Ausgabe Nummer 41 (2007)
Trends im Kartoffelanbau
Hochrechnungen zu Anbauflächen, Ernte, Nachfrage und Preise 2007
Vielversprechend sind die Zahlen für die Ernte 2007.Trotz des schlechten Wetters wurden gute Erträge mit guter Qualität eingefahren.
Anbauflächen der Kartoffeln
Laut Hochrechnung der Branchenorganisation swisspatat (definitive Zahlen erscheinen erst Ende Oktober) wurde im Jahr 2007 auf einer Fläche von 11750 Hektaren Kartoffeln angebaut. Dies sind 330 Hektaren weniger als im Vorjahr. Die Kartoffelsorten Agria und Charlotte wurden drei Mal häufiger angepflanzt als alle anderen Sorten. Die Anbaufläche von Agria wurde leicht ausgedehnt und steht wieder über der Fläche des Jahres 2005. Im Vergleich zum Jahr 2006 hat der Anbau von Charlotte leicht abgenommen. Die Produktionsfläche der Kartoffelsorten Bintje und Eba hat mit 1000 Hektaren respektive 1200 Hektaren über die letzten fünf Jahre massiv abgenommen.
Die Anbaufläche für Speisekartoffeln bleibt konstant, jene für Veredelungs-/Industriekartoffeln ist zunehmend, und Saatgut- sowie Biokartoffeln haben leicht abgenommen.
Die Anzahl der Kartoffelproduzenten hat auch dieses Jahr wiederum abgenommen. Über die letzten zehn Jahre hat deshalb die Kartoffelanbaufläche pro Produzent stetig zugenommen.
Ernteschätzungen 2007
Ziel der swisspatat ist es, 95 Prozent des Bedarfs mit einheimischen Kartoffeln zu decken. Dieses Ziel wird dieses Jahr wohl erreicht mit einer Gesamternte von 489 610 Tonnen, davon sollen 325 000 Tonnen qualitativ hochwertige Speisekartoffeln sein. Es wird erwartet, dass alle Kartoffelsorten die Flächenerträge der letzten fünf Jahre übertreffen, mit Ausnahme der Sorte Ditta, den Bio- und Saatgutkartoffeln. Bei den festkochenden Sorten (Charlotte, Nicola) ist aufgrund der hohen Flächenerträge sogar ein leichtes Überangebot festzustellen. In der biologischen Produktion sind die Erträge (mit Ausnahme von Agria) allerdings weniger gut als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Grund dafür ist, dass im biologischen Kartoffelanbau die Krautfäuleprävention schwieriger ist.
Die Qualität der diesjährigen Kartoffeln ist ausgezeichnet. Das haben schon die Frühkartoffeln bewiesen. Sie zeichnen sich durch hohen Stärkegehalt und wenig Schorfbefall aus.
Nachfrage und Preise
Die beliebteste Speisekartoffel ist die Sorte Charlotte. Sie ist festkochend (im Laden im grünen Beutel erhältlich) und eignet sich für Kartoffelsalat, Salzkartoffeln oder Gschwellti.
Bei den Veredlungssorten wird Agria am meisten nachgefragt. Aus ihr entstehen grösstenteils Pommes Frites.
Die Übernahmebedingungen haben sich für die Ernte 2007 geändert. Genaueres entnehmen Sie bitte der Homepage der swisspatat: www.kartoffel.ch.
Die Produzentenpreise der diesjährigen Kartoffelernte befinden sich im mittleren Preissegment, tiefer als im Jahr 2006, zwischen Fr. 36.? und Fr. 48.?. Der Basispreis für grob- oder feldsortierte Veredelungskartoffeln wurde einheitlich für alle Sorten bei einem Stärkegehalt von 14 Prozent auf Fr. 23.? festgelegt. Der Beitrag für die Frischverfütterung beträgt wie im letzten Jahr Fr. 15.? pro 100 kg. Die Produzenten werden aufgefordert, überschüssige Kartoffeln wenn immer möglich frisch zu verfüttern und nur im Notfall der Trocknung zuzuführen. Biokartoffeln im Speisesektor lösen zwischen Fr. 77.? und Fr. 88.? und jene im Veredelungssektor Fr. 62.? bis Fr. 76.?.
Im kommenden Winter nimmt die swisspatat aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen der AP 2011 das Preisbildungssystem unter die Lupe. Die Verwertungsmassnahmen des Bundes werden nur noch bis und mit Ernte 2008 ausgeschüttet.
BBZ Arenenberg, Pflanzenbau, Lydia Frey
