Ausgabe Nummer 49 (2010)

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Thurgauer Milchproduzenten bleiben bei SMP

Bei einer Abstimmung anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung in Weinfelden beschlossen die Thurgauer Milchproduzenten (TMP), dass sie nicht aus der Organisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) austreten.

Es sei wohl einmalig in der langen Geschichte der regionalen Berufsorganisation Thurgauer Milchroduzenten, dass aufgrund eines Begehrens von zehn Prozent der Mitglieder (gemäss Statuten) eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen wurde, stellte Ruedi Schnyder, Präsident Thurgauer Milchproduzenten (TMP), fest. Zweck der ausserordentlichen Generalversammlung, welche durch die Thur Milch-Lieferantenvereinigung lanciert wurde, sollte die Streichung von Art. 4 sein. Dieser besagt, dass der TMP Mitglied beim Verband Schweizer Milchproduzenten (SMP) ist und dessen Statuten und Beschlüsse anerkennt. «Zielsetzung der GV ist eine demokratische Ausmarchung, wo es weder Gewinner noch Verlierer gibt», sagte Schnyder. Ernst Felix (Vorstand TMP) stellte die von der BOM beschlossene Segmentierung vor: Ausgehend von 3,5 Millionen Tonnen Milch eine Segmentierung von 3 Millionen Tonnen (85,7 Prozent) in A-Segment, 0,3 Millionen Tonnen (8,5 Prozent) in B-Segment, und 0,2 Millionen Tonnen (5,8 Prozent) in C-Segment. Schnyder wies darauf hin, dass im Verhältnis zur übrigen Schweiz vielmehr Thurgauer Milchproduzenten die Wachstumsstrategie gewählt haben.

Interesse der Milchproduzenten werden nicht vertreten
Fredy Irminger, Mettendorf, und Werner Schenk, Wäldi, Vertreter der Thur Milch- Lieferantenvereinigung, beklagten sich, dass die SMP nicht die Interessen der Milchproduzenten vertrete, dabei seien einstimmig gefasste Beschlüsse nicht umgesetzt worden. Heftig kritisiert wurde auch die Unterstützung der Motion Aebi durch die SMP. Die Thurgauer sind mit der SMP-Politik nicht einverstanden. Raimund Beerli, Bichelsee, beklagte, dass seit der Gründung der Produzentenorganisation Ostschweiz mit dem Dachverband der SMP mehr oder weniger grosse Differenzen herrschen. «Immer wieder müssen wir feststellen, dass die SMP mit den von uns bezahlten Verbandsbeiträgen gegen uns arbeitet», sagte Beerli. Die Antragssteller und mit ihnen viele Thurgauer Milchproduzenten sind mit der Politik der SMP nicht mehr einverstanden. Besonders stossend finden sie, dass die SMP eine sehr aktive Politik gegen die Interessen der Milchbauern betreiben, welche die Produktion ausgedehnt haben oder noch ausdehnen wollen.

Antrag mit grossem Mehr abgelehnt
SMP-Präsident Peter Gfeller gab zu verstehen, dass von den Marketingbemühungen alle profitieren. Im vergangen Jahr standen 42 Millionen Franken zur Verfügung. Die SMP vertrete auch die Interessen gegenüber Behörden und Politik. Dazu sei sie in der Marktbeobachtung aktiv. In der abschliessenden Diskussion meldeten sich sowohl Befürworter wie auch Gegner vehement zu Wort. Trotz mehrfacher Aufforderung durch Schnyder, ihre Meinungen zu schildern, hielten sich die beiden Thurgauer Mitglieder der BMO, Roland Werner und Walter Arnold, zurück, um die Situation nicht zusätzlich anzuheizen, wie sie verlauten liessen. Mit 359 Nein zu 194 Ja wurde der Antrag der Thur Milch-Lieferantenvereinigung, «die Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten hat ihre Mitgliedschaft beim Verband Schweizer Milchproduzenten (SMP) per nächstmöglichen Termin ordungsgemäss zu kündigen», abgelehnt. Schnyder betonte, dass sich die TMP weiterhin für Reformen in der SMP einsetzen werde. Gfeller zeigte sich nach der Abstimmung erleichtert und sprach von einem positiven Signal.

Mario Tosato