Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Thurgauer Weine unter den Besten

Ausgabe Nummer 49 (2014)

Ein Dutzend Thurgauer Winzer hat im Jahr 2014 an nationalen und internationalen Weinprämierungen 42 Gold- oder Silbermedaillen eingeheimst. Seit Jahren stehen die Thurgauer national an der Spitze, was die Anzahl Medaillen, gemessen an der Rebfläche, betrifft. Der erneute Erfolg wurde im Schloss Hagenwil mit einer Weindegustation belegt und stilvoll gefeiert.

Thurgau Weine BTW hat als Branchenverband am 24. November nicht nur das Dutzend mit Medaillen ausgezeichnete Winzer zur Ehrung eingeladen. Sehr bewusst «mit von der Partie» waren auch 50 Konsumentinnen und Konsumenten, ausgewählt aus einer Flut Bewerbungen von Zeitungslesenden aus der ganzen Ostschweiz. Im Wasserschloss Hagenwil bei Amriswil genoss man im Beisein von Medienleuten eine Auswahl der national und international prämierten Weine zu vorzüglichen und passenden Speisen. Dazu erklärten die Winzer die Besonderheiten ihrer feinen Tropfen.

Voraussetzungen werden genutzt
Die Thurgauer Reblagen mit den Hauptsorten Pinot Noir und Müller-Thurgau, längst aber ergänzt durch viele Spezialitäten, profitieren zusätzlich zur sorgsamen Pflege auch von der Klimaerwärmung. Es lassen sich an den hauptsächlichen Lagen im Thurtal, im Seebachtal und am Untersee/Rhein einerseits wunderschöne Pinots (Noir) anbauen. Anderseits erlebt der Müller-Thurgau modern vinifiziert (vielfach ohne Säureabbau) eine Renaissance mit Spritzigkeit und Aromenvielfalt. Damit aus solchen Rebbergen aber auch ausgezeichnete Tropfen in die Flasche kommen, braucht es gut ausgebildete, qualitätsbewusste und ehrgeizige Winzer. Sie gibt es im Thurgau heute vielfach, das zeigten der Medaillenspiegel 2014 und das Präsentierte in Hagenwil eindrücklich.

Der Drang an die Spitze
Gold- und Silbermedaillen oder entsprechende Diplome für eingereichte Weine zu erlangen heisst, dass sie mindestens zum besten Viertel aller blind degustierten Tropfen gehören. Die Anzahl der Goldmedaillen ist von 11 im Jahr 2013 auf 17 im laufenden Jahr angestiegen. Wenn sich heute Thurgauer Winzer für die Teilnahme an den oft aufwändigen Prämierungen entschliessen, tun sie es nicht nur der Teilnahme wegen. Sie wollen vorne mitmischen, was ihnen offensichtlich häufig gelingt. Thurgauer Weine müssen sich nicht verstecken, sondern brillieren regelmässig und messen sich mit besten Weinen aus dem Inund Ausland auf Augenhöhe.

Zusammenarbeit trägt Früchte
Das Weingut Lenz vom Iselisberg, welches biologische Weine anbietet, hat 2014 allein schon neun Medaillen geholt, davon sechs goldene. Gefolgt wird es bei der Anzahl Auszeichnungen vom Weingut Saxer aus Nussbaumen, bei dem es acht Medaillen (eine davon Gold) sind. Das Weingut Wolfer, im vergangenen Jahr bekannt geworden durch den «Weltmeister»-Titel an der Mondial des Pinots, brillierte nun mit zwei «Goldenen» für weisse Weine, davon eine Assemblage.
Bemerkenswert ist auch, dass längst nicht nur die Selbstkelterer im Medaillenspiegel auftauchen. Die Zusammenarbeit zwischen den Rebgütern als Traubenlieferanten und ihren Lohnkelterern ist ausgezeichnet. Bedeutend ist hier die Rolle der Rutishauser Weinkellerei in Scherzingen, welche auch für eigene Weine dreimal Gold und zweimal Silber errang. Das Rebgut Jäger aus Hüttwilen erreichte beispielsweise dreimal Silber an der Mondial des Pinots. Und die beiden Hobbywinzer Ruedi Heierli und Benno Jung aus Gossau SG gewannen mit ihrem Müller- Thurgau aus Ermatinger Reben Gold an der internationalen Weinprämierung in Zürich.
Der gesamte Medaillenspiegel 2014 findet sich unter www.thurgauweine.ch .

Wie «Leuchttürme»
Von jedem der zwölf dieses Jahr mit Medaillen ausgezeichneten Thurgauer Winzer wurde im Verlauf des Abends ein Wein präsentiert und kommentiert. Neben den beiden Hauptsorten wurden Pinot Gris, Cabernet Jura, Assemblagen und weisse Weine, hergestellt aus roten Sorten (genannt Federweisser oder Blanc de Noir), gereicht. Im Medaillenspiegel tauchen aber auch neue Sorten wie Solaris und Léon Millot auf, wohlverstanden: alles Weine aus dem Thurgau!
Thurgau Weine BTW, als Zusammenschluss fast aller Rebbesitzer im Kanton, hat über 100 Mitglieder. Präsident Othmar Lampert betonte, dass auch nicht an der aktuellen Ehrung anwesende Rebbauern und Winzer gute Thurgauer Weine herstellen. Und doch ist es eine Tatsache, dass die an Prämierungen so erfolgreichen Thurgauer Winzer und Weinbaubetriebe eine Art «Leuchttürme» darstellen. Offenbar auch für die Konsumenten: Unisono lobten die in Hagenwil Anwesenden die Qualität und Vielfalt der degustierten Tropfen. (tos/pd)







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