Ausgabe Nummer 30 (2010)
Thurgauer Getreidebauern sehen schwarz
Die Senkung des Mehlzolles blockierte die Preisverhandlungen beim Brotgetreide. Und dies während die Ernte voll im Gange ist. Damit hat Bundesrätitn Leuthard uns Bauern einen Bärendienst erwiesen.
Zusammen mit dem Getreideproduzentenverband (SGPV) wollte sich das BLW und EVD für Zollanpassungen im Oktober 2010 einigen. Zu einem Zeitpunkt, wenn man weiss, wie viel Weizen in den Silos ist. Mit der Senkung des Mehlzolles wollte das BLW und das EVD den Mühlen die Verarbeitermarge senken. Leider erzeugt diese Massnahme Druck auf die Getreidepreise und so kam kein Richtpreis zustande, was zusätzlichen Druck auf die Erlöse gibt, man schlägt den Sack und meint den Esel. Der SGPV fordert entsprechende Massnahmen, damit die Mehlzollreduktion nicht auf die Getreidepreise durchschlägt. Der Grenzschutz für Brotgetreide müsste erhöht werden, um wenigstens den Druck des tiefen Euros abzufedern.
Versorgung mit Brot gefährdet
Es stimmt uns nachdenklich, dass sich innerhalb der letzten 20 Jahre die Preise halbiert haben, während die Produktionsmittel und Ökoaufl agen erhöht wurden (Grafi k 1). Die Weizenfl ächen gingen um einen Viertel zurück, die Auslandabhängigkeit nimmt zu. Es ist traurig, wenn die Gesellschaft um Rappen feilscht, wenn es um den besten und geschätzten «Brotrohstoff» schlechthin geht. Man bedenke: Altes (teures) Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart!
Aufruf, die schwarze Schleife zu tragen
Darum Getreidebauern, schliesst euch dem Aufruf des SGPV an, und manivestiert euren Unmut mit einer schwarzen Schleife am Wagen und am Arm.
Hans Engeli, Präsident Pflanzenbaukommission VTL

Hans Engeli, Präsident der Pfl anzenbaukommission des VTL, symbolisiert mit der schwarzen Schleife seine Sorge um den Getreidebau in der Schweiz. (Bild: Familie Engeli)
