Thurgauer wollten anderes Zahlungssystem
Ausgabe Nummer 39 (2003)
Thurgauer wollten anderes Zahlungssystem
| Deutschschweizer Weinbauverband tagte in Winterthur |
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| An der Delegiertenversammlung des Deutschweizer Weinbauverbandes haben die Delegierten 25 000 Franken für die Berufsbildung beschlossen. Zwei Anträge aus der Zürcher und der Thurgauer Sektion betreffend Flächenbeitragszahlungen wurden abgelehnt. |
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Das politische und wirtschaftliche Umfeld für den Ostschweizer Weinbau ist schwieriger geworden, stellte Erich Gysel (Hallau) als Co-Präsident des Deutschschweizer Weinbauverbandes (DSWV) vor den Delegierten des Verbandes am vergangenen Freitagmittag in Winterthur fest. Doch auch die Grabenkämpfe innerhalb der Branche machen ihm Sorgen. Er rief dazu auf, vermehrt wieder das Gemeinsame zu suchen und sich solidarisch auf die zweit- oder gar drittbeste Lösung zu einigen, um solidarisch Schritt für Schritt vorwärtszukommen. Er plädierte zudem für eine sehr gute Berufsbildung. «Ohne Nachwuchs stirbt unser Beruf aus», machte er klar. Besorgt zeigte sich Toni Ottiger, der zweite Co-Präsident des Verbandes, über die Folgen des liberalisierten Importes. Der Weissweinimport sei um 36 Prozent angestiegen, und gleichzeitig würden immer günstigere Weisswein eingeführt, sodass die Preise beim offenen Weisswein um 46 Prozent gesunken seien, stellte Ottiger fest. Änderungen zeichnen sich zudem ab 2006 bei der Deklaration ab. Ab diesem Jahr dürfen nur noch Weine der Kategorie 1 mit AOC abgesetzt werden und die Weine der Kategorie 2 müssen mit dem Zusatz Tafelwein versehen werden. Die Delegierten mussten im Weiteren über den Geschäftsabschluss befinden. Gesamthaft verzeichnete man im DSWV Aufwendungen von 341 870 Franken, und dabei resultierte ein Aufwandüberschuss von 4865 Franken. Zürcher und Thurgauer abgeblitzt Der Zürcher und der Thurgauer Weinbauverband hatten je einen Antrag betreffend Zahlungen an den Verband eingereicht. Beide wollten mit ihrem Antrag erreichen, dass nur noch Flächenbeiträge, welche tatsächlich von den Mitgliedern in den kantonalen Sektionen geleistet werden, an den DSWV weitergeleitet werden müssen. Verschiedene Gründe hatten die beiden Sektionen zu diesen Gründen bewogen. So seien einige Mitglieder an der Basis teilweise grössere bekannte Weinbaubetriebe nicht mehr bereit, diese Mittel aufzubringen, weil sie mit der Verbandsarbeit nicht mehr zufrieden seien. Für das Anliegen dieser beiden Kantone hatten aber die übrigen Sektionen bei der Behandlung des Budgets kein Verständnis. Schliesslich wurde der Zürcher Antrag, welcher von den Thurgauern unterstützt wurde, mit 14 zu 33 Stimmen sehr deutlich abgelehnt. Dabei bleibt es beim Alten. Die Kantonalverbände müssen die gesamten Flächenbeiträge ungeachtet der Zahlungsmoral der Mitglieder an den DSWV abliefern. Zusätzliche Werbegelder für den Weinbau Im Rahmen der Absatzförderung haben die Deutschweizer Mitgliedverbände insgesamt 1,3 Millionen Franken in die Weinwerbung investiert, führte Co-Präsident Toni Ottiger (Kastanienbaum) aus. Zusammen mit den anderen Regionen der Schweiz sind es gar 4,9 Millionen Franken, welche in die direkte Absatzförderung geflossen sind. Zusammen mit weiteren Massnahmen, wie jene der Exporteure, werden pro Jahr über sechs Millionen Franken aufgewendet, sodass die Weinbranche die geforderte Eigenfinanzierung von fünf Millionen Franken erreicht und somit Anspruch auf zusätzliche Mittel hat. Nachdem nun die verschiedenen Fachgremien und Organisationen gegründet und personell besetzt worden sind, können zusätzliche finanzielle Mittel im Umfang von 6,1 Mio. Franken aus dem Werbekuchen der Schweizer Landwirtschaft abgeholt werden. Ein Teil davon fliesst in die allgemeine Weinwerbung einer nationalen Werbekampagne. Ein beachtlicher Teil dieser Gelder wird aber den Weg bis in die Kanone finden. Für die nationale Promotion stehen 1,250 Millionen Franken sowie für die Absatzförderung im Ausland weitere 2,835 Millionen zur Verfügung. Roland Müller |
