Ausgabe Nummer 36 (2003)

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Thurgauer Glanzleistung an Meisterprüfung

Stilvolle Schlussfeier in der Stadthalle Sursee
 

Thurgauer Glanzleistung an Meisterprüfung

 
191 neue Meisterlandwirte aus der Deutschschweiz konnten am 30. August in der Stadthalle Sursee das heiss begehrte Meisterdiplom aus den Händen des Präsidenten der Kommission Berufs- und Meisterprüfung, Peter Küchler, Plantahof, entgegennehmen. Einen Glanzpunkt setzte Adrian Sager aus Buch bei Frauenfeld mit seinem ersten Rang an der Schlussprüfung. Dafür durfte er den von der Agrarmedien GmbH erstmals verliehenen Preis entgegennehmen.
 
 
Die neuen Thurgauer Meisterlandwirte (v.l.n.r.): Andreas Eisenhut, Altnau; Urs Vetterli, Frauenfeld; Toni Forster, St. Margarethen; Anton Kuster,Wuppenau; Beat Meier,
Frauenfeld; Adrian Sager, Buch bei Frauenfeld; Heinz Keller, Weinfelden; Alex Schellenberg, Niederwil. Auf dem Bild fehlt Adrian Tobler, Oberhofen. (zvg)
 
 
Eine grosse Gästeschar war der Einladung zur Diplomierung der 191 Meisterlandwirte und einer Meisterlandwirtin ins schmucke Städtchen Sursee gefolgt. Die Absolventin und die Absolventen haben die moderne, nach modularem System aufgebaute und praxisorientiert gestaltete Weiterbildung durchlaufen und mit der höchsten Auszeichnung, dem eidgenössischen Meisterdiplom, abgeschlossen.

Freude an jungem Kader
Viel Lob und Anerkennung fand Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes SBV, in seiner Grussadresse für die erfolgreichen Berufsleute. Sie seien nun in eine Kaderposition aufgestiegen, in der auf sie geschaut werde und man frage, wie es wohl der mit dem aktuellsten Wissen mache. Wenn die Landwirtschaft die von der Gesellschaft übertragenen Aufgaben erfüllen wolle, so müsse sie bereit sein, Veränderungen und neue Herausforderungen anzunehmen. Der Schweizerische Bauernverband wolle eine produktive, produzierende Landwirtschaft, die qualitativ hochwertige Nahrungsmittel herstellen könne, bekräftigte Walter.
Diese Strategie werde der Bauernverband auch an den WTO-Verhandlungen im mexikanischen Cancun verteidigen. Mit Blick auf das in der Landwirtschaft geforderte unternehmerische Verhalten kündigte Walter eine Bildungsoffensive des Bauernverbandes an, die dieser mit seinen Partnern aus der Berufsbildung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum, als Beitrag zur permanenten Weiterbildung, lancieren wolle.

Thurgauer Adrian Sager im ersten Rang
Sichtlich stolz holten sich die gruppenweise nach Lehrorten auftretenden Absolventen die Diplome beim Präsidenten der Kommission Berufs- und Meisterprüfung ab. Einen besonders flotten Auftritt hatte dabei die Gruppe Arenenberg mit ihren einheitlichen Krawatten und einem gepflegten Outfit. Nicht nur das äussere, ganz besonders die erbrachte Leistung dieser Diplomanden stimmte. Mit Adrian Sager, aus Buch bei Frauenfeld, stellten sie den Rangersten von 191 Absolventen an der Schlussprüfung. Diese besteht aus der Betriebsstudie im Sinne einer Diplomarbeit und beinhaltet eine vertiefte Analyse über den Betrieb und konkrete, umsetzbare Umstellungsvarianten. Diese werden als Businesspläne ausgearbeitet und den Experten an der Schlussprüfung auf dem Hof präsentiert. Nur einer unter allen Kandidaten, nämlich Johann Gerber aus Langnau im Emmental, konnte mit Adrian Sager gleichhalten und erzielte ebenfalls die Traumnote 6.0 in diesem anforderungsreichsten Prüfungsteil. Die Agrarmedien GmbH Bern, Herausgeber von «Bauernzeitung», «die Grüne» und «Frauenland», würdigte diese Spitzenleistungen erstmals mit einem Barpreis.

Mit Überzeugung zu seinen Taten stehen
Nur wer eine gute Ausbildung habe und sich ständig weiterbilde, könne mit Überzeugung zu seinen Taten stehen bekräftigte Regierungsrat Anton Schwingruber, Chef des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern, in seinem Referat. Er rief die Anwesenden auf, an die Konsumenten zu glauben, die für eine produzierende, flächendeckende Landwirtschaft einstünden. Diese flächendeckende Bewirtschaftung und Besiedlung koste allerdings auch etwas, aber sie sei für unseren Wirtschafts- und Lebensraum von grosser Bedeutung.
Bei der Erneuerung der landwirtschaftlichen Grundausbildung müsse man sich schon noch einige Gedanken machen, liess der Bildungschef verlauten. Der einfachste Weg, möglichst wenig am bisherigen System zu ändern, sei kaum der beste und trage nicht zum angestrebten Ziel bei, den anderen Berufen nahe zu kommen und eine höhere Durchlässigkeit zu erreichen.

Fahrplan für die Erneuerung der Grundausbildung
Werner Wyss, Präsident der Bildungskommission SBV, bekräftigte die Annäherung der landwirtschaftlichen an die übrige Berufsbildung und zeichnete den Fahrplan für den Erneuerungsprozess auf. Im Jahr 2004 gelte es, den Aufbau und die Organisation der Grundausbildung auszuarbeiten. Eine Aufgabe, die der Kanton Thurgau mit seinem Pilotversuch «Dreijährige Lehre» weitestgehend gelöst hat und nun bereits im zweiten Jahr der Umsetzung steht.
Die Kommission SBV will den Antrag ans Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT für die Anerkennung der neuen Grundausbildung Landwirt im Jahr 2005 stellen und zwei Jahre später mit der Umsetzung beginnen. Das ist ein Fahrplan, zu dem der Thurgau Ja sagen kann, denn damit ist Gewähr geboten dafür, dass die Erkenntnisse aus dem Pilotversuch beim Entscheid über die definitive Ausgestaltung der Grundausbildung Landwirt / Landwirtin mitberücksichtigt werden.

LBBZ Arenenberg, Otto Balsiger
 
 
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