Ausgabe Nummer 7 (2006)

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Thurkorrektion Abschnitt Weinfelden–Bürglen

Thurkorrektion Abschnitt Weinfelden–Bürglen

Die Projektgruppe der 2. Thurkorrektion präsentierte den Medien vier Varianten zum besseren Schutz vor Hochwasser zwischen Weinfelden und Bürglen. Bis in zwei Jahren sollen zwei ausgearbeitete Projekte vorliegen.

Korrektionsarbeiten an der Thur gehören zu jenen Massnahmen, die nach dem letzten grossen Hochwasser von 1977 /78 unter dem Titel «Thurrichtprojekt 79» beschlossen wurden. Die Korrekturen unterhalb Frauenfeld bis Kantonsgrenze sind abgeschlossen. Von den insgesamt neun Etappen zwischen Bischofszell und Frauenfeld werden zurzeit die Etappen 6 und 8 bearbeitet.

Planungsgrundsätze

Die 2. Thurkorrektion hat als oberstes Ziel Hochwasserschutz im Thurtal, Ökologisierung der Landschaft und Dynamisierung des Flusses zur Verbesserung des Geschiebehaushaltes. Dabei ist auf der ganzen Länge die relativ direkte Infiltration der Thur ins genutzte Grundwasser zu berücksichtigen. Im ganzen Projektabschnitt ist eine Gerinneausweitung auf die doppelte Breite, Rückhalteflächen primär im Waldgebiet und nur in Extremfällen auch im Landwirtschaftsland vorgesehen.

Was geschieht bei einer Korrektion mit diesem Wehr? (hs)

Betroffene zu Beteiligten gemacht

Die Planung an der Etappe zwischen Weinfelden und Bürglen schreitet gut voran, wie Marco Baumann, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft/Wasserbau im Amt für Umwelt versicherte. Man stecke nun in der Phase «Machbarkeitsstudie». Das Projektteam arbeite mit einer regionalen Arbeitsgruppe zusammen, die sich schon vor Jahren gebildet hat. «Wir wollen alle Beteiligten an einem Tisch haben und damit die Fehler, die an der Etappe unterhalb von Frauenfeld gemacht wurden, vermeiden», so Marco Baumann. Dort zogen sich die Arbeiten auf Grund von Einsprachen über Jahre hin. Zwischen Weinfelden und Bürglen sind nur wenige Grundeigentümer von der geplanten Korrektur betroffen und könnten sich laut Verantwortlichen mit Realersatz einverstanden erklären. Schwieriger wird es sein, diese Ersatzflächen in unmittelbarer Nähe des beanspruchten Landes zu erwerben. Mit den Pächtern vom Vorland der Thur bestehen laut Baumann Pachtverträge mit entsprechendem Inhalt. Lösungen beim Wehr Model-Meyerhans und Badi Weinfelden sowie verschiedenen Werkleitungen sind in Verhandlung. Die 8. Etappe bei Kradolf-Schönenberg stehe bereits vor der Realisation, werde aber derzeit durch Einsprachen blockiert, so Baumann. In Zusammenarbeit mit der regionalen Arbeitsgruppe wurden vier Varianten ausgearbeitet. Damit mögliches Hochwasser verkraftet werden kann, sehen zwei Varianten die Errichtung von Rückhalteflächen vor, in die der Fluss ausweichen kann. Zum einen soll das in einem Auenwald links der Thur und im andern Fall rechts der Thur geschehen. Die beiden anderen Projekte wollen der Thur mehr Platz geben. Eine weitere Variante, die ein Mitglied aus der Arbeitsgruppe erarbeitet hat, ist bereits im Vorfeld wieder verworfen worden. Aus Kostengründen wurde noch keine der Varianten im Detail berechnet. Ein weiteres Problem ist die fehlende Kiesabbauplanung in diesem Gebiet. «Dieser Abbauplan muss zwingend mit der Thurkorrektion abgestimmt werden», erklärte Raimund Hipp, Naturschutzfachstelle Raumplanungsamt.

Vorgehen des Projektteams

Bei der Etappe Bürglen–Weinfelden müssen zwischen 30 und 40 Hektaren Wald gerodet werden. «Der Wald wird aber nicht einfach verschwinden», betonte Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher. Für die benötigte Fläche müsse an einem anderen Standort Ersatz geleistet werden. Noch in diesem Jahr will die Projektgruppe entscheiden, welche zwei der vier Varianten ausgearbeitet werden. Diese sollen dann spätestens in zwei Jahren vorliegen.

Hanni Schilde