Ausgabe Nummer 34 (2009)

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Treffen der Obstbranche an der Güttinger Tagung

Rund 250 Personen haben trotz schönstem Sommerwetter die Gelegenheit genutzt, sich auf dem Obstbaubetrieb von Agroscope Changins Wädenswil und dem BBZ Arenenberg in Güttingen ein Bild von der aktuellen Forschung zu machen. Drei Schwerpunkte wurden auf dem Betriebsrundgang thematisiert. Die Besucher hatten aber auch die Gelegenheit, sich an Infoständen über die Feuerbrandforschung, Wirtschaftlichkeitsfragen oder die neusten Sortenzüchtungen zu informieren. Maschinenvorführungen ergänzten das vielseitige Angebot.

Braucht es neue Apfelsorten?
In seinem einleitenden Referat wies Daniel Hofmann, Vizepräsident der Branchenorganisation Swisscofel, darauf hin, dass es neue Sorten braucht, aber zu viele involvierte Kreise wie Baumschulisten, Züchter und Vermarkter neue Sorten lancieren. Der Markt habe gar keinen Platz für so viele neue Sorten. Hoffmann fordert eine vermehrte Zusammenarbeit zwischen Handel und Produktion. Es brauche eine bessere Koordination bei der Sortenlancierung. Hoffmanns Aussagen sind sicher berechtigt, es bleibt aber zu bedenken, dass sich die Züchtungsziele laufend verändern und in den letzten Jahren zum Beispiel die Krankheitsrobustheit inklusive Feuerbrandanfälligkeit als wichtiges, neues Züchtungsziel etabliert hat. Opal und Modi, zwei Favoriten unter den angepriesenen Neuzüchtungen, wurden im Feld durch den Kernobstsortenprüfer Simon Egger näher vorgestellt.

Verwirrungstechnik hat sich bewährt
Verschiedene Wicklerarten machen über die Jahre hinaus den grössten Anteil an den Schäden aus, welche durch Insekten verursacht werden. In den letzten Jahren zeigte es sich, dass die Bekämpfung mit chemischen Pflanzenbehandlungsmitteln Grenzen gesetzt sind, teilweise treten Resistenzen auf und die Bekämpfungsintensität ist gestiegen, dies trotz verschiedener Bekämpfungsstrategien. Mit der Pheromon-Verwirrungstechnik besteht eine umweltschonende Möglichkeit, die Wicklerarten in Schach zu halten. Auch bei der Verwirrungstechnik müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, damit es funktioniert. Die Ausgangpopulation muss tief sein, es braucht eine gewisse Parzellengrösse und es sollten keine Befallselemente wie Holzbeigen usw. in der Nähe sein. Mit der kombinierten Verwirrung gegen verschiedene Arten steht der Produktion heute eine wirkungsvolle, umweltschonende Bekämpfungsmöglichkeit zur Verfügung, welche unter Berücksichtigung aller Kosten nur unwesentlich teurer, dafür nachhaltiger ist.

Resistenzen bei der Pilzbekämpfung verhindern
Die wichtigste Pilzkrankheit im Apfelanbau ist der Schorfpilz. Noch sind in der integrierten Produktion erst wenige schorfresistente Sorten im Anbau, im Bioanbau ist dieser Schritt viel rascher vollzogen worden. Mit gezieltem Einsatz nach Warnprognose, Bekämpfungsstrategien mit wechselnden Wirkstoffen und optimalen Applikationseinrichtungen ist es dank den Hinweisen der Forschungsanstalt und der konsequenten Umsetzungen in der Beratung bisher gelungen, Resistenzen zu verhindern. Qualitätssicherungssysteme welche die Anzahl einzelner Wirkstoffe auf den Früchten ins Visier nehmen, gefährden jedoch eine breit abgestützte Bekämpfung. Es wird deshalb nach Möglichkeiten und Strategien gesucht, auch diese Anforderungen zu lösen, ohne dass die Frage der Resistenzen vernachlässigt wird.

Urs Müller, BBZ Arenenberg, urs.mueller@tg.ch



Fachinformationen von Praktikanten mit dem Förderer. (um)
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