Ausgabe Nummer 24 (2007)
Trendwende am Milchmarkt
Am Montag dieser Woche trafen sich in Bern die Spitzen der Milchproduzentenorganisationen
von Deutschland, Österreich und der Schweiz, um verschiedene aktuelle
Fragen von gemeinsamem Interesse zu erörtern. Quotenausstieg,WTO-Verhandlungen
sowie eine Beurteilung des aktuellen Milchmarktes bildeten die Themen des von allen
Seiten als sehr wertvoll eingestuften Treffens.
Auch in unseren Nachbarländern geht man davon aus, dass der Quotenausstieg beschlossene Sache ist. Angesichts der Vielschichtigkeit der Märkte und der komplizierten Angebots- und Nachfragestrukturen ist man sich einig, dass auch in Zukunft auf nationaler Ebene Massnahmen zur Mengenkoordinierung nötig sind. Im Rahmen der anstehenden WTOVerhandlungen erscheint es nicht zuletzt angesichts der Marktentwicklungen sinnvoll, wenn die Schweiz mit der EU kooperiert.
Beinahe Unglaubliches brachte eine Einschätzung des aktuellen Milchmarktes zu Tage. Aufgrund der international guten Lage (starkes Nachfragewachstum bei knappem Angebot) wird bis Ende Jahr ein Anstieg des durchschnittlichen EU-Milchpreises von gegen 20 Prozent erwartet! Die Vertreter Deutschlands und Österreichs gehen davon aus, dass diese Entwicklung nachhaltig ist und mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren anhalten wird. Dies wäre einer historischen Trendwende gleichzusetzen! So werde in Deutschland, dem Land mit der grössten Dicounterdichte Europas, ab Juni über 30 Cent pro Kilo und bis Ende Jahr bis 35 Cent erwartet. Das ergibt ohne Mehrwertsteuer umgerechnet auf die Schweiz bis 57 Rappen Milchpreis!
Durch einen klassischen Handorgeleffekt bewegen sich zurzeit die Milchpreise in der Schweiz und in der EU gegenläufig. Während um uns herum eine wahre Preishausse einsetzt, herrscht bei uns nach wie vor ein Preisdruck. Die Gründe dazu sind bekannt: Abbau Marktstützung, Wegfall Zollschutz beim Käse und ? was natürlich besonders ärgerlich ist ? der Preiskampf beim Detailhandel. Inwieweit dieser durch die grosse Anzahl produzentenseitiger Anbieter gefördert wird, bleibe dahingestellt.
Das Fazit für den Schweizer Milchmarkt aus Produzentensicht ist somit folgendes: Angesichts der Entwicklung des europaund weltweiten Milchmarktes können weitere Milchpreissenkungen in der Schweiz ab sofort nicht mehr akzeptiert werden. Die Preisentwicklungen müssen jedoch je nach Land und Verwertungsart differenziert betrachtet werden. Eine Verbesserung der Angebotsstruktur vor allem im Molkereimilchbereich ist dringend nötig.
Aber trotzdem, wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt gekommen, um die Lage zu stabilisieren und Gegendruck in den Märkten aufzubauen?
Ruedi Schnyder , Thurgauer Milchproduzenten
Auch in unseren Nachbarländern geht man davon aus, dass der Quotenausstieg beschlossene Sache ist. Angesichts der Vielschichtigkeit der Märkte und der komplizierten Angebots- und Nachfragestrukturen ist man sich einig, dass auch in Zukunft auf nationaler Ebene Massnahmen zur Mengenkoordinierung nötig sind. Im Rahmen der anstehenden WTOVerhandlungen erscheint es nicht zuletzt angesichts der Marktentwicklungen sinnvoll, wenn die Schweiz mit der EU kooperiert.
Beinahe Unglaubliches brachte eine Einschätzung des aktuellen Milchmarktes zu Tage. Aufgrund der international guten Lage (starkes Nachfragewachstum bei knappem Angebot) wird bis Ende Jahr ein Anstieg des durchschnittlichen EU-Milchpreises von gegen 20 Prozent erwartet! Die Vertreter Deutschlands und Österreichs gehen davon aus, dass diese Entwicklung nachhaltig ist und mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren anhalten wird. Dies wäre einer historischen Trendwende gleichzusetzen! So werde in Deutschland, dem Land mit der grössten Dicounterdichte Europas, ab Juni über 30 Cent pro Kilo und bis Ende Jahr bis 35 Cent erwartet. Das ergibt ohne Mehrwertsteuer umgerechnet auf die Schweiz bis 57 Rappen Milchpreis!
Durch einen klassischen Handorgeleffekt bewegen sich zurzeit die Milchpreise in der Schweiz und in der EU gegenläufig. Während um uns herum eine wahre Preishausse einsetzt, herrscht bei uns nach wie vor ein Preisdruck. Die Gründe dazu sind bekannt: Abbau Marktstützung, Wegfall Zollschutz beim Käse und ? was natürlich besonders ärgerlich ist ? der Preiskampf beim Detailhandel. Inwieweit dieser durch die grosse Anzahl produzentenseitiger Anbieter gefördert wird, bleibe dahingestellt.
Das Fazit für den Schweizer Milchmarkt aus Produzentensicht ist somit folgendes: Angesichts der Entwicklung des europaund weltweiten Milchmarktes können weitere Milchpreissenkungen in der Schweiz ab sofort nicht mehr akzeptiert werden. Die Preisentwicklungen müssen jedoch je nach Land und Verwertungsart differenziert betrachtet werden. Eine Verbesserung der Angebotsstruktur vor allem im Molkereimilchbereich ist dringend nötig.
Aber trotzdem, wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt gekommen, um die Lage zu stabilisieren und Gegendruck in den Märkten aufzubauen?
Ruedi Schnyder , Thurgauer Milchproduzenten

