Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Thurgauer Bauern befassten sich mit der Energieeffizienz

Ausgabe Nummer 17 (2017)

Im Zentrum der Tagung «Energieeffizienz auf dem Bauernhof» standen Förderprogramme, Sparmassnahmen, Wärmerückgewinnung, eigene Strategien und Photovoltaik-Verbrauchsanlagen.

Andy Vogel, Präsident der Kommission Erneuerbare Energien, Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL), wies an der Tagung «Energieeffizienz auf dem Bauernhof », im Versuchsbetrieb Tänikon, BBZ Arenenberg, darauf hin, dass die Energieeffizienz auch in der Landwirtschaft eine immer grössere Bedeutung finde. Dabei spiele auch ein allfälliger Ausstieg aus der Atomenergie eine wichtige Rolle. Vor kurzem habe Regierungsrat Walter Schönholzer, Chef Departement für Inneres und Volkswirtschaft, von umweltfreundlicher Energie gesprochen, was auch für die Landwirtschaft gelten soll. Christian Eggenberger, Leiter Beratung, Entwicklung und Innovation am BBZ Arenenberg, stellte fest, dass Energiesparen, Energieprogramme, Förderprogramme und Projekte in der regionalen Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wichtig sei dabei auch die Ausschöpfung von Sparpotenzialen oder die Wärmerückgewinnung (WRG).

Förderprogramme und Energiesparmassnahmen
Simon Gisler, Geschäftsführer AgroCleanTech Schweizer Bauernverband (SBV), sprach zu den Themen Förderprogramme und Energiesparmassnahmen in der Landwirtschaft. Die AgroCleanTech fördere eine ressourcen- und klimaeffiziente Landwirtschaft und leiste so einen Beitrag zu Energieversorgung, Energieeffizienz und Klimaschutz. Von Seiten Landwirtschaft soll damit eine Win-Win-Situation geschaffen werden. ProKilowatt Energieeffizienz fördert zusammen mit anderen die Wärmerückgewinnung aus der Milch (WRGM). Gisler wies darauf hin, dass das ProKilowatt-Programm der AgroCleanTech die Aufrüstung bestehender Kühlanlagen mit Wärmerückgewinnung, abhängig von Stromeinsparungen, mit Förderbeiträgen zwischen 1100 bis 2500 Franken unterstütze. Das EuK sehe auch eine Effizienzsteigerung in den Bereichen Wald, Maschinen, Acker- und Futterbau, Gebäude, Milch- und Mutterkühe, Schweine und Hofdünger vor.

Brauchwassererwärmung mit Wärmerückgewinnung
Der Strombedarf für die Brauchwassererwärmung mit Wärmerückgewinnung (WRG) könne um gut einen Drittel bis zu 50 Prozent reduziert werden, führte Simon Gisler aus. Die WRG könne den Milchkühlprozess verkürzen und dadurch den Strombedarf des Kälteaggregats reduzieren. Mängel beim Unterhalt (Wärmedämmung, Reinigung) verringern die Effizienz der Anlage. Gisler empfahl den Teilnehmern der Tagung «Energieeffizienz auf dem Bauernhof », Energieeffizienzförderbeiträge zu beantragen. Milchkühlung und Heisswasseraufbereitung durch WRG-Einbau auf allen Betrieben sei effizienter und lohne sich deshalb.

Eigene Strategie zurechtlegen
Pius Hüsser, akkreditierter Energieberater Landwirtschaft im Kanton Aargau erklärte, dass Ziel der Beratung eine Energieeffizienzsteigerung sein soll. Das Potenzial erneuerbarer Energien soll aufgezeigt und Hinweise zu den Wohngebäuden gegeben werden. Dank dieser Beratung könne sich der Landwirt eine eigene Strategie für die künftigen Investitionen zurechtlegen, und er wisse, wie er weiter vorgehen soll. Wie Pius Hüsser erklärte, ist die Realisierung des Einsparpotenzials von vielen Faktoren abhängig, wie Nachfolgeplanung, Betreibsausrichtung/Umstellung, Finanzen und anderes mehr. Wichtig sei, dass sich die Landwirte bewusst werden, wo die grossen Stromverbrauche anfallen. Photovoltaikanlagen mit Energieverbrauchsoptimierung ist nach Ansicht von Pius Hüsser rentabel.

Photovoltaikanlagen-Verbrauchsanlagen richtig planen
Christian Wolf, Vorsitzender des Verwaltungsrates der MBRsolar AG, Wängi, sprach zum Abschluss der Tagung zum Thema Photovoltaikanlagen-Verbrauchsanlagen richtig planen. Laut Energiestrategie soll der durchschnittliche Energieverbrauch bis 2035 um 43 Prozent reduziert werden. Der durchschnittliche Stromverbrauch soll zum gleichen Zeitpunkt pro Person um 13 Prozent gesenkt werden. Elektrizität aus inländischen erneuerbare Energien soll bis 2035 auf 11,4 TWh reduziert werden. Die Wasserkraft soll bis 2035 auf 37,4 TWh gesteigert werden. Gesenkt werden sollen die energiebedingten CO2- Emissionen. Christian Wolf betonte, dass die Versorgungssicherheit und die preiswerte Energieversorgung ein wichtiges Ziel künftiger Projekte sein soll. Wer viel elektrische Energie verbrauche, sollte eine Eigenverbrauchsanlage prüfen. Der Eigenverbrauch könne durch Zwischenspeicherung optimiert werden.


Mario Tosato




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