchschnittskontingent von 72 142 kg. Ein Blick in die Statistik bestätigt aber, dass die Biobetriebe immer professioneller und vor allem grösser werden. So verfügen die 128 Biomilchbetriebe im Kanton Thurgau mit einer durchschnittlichen Fläche von 19,45 ha über beachtliche 126 002 kg Milch, im Durchschnitt immerhin 2500 kg mehr als ihre konventionell produzierenden Kollegen. Ebenfalls über der 100 000-kg-Limite liegen im Mittel die 154 Zürcher Bioproduzenten mit 102 284 kg (23,46 ha Fläche), die 46 Freiburger mit 115 227 kg (25,41 ha), die sechs Schaffhauser Produzenten mit 118 138 kg (23,07 ha), die 87 Aargauer mit 106 909 kg (23,69 ha), die 30 jurassischen Produzenten mit 125 213 kg (39,60 ha) und die 14 Neuenburger Produzenten mit 117 926 kg (35,18 ha). Am meisten Biobetriebe zählt der Kanton Bern, wo 805 Bauernhöfe mit einer Durchschnittsfläche von 16,16 ha pro Betrieb 52 914 kg Milch produzieren. 403 Biobetriebe zählt man in Graubünden (56 789 kg/24,68 ha) und in St. Gallen 349 Höfen, (56 789 kg/24,68 ha). Einzig im Kanton Genf ist kein Biomilchbetrieb auszumachen. Die Zahlen zeigen aber auch auf, dass Biobetriebe nicht nur im Thurgau, sondern auch in anderen Kantonen im Durchschnitt über höhere Kontingente als konventionelle Betriebe verfügen. In Luzern (durchschnittliches Kontingent 91 608 kg) sind es 51 kg mehr, in Freiburg (115 227 kg) 250 kg, in Schaffhausen (118 138 kg) gar knapp 17 000 kg mehr, in Appenzell Innerroden (79 677) 17 200 kg und in Ausserrhoden (94 503 kg) 15 800 kg. Roland Müller |
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