Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Thurgauer Milchproduzenten überprüfen ihre Strukturen

Ausgabe Nummer 12 (2017)

Im Zentrum der Regionalveranstaltungen in Istighofen, Sulgen, Pfyn und Wängi stand die Arbeit der Kommission zur Überprüfung der Geschäftstätigkeiten der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten.

Zur Vorbereitung der Generalversammlung der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP) vom Dienstag, 28. März 2017, im Thurgauerhof in Weinfelden, wurden in Istighofen, Sulgen, Pfyn und Wängi vier Regionalversammlungen durchgeführt. Ruedi Schneyder, Präsident der Genossenschaft TMP, begrüsste die Versammlungsteilnehmer und empfahl, sich über die Strukturänderung der TMP Gedanken zu machen. Zu Beginn der Regionalveranstaltung in Wängi berichtete Peter Schweizer über die Tätigkeit der Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Geschäftstätigkeiten der Genossenschaft TMP. Auf die bevorstehende GV wurden folgende Empfehlungen erarbeitet: Die Transparenz der Aufwände für Beratungsleistungen, Interessenvertretungen, Basismarketing, Liegenschaftsverwertung sollen verbessert werden. Die Geschäftsbereiche sollen umgestaltet sowie die Liegenschaftsverwaltung extern überprüft werden. Bei der Vorstandsvertretung sollen bei PO (Produzenten Organisation), PMO (Produzenten/ Milchvertreter) Vorschläge für Vorstandsvertretungen eingeholt werden.

Eine Amtszeitbeschränkung wird angeregt
Peter Schweizer erklärte, dass in der Arbeitsgruppe für die GV 2018 über eine Amtszeitbeschränkung im Vorstand diskutiert werde. Weiter sollen Beteiligungen der TMP geklärt und neu definiert sowie Synergien mit dem Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL) ausgebaut werden. Im Vorstand wird eine Ressortbildung angestrebt. Ein Gewinn aus Liegenschaften soll an die Mitglieder zurückfliessen. Weiter sollen Strategie und Ziele regelmässig überprüft und die Einbindung der Marktorganisationen verbessert werden. Schweizer hielt fest, dass die Rechtsstreitigkeiten (LactoFama) nicht Gegenstand der Arbeit waren. Die Vorschläge wurden zuhanden des Vorstandes deponiert. «Die Arbeitsgruppe soll den Prozess der Umsetzung weiter begleiten», sagte Schweizer. Nach seinen Aussagen ist die Liegenschaftsverwaltung gut organisiert und arbeitet effizient und kostengünstig. Die Verwaltung durch die TMP-Geschäftstelle soll unbedingt beibehalten bleiben, da ein Wechsel bedeutend teurer käme. Die interne Verrechnung der Kosten müsse transparenter und möglichst dem effektiven Aufwand der einzelnen Liegenschaften zugeordnet werden. Peter Schweizer stellte fest, dass der Vorstand und die Geschäftstelle den Bericht prüfen und die Empfehlungen umsetzen werden.

Milchproduzenten mit der AP 14-17 abgestraft
Hanspeter Kern, Präsident Schweizer Milchproduzenten (SMP), sprach unter anderem zum Thema EU und Schweiz, und wies darauf hin, dass die Agrarpolitik und das Agrarpaket 17 für die Milchproduktion zentral sei. Obwohl die internationale Lage im 2016 mit höheren Produzentenpreisen stabiler sei, habe sich die Situation in der Schweiz noch nicht niedergeschlagen. Dazu müsse sich der A-Richtpreis zuerst erhöhen. Kern glaubt, dass die Märkte auch im 2017 volatil bleiben. Es sei zentral, dass gemeinsam für realistische Lösungen eingestanden und die Positionen gegen aussen vertreten werden. Die Differenz zum EU-Preis sei hoch, was aber so bleiben müsse. Kern erinnerte daran, dass die Milchproduzenten mit der AP 14-17 abgestraft wurden. Das müsse jetzt auf Verordnungsebene korrigiert werden. Der Zugang zu den Programmen müsse unbedingt erleichtert und nicht erschwert werden. Die Finanzierung dürfe nicht zu Lasten der Übergangsbeiträge erfolgen.

Wechsel im Vorstand
Ihren Rücktritt aus dem Vorstand TMP erklärten Beat Schwager, Wängi, und Jörg Schöni, Pfyn. Für die bevorstehende Generalversammlung werden Simon Schönholzer, Schönholzerswilen, und Peter Altwegg, Guntershausen/Berg, vorgeschlagen. Jürg Fatzer informierte über die Einführung des Betriebshilfefonds. Voraussetzung sei, dass Antragsteller ihren Landwirtschaftsbetrieb im Kanton Thurgau führen und Mitglied beim Verband Thurgauer Landwirtschaft, bei den Thurgauer Milchproduzenten oder Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost sind. Der Betriebshelferfonds wird vom VTL, TMP und dem Landwirtschaftsamt Thurgau geäufnet. Betriebshelfer können bei Notlagen (Krankheit, Unfall, Todesfall) oder unvorhergesehenen Arbeitsspitzen, Militär oder Urlaub angefordert werden.


Mario Tosato







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