Ausgabe Nummer 12 (2008)

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Thurgauer Erdbeeren sollen weiter beworben werden

Neue Gebührenordnung für Beerenpflanzer

Die Vereinigung Thurgauer Beerenproduzenten lehnt ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ab, da grosse Einkommensverluste befürchtet werden.

An der Jahresversammlung der Vereinigung Thurgauischer Beerenpflanzer schilderte Präsident Philipp Engel den milden Winter und den sonnigen Frühling. Dies führte dazu, dass die Erntespitze im vergangenen Jahr bereits in den letzen Maiwochen eintraf. Dadurch konnten im Juni die vorgesehen Promotionswochen bei den Grossverteilern nicht durchgeführt werden. Bei den Himbeeren sprach Engel von einer guten Ernte mit stabilen Preisen. Auch bei den Brombeeren konnten ähnliche Mengen wie in den Vorjahren verkauft werden. Durch die Flächenausdehnung bei den Heidelbeeren konnte das Angebot erweitert werden. Laut Engel sind die Mini-Kiwis bei den Konsumenten weiter im Vormarsch.

Klares Nein zu einem Agrarfreihandelsabkommen
Eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Peter Konrad, Leiter Fachstelle Gemüse und Beerenbau, BBZ Arenenberg, beschäftigte sich im vergangen Jahr mit der Raumplanung und den Diskussionen um ein Agrarfreihandelsabkommen Schweiz?EU. Engel wies darauf hin, dass sich der grosse Unterschied bei den Lohnund Festkosten gerade bei den Beernproduzenten negativ auswirken würde. Für die Beerenproduzenten würde ein EUFreihandeslabkommen verheerende Auswirkungen beim Einkommen haben. Deshalb lehnen die Beerenproduzenten bei den jetzt herrschenden Rahmenbedingungen ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ab.

Neue Beitragsberechnung
Wie Marianne Gubler bekannt gab, führt der Schweizerischer Obstverband eine neue Beitragsregelung ein. Für Marketingmassnahmen wurden bisher 6 Rappen pro Kilogramm Beeren den Mitgliedern belastet. Neu werden die Beiträge auf Grund der Fläche berechnet. Die Beiträge wurden bei den Erdbeeren auf 1200 Franken pro Hektare Freiland und bei überdeckten Hors-sol-Kulturen 2400 Franken, 1000 Franken bei Strauchbeeren pro Hektare und 600 Franken pro Hektare für Direktvermarkter festgelegt. Gubler gab mit Freude bekannt, dass bei den meisten neuen Verpackungsschalen der Markennamen «Thurgauer Erdbeeren» aufgedruckt werden könne.

Mix aus Bewährtem und Neuem
Peter Knup, Marketingverantwortlicher, stellte die Aktivitäten für das laufende Jahr vor. Obwohl jede dritte Schweizer Erdbeere aus dem Thurgau stamme, müsse die Werbung weiter intensiviert werden. Dabei soll vor allem auf Bewährtes wie Promotionen bei Grossverteilern, Auftritten in Kochsendungen, Besuchen bei Zeitungsredaktionen gesetzt werden. Die Aktion bei Coop «Erdbeerverkauf direkt ab Lastwagen» soll wiederholt werden. Zum Schluss der Versammlung stellte sich Angela Nägele als neue Geschäftsführerin der Agro Marketing Thurgau AG vor. Sie möchte Bewährtes weiterführen. Aber auch Neues wagen. Sie sieht für qualitativ hochwertige Produkte gute Chancen im benachbarten Ausland.

Mario Tosato


Der Vorstand mit Präsident Philipp Engel (stehend) wehrt sich gegen ein Agrarfreihandelsabkommen
mit der EU. (tos)
Der Vorstand mit Präsident Philipp Engel (stehend) wehrt sich gegen ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU. (tos)