Ausgabe Nummer 18 (2008)
Thurgauer Milchproduzenten ändern die Strukturen
Die Delegiertenversammlung der Thurgauer Milchproduzenten hat am 21. April 2008
wichtige Beschlüsse für die Zukunft gefasst. Verbandspräsident Ruedi Schnyder begründet
im nachfolgenden Interview die Veränderungen.
Redaktion «Thurgauer Bauer» (TB): Ruedi Schnyder, zuerst eine Frage zu den Beiträgen. Der Vorstand hat an der Delegiertenversammlung darüber informiert, die Beiträge/Abgaben um 0,1 Rp/kg Milch zu reduzieren. Wo liegt die Begründung?
Ruedi Schnyder (RS): Dem Verband, oder eben neu der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten, geht es finanziell gut. Aufgrund einer Finanzplanung können wir den aktiven Mitgliedern für die nächsten drei Jahre je eine Reduktion der Abgaben von 0,1 Rp/kg Milch anbieten. Angesichts der gestiegenen Kosten für die Produktionsmittel ist dies zwar ein kleiner Beitrag, für TMP macht dies aber in der Summe rund 700 000 Franken aus, welche im Portemonnaie der Mitglieder landen.
TB: Warum ändert der TMP die Mitgliedschaft von Genossenschaften auf Einzelmitglieder und führt anstelle der DV eine Vollversammlung ein?
RS: Mit der neuen Agrarpolitik und dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung sowie den neuen Strukturen der Milchvermarktung lösen sich jedes Jahr einige Käsereigenossenschaften und Milchlieferungsgesellschaften auf. Viele Produzenten sind Mitglieder in einer PO oder PMO, andere sind nicht mehr organisiert. Um trotzdem eine flächendeckende Mitgliedschaft auch für die milchpolitischen Fragen anzustreben, schien es dem Vorstand sinnvoll, zukünftig Einzelmitgliedschaft einzuführen. Dies hat zur Folge, dass an die jährliche Generalversammlung auch alle Mitglieder eingeladen werden. Die Delegierten haben diese Änderungen mit sehr grosser Mehrheit genehmigt.
TB: Wo liegen die Vor- beziehungsweise die Nachteile?
RS: Vorteilhaft ist sicher, dass alle aktiven Milchproduzenten die Möglichkeit haben, sich auch aktiv einzubringen. Die Meinungsbildung kann breiter abgestützt werden, alle haben die gleiche Möglichkeit zur Teilnahme, und der direkte Draht Milchproduzent/TMP wird verstärkt. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Versammlung eventuell grösser wird und die Administration anspruchsvoller.
TB: Wie ist die Information der Milchproduzenten vorgesehen?
RS: Wie bisher werden wir pro Jahr mit vier bis sechs «MILCH-Info» alle Mitglieder anschreiben, die Fachpresse, insbesondere den «Thurgauer Bauer», für die Verbreitung von Informationen brauchen und bei wichtigen Themen regionale Informationsveranstaltungen organisieren. Auf diese Weise sollen eine breite Streuung der Informationen und auch der Informationsfluss von unten nach oben möglich sein.
Schlussfrage TB: Die Berichterstattung in den Tageszeitungen und in der Fachpresse lässt vermuten, dass sich TMP zukünftig stärker politisch engagieren wird, stimmt diese Annahme?
RS: Wir werden uns wie bisher vor allem um milchpolitische Anliegen kümmern. Die Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Bauernverband war bisher gut, wird sich durch die vorgesehene Zusammenlegung der Geschäftsstellen noch verstärken, und wir arbeiten punktuell in fach- und agrarpolitischen Fragen mit. Mein Ausritt auf ein brisantes und rein politisches Thema an der letzten DV war diesbezüglich eine Ausnahme.
Red./AE
Redaktion «Thurgauer Bauer» (TB): Ruedi Schnyder, zuerst eine Frage zu den Beiträgen. Der Vorstand hat an der Delegiertenversammlung darüber informiert, die Beiträge/Abgaben um 0,1 Rp/kg Milch zu reduzieren. Wo liegt die Begründung?
Ruedi Schnyder (RS): Dem Verband, oder eben neu der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten, geht es finanziell gut. Aufgrund einer Finanzplanung können wir den aktiven Mitgliedern für die nächsten drei Jahre je eine Reduktion der Abgaben von 0,1 Rp/kg Milch anbieten. Angesichts der gestiegenen Kosten für die Produktionsmittel ist dies zwar ein kleiner Beitrag, für TMP macht dies aber in der Summe rund 700 000 Franken aus, welche im Portemonnaie der Mitglieder landen.
TB: Warum ändert der TMP die Mitgliedschaft von Genossenschaften auf Einzelmitglieder und führt anstelle der DV eine Vollversammlung ein?
RS: Mit der neuen Agrarpolitik und dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung sowie den neuen Strukturen der Milchvermarktung lösen sich jedes Jahr einige Käsereigenossenschaften und Milchlieferungsgesellschaften auf. Viele Produzenten sind Mitglieder in einer PO oder PMO, andere sind nicht mehr organisiert. Um trotzdem eine flächendeckende Mitgliedschaft auch für die milchpolitischen Fragen anzustreben, schien es dem Vorstand sinnvoll, zukünftig Einzelmitgliedschaft einzuführen. Dies hat zur Folge, dass an die jährliche Generalversammlung auch alle Mitglieder eingeladen werden. Die Delegierten haben diese Änderungen mit sehr grosser Mehrheit genehmigt.
TB: Wo liegen die Vor- beziehungsweise die Nachteile?
RS: Vorteilhaft ist sicher, dass alle aktiven Milchproduzenten die Möglichkeit haben, sich auch aktiv einzubringen. Die Meinungsbildung kann breiter abgestützt werden, alle haben die gleiche Möglichkeit zur Teilnahme, und der direkte Draht Milchproduzent/TMP wird verstärkt. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Versammlung eventuell grösser wird und die Administration anspruchsvoller.
TB: Wie ist die Information der Milchproduzenten vorgesehen?
RS: Wie bisher werden wir pro Jahr mit vier bis sechs «MILCH-Info» alle Mitglieder anschreiben, die Fachpresse, insbesondere den «Thurgauer Bauer», für die Verbreitung von Informationen brauchen und bei wichtigen Themen regionale Informationsveranstaltungen organisieren. Auf diese Weise sollen eine breite Streuung der Informationen und auch der Informationsfluss von unten nach oben möglich sein.
Schlussfrage TB: Die Berichterstattung in den Tageszeitungen und in der Fachpresse lässt vermuten, dass sich TMP zukünftig stärker politisch engagieren wird, stimmt diese Annahme?
RS: Wir werden uns wie bisher vor allem um milchpolitische Anliegen kümmern. Die Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Bauernverband war bisher gut, wird sich durch die vorgesehene Zusammenlegung der Geschäftsstellen noch verstärken, und wir arbeiten punktuell in fach- und agrarpolitischen Fragen mit. Mein Ausritt auf ein brisantes und rein politisches Thema an der letzten DV war diesbezüglich eine Ausnahme.
Red./AE

