Ausgabe Nummer 36 (2007)
Thurgauer Tafeltrauben auf dem Markt
Tag der Trauben in Uesslingen
Die Thurgauer Tafeltrauben gelangen gegenüber dem Vorjahr zwei Wochen früher auf den Markt und überzeugen mit ihrer Qualität. Erwartet werden 45 000 Kilo.16 Mitglieder der Thurgauer Tafeltraubenproduzenten (Thurta) bewirtschaften zurzeit eine Fläche mit rund 9 Hektaren und 25000 Traubenstöcken. «Dank der hervorragenden Frühjahrswitterung und der guten Sommervegetation sind die Thurgauer Trauben deutlich früher reif als in den vorangegangenen Jahren», erklärte Karl Leugger, Präsident Thurta, am Tag der Uesslinger Trauben. Erwartet werden rund 45 Tonnen Thurgauer Tafeltrauben mit einer überzeugenden Qualität. Gegen 85 Prozent werden in den Regalen von Migros und Coop verkauft. Angeboten werden die Trauben auch im Direktverkauf, an Wochenmärkten und in Dorfläden. Laut Leugger kann die Thurta von einer fünfjährigen Erfahrung profitieren. Nach seiner Meinung schätzen die Konsumenten die lückenlose Rückverfolgbarkeit, kurze Transportwege, vollreife Früchte und eine Produktion nach Swiss- Garantie-Richtlinien.
Anspruchsvolle Traubenproduktion
Auf einem Rundgang in der Tafeltraubenanlage des Gutsbetriebes Engel in Uesslingen schilderte Markus Frei den rund 100 Interessierten die grossen Herausforderungen der Tafeltraubenproduktion, bei der Erfolg und Misserfolg nahe nebeneinander stehen. So wurden seine noch jungen Traubenstöcke auf einer Hektare am 6. Juli 2004 vom Hagel total beschä- digt. Frei liess sich nicht entmutigen und baute auf 1,3 Hektaren wieder Tafeltrauben der blauen Sorten Muscat bleu und Nero und bei den weissen Sorten Palatina, Lilla, Fany und Angela, an. Diese Traubensorten zeigen sich krankheitstolerant. Die Anlage ist heute mit Hagelnetzen und Plastikabdeckungen geschützt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werde auf einem Minimum gehalten. Frei wies daraufhin, dass Trauben ein ausgewogenes Spektrum an lebenswichtigen Vitalstoffen und eine Fülle an Gesundmachern bieten.
Schweiz kann sich nicht abkoppeln
Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident Schweizerischer Bauernverband, gratulierte den Tafeltraubenproduzenten zu ihrer innovativen Einstellung. Gerade in der heutigen Zeit hätten Nischenprodukte mit einer guten Qualität grosse Chancen. Die Marktöffnung mit WTO und den Freihandelsabkommen bedeute für die Schweizer Landwirtschaft eine grosse Herausforderung. Doch könne sich die Schweizer Landwirtschaft davon nicht abkoppeln. Er ist überzeugt, dass landwirtschaftliche Produkte aus der Schweiz mit ihrer hohen Qualität im internationalen Vergleich Stand halten werden. Mit den steigenden Weltmarktpreisen für Milch, Milchprodukte, Zucker, Getreide und andere mehr, werde sich auch die Preisdifferenz zum Ausland regulieren.
Mario Tosato

Nationalrat Hansjörg Walter, Markus Frei und Karl Leugger (von links) freuen sich über die gute Qualität der Thurgauer Tafeltrauben. (tos)
