Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Thurgauer Obstverband engagiert sich auf verschiedenen Ebenen

Ausgabe Nummer 9 (2017)

Fachkonferenz Thurgauer Obstverband

Der Thurgauer Obstverband engagiert sich auf verschiedensten Ebenen für den Erhalt guter Rahmenbedingungen für die Produktion.

Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes (TOV), thematisierte an der Fachkonferenz im Landgasthof Löwen in Sulgen in seinem Jahresbericht 2016 die herausfordernden Witterungseinflüsse auf die Produktion. Dem guten Start in die Blüte (Kirsche, Birnen) folgten bald Frost und Nässe und damit in gewissen Lagen massive Ausfälle und Qualitätseinbussen. Die warme und sonnige Witterung im August und September bewirkte zumindest bei der Apfel- und Birnenernte deutlich höhere Erträge und eine tolle Qualität. Der TOV stellte Anfang 2016 den Antrag auf eine erneute Bewilligung für den Einsatz von Streptomycin, welcher jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin erarbeitete der Verband einen «Forderungskatalog Feuerbrand» zuhanden des BLW. Engagiert habe sich der Verband mit Projektanträgen an das Forum Kern- und Steinobst, insbesondere wurden Themen wie die Wickler- und Wanzenbekämpfung eingereicht. Die Entwicklung des Ressourcenprojekts «Nachhaltiger Obstbau» beanspruchte im vergangenen Jahr viele Arbeitsstunden. Aufgrund der gehäuften Medienberichte über Pflanzenschutz sowie der Greenpeace-Studie, verstärkte der TOV die Medienpräsenz. So äusserte sich zum Beispiel Edwin Huber im März 2016 im Lokalsender TVO bei einem Streitgespräch mit Eva Reinhardt über Streptomycin. Ralph Gilg stand Medienvertretern zu PSM-Einsatz, Verwirrtechnik und Feuerbrand Rede und Antwort um beizutragen, dass Fakten anstatt Emotionen die öffentliche Diskussion zum Pflanzenschutz prägen.

Lückenindikationen befürchtet
«Der Thurgauer Obstbau darf als verlässlicher Handelspartner bezeichnet werden; dies dank moderner Anlagen, fundiertem Fachwissen, aktiver Beratung, starken Partnern und vielerorts idealen Obstanbaubedingungen », so Ralph Gilg. Als künftige Herausforderungen bezeichnete er die CH-Apfelfläche. Es gebe immer noch circa 200 ha Anbaufläche zu viel, was die Produzentenpreise stark unter Druck bringe. Die vielen gestrichenen Wirkstoffe beim Pflanzenschutz könnten zu Lückenindikationen führen. Die öffentliche Wahrnehmung der Branche erfordere verstärkte Kommunikation, und für die Rekrutierung von Berufsnachwuchs im Obstbau sei entsprechender Effort nötig.
Thomas Mettler vom Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL) präsentierte die Jahresrechnung 2016, die mit einem Jahresgewinn von 15 500 Franken abschliesst. Der Vorstand beantragte die Genehmigung der Jahresrechnung und die Entlastung des Rechnungsführers, beidem stimmten die Mitglieder zu. Dem Antrag des Vorstandes, den Jahres- und Flächenbeitrag für 2017 beizubehalten, wurde zugestimmt. Ebenfalls genehmigt wurde das Budget 2017. Beim Tätigkeitsprogramm wies Ralph Gilg unter anderem auf die Güttinger-Tagung hin, welche 2017 zum 50. Mal durchgeführt werde. Bei den Werbeaktivitäten wird der Umstand, dass der Thurgau an der Olma Gastkanton ist, eine tragende Rolle einnehmen. So wird die Apfelkönigin diesmal an der Olma gewählt, und die Obstproduzenten sind an Ausstellung und Umzug dabei.

Neue Homepage und neues Logo
Der Präsident informierte, dass der TOV den Aufbau einer neuen Homepage vornimmt. Und es wird ein neues Logo erstellt. «Der Thurgauer Obstverband will ‹Gesicht zeigen›. Wir wollen uns gegenüber den Konsumenten entsprechend präsentieren», so Ralph Gilg. Wahlen: Jörg Streckeisen hatte den Rücktritt als Vertreter des Produktzentrums Tafelkernobst SOV und Früchtezentrum TG/SG eingereicht. An seine Stelle wurde Stefan Anderes, der sich bereits seit längerer Zeit im TOV-Vorstand engagiert, gewählt.
Urs Müller von der Fachstelle Obstbau TG/SH, BBZ Arenenberg, informierte, dass sich in Freilandversuchen (Projekt Gemeinsam gegen Feuerbrand) klar zeigte, dass die gegenwärtig bewilligten Wirkstoffe vorbeugend eingesetzt werden müssen und die Applikation in engem Intervall bei hohem Infektionsdruck (Kontrolle 9 % Befall) deutlich besser abschneidet als in weiten Abständen. Antinfec hatte den höchsten Wirkungsgrad, zeigte aber markanten Phytotox und ist mit 2,5 %-iger Anwendung viel zu teuer. Urs Müller wies darauf hin, dass Agroscope im Zuge der Neuorientierung 2018 ab sofort kein Pflanzenschutzbulletin mehr anbietet. Der Thurgau führt den Obst- und Biofax weiter sowie ein eigenes Monitoring. Acht Mittellandkantone erstellen gemeinsam ein Bulletin.
Im Obstbauteam am BBZ Arenenberg erfolgen personelle Veränderungen, die Produzenten werden schriftlich durch das BBZ informiert. Anja Ackermann ist per 1. März als Beraterin tätig und wird (vorerst) hauptsächlich im Steinobst und beim Pflanzenschutz eingesetzt.


Isabelle Schwander







« zurück zur Übersicht