Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Thurgauer Blumenwiesenprojekt: über 100 Hektaren artenreiche Heuwiesen gesät

Ausgabe Nummer 5 (2015)

Es zeichnete sich Anfang 2014 früh ab, dass im Blumenwiesenprojekt wohl ein neuer Ansaat- Höchstwert erreicht werden würde: Schlussendlich wurden sage und schreibe 55 Hektaren artenreiche Heuwiesen auf bestehenden extensiven Wiesen oder bisher intensiv genutzten Flächen neu angelegt. Damit wurde die 100-Hektaren-Grenze deutlich geknackt, wenn man alle Ansaaten seit Projektbeginn 2009 berücksichtigt. Die grosse Projektteilnahme wird auf zusätzliche Anreize in der AP 2014 bis 2017 und die hohe Akzeptanz des Projekts bei den Landwirten zurückgeführt. Trotz nassen Bedingungen im Sommer konnten sich die Neuansaaten gut entwickeln. In Anbetracht der grossen Nachfrage wird das Blumenwiesenprojekt auch 2015 weitergeführt, Interessenten können sich bis Mitte Februar noch anmelden.

Schon Anfang Januar 2014 war die provisorische Interessentenliste deutlich länger als der Endstand sämtlicher Vorjahre. Nach einem Artikel zum Blumenwiesenprojekt im «Thurgauer Bauer» gab es nochmals eine grosse Zahl von Anmeldungen. Schlussendlich war auf 64 Betrieben eine Gesamtfläche von 55 Hektaren für die Neuansaat mit einer artenreichen Heuwiese reserviert, womit seit Projektbeginn insgesamt eine Fläche von fast 150 Hektaren erreicht werden würde. Die meisten dieser Ansaaten waren auf bisher extensiv genutzten Wiesen geplant, ein Teil aber auch auf bisher intensiv genutztem Wies- oder Ackerland. Bei den meisten Projektteilnehmern erfolgte Anfang März eine gemeinsame Begehung vor Ort, bei der das Vorgehen und der passende Saatguttyp festgelegt wurden. Bei allen der drei zur Auswahl stehenden Typen handelte es sich um Saatgut mit ausschliesslich einheimischen Ökotypen. Bei den meisten Ansaaten des Jahres 2014 wurde die Fläche vor Mitte März umgebrochen. Anschliessend wurde eine mehrmalige mechanische Unkrautkur durchgeführt, und ab Ende April konnten die «Blumenwiesen» gesät werden. Die Saatbettbereitung und Saat konnte dank der trockenen und warmen Bedingungen im Frühling bei optimalen Bedingungen durchgeführt werden. Je nach Wüchsigkeit des Standorts wurden in den folgenden Monaten zwei bis drei Säuberungsschnitte durchgeführt. Dies war auf mehreren Ansaaten wegen des nassen Sommers eine grosse Herausforderung. Im Herbst war hingegen auf einigen Ansaaten schon ein Schnitt zur Futtergewinnung möglich.
In der Betriebsstrukturdatenerhebung vom Februar 2015 sollten nun die angesäten Flächen für die Beiträge der Qualitätsstufe II angemeldet werden. Seit Projektbeginn wurde dies – je nach Ansaatjahr – bei zwischen 72 und 95 Prozent der Ansaaten erreicht. Es werden so zusätzliche Beiträge von Fr.15.– pro Are und Jahr ausgelöst.
Für das Blumenwiesenprojekt 2015 gibt es schon einige Anmeldungen. Weitere Interessierte können sich noch bis am Freitag, 13. Februar 2015, anmelden (Anmeldeformular unter www.arenenberg.ch → Beratungen Landwirtschaft → Fachteams → Biodiversitätsförderung oder daniel.nyfeler@tg.ch oder Telefon 071 663 31 41). Bedingung für die Teilnahme an diesem Projekt ist, dass die zur Neuansaat vorgesehene Fläche in einem Vernetzungskorridor liegt. Die Lage der Korridore können im Thurgis eingesehen werden (http://geo.tg.ch → Vernetzung im Kulturland). Solche Ansaaten können aber natürlich auch «auf eigene Faust» ausserhalb angelegt werden, dann jedoch ohne Unterstützung durch das Blumenwiesenprojekt. Selbstverständlich werden auch solche Ansaaten mit den attraktiven Beiträgen gemäss Qualitätsstufe II honoriert, wenn sie gelingen. Das BBZ Arenenberg und das Amt für Raumentwicklung (Nina Moser, E-Mail: nina.moser@tg.ch oder Telefon 058 345 62 60) stehen Ihnen gerne für Fragen zu Biodiversitätsförderflächen und Vernetzung zur Verfügung.


Daniel Nyfeler (BBZ Arenenberg) und
Nina Moser (Amt für Raumentwicklung)




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