Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Trotz weniger Milchbetriebe höhere Milchproduktion

Ausgabe Nummer 17 (2016)

63 Gesuche wurden von der GLIB bewilligt. Die neu gewährten Investitionskredite betragen 12 271 250 Franken.

«Die Glib (Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfe) hat 2015 rund 12,2 Millionen Franken neue Investitionskredite bewilligt, was fast vier Mio. Franken weniger als 2014 sind», stellt Markus Gubler, Präsident der GLIB, in seinem Grusswort fest. Nach seinen Aussagen konnten im Berichtsjahr vom Bund keine zusätzlichen Mittel abgerufen werden, denn der minimale Kassenbestand wurde nicht unterschritten. Im Berichtsjahr wurden nur zwei Projekte mit Investitionen in neue Milchviehställe unterstützt, damit erreichte die Investitionstätigkeit im Milchbereich einen absoluten Tiefstand. Die ungewissen Perspektiven im Milchmarkt widerspiegeln den markanten Rückgang.

Noch 21 700 Betriebe produzieren Milch
Wie Gubler erklärte, wurde die Zahl der Milchwirtschaftsbetriebe halbiert, das heisse, dass im Jahr 1991 rund 50 000 Betriebe im Durchschnitt nicht ganz 60 000 Kilogramm Milch produzierten. Laut Statistik produzieren heute noch 21 700 Betriebe Milch. Obwohl es immer weniger Milchproduzenten gibt erreichte die Milchproduktion 2014 einen Höchststand, welcher 2015 nur leicht tiefer lag. Gubler stellt fest, dass der Milchmarkt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Emmi zahle zurzeit für weniger Milcheinlieferungen, also für die Drosselung der Milchproduktion, 10 Rappen je Kilo für nicht abgelieferte Milch.

63 Gesuche wurden bewilligt
Laut Geschäftsführer Werner Aus der Au wurde von den 97 vorhandenen und eingegangenen Gesuchen deren 64 (Vorjahr 73) dem Verwaltungsrat in Form eines Antrags vorgelegt. Von den eingereichten Gesuchen wurden 63 bewilligt. Die neu gewährten Investitionskredite betragen (ohne Verrechnungen von laufenden Darlehen) 12 271 250 Franken (Vorjahr 16 099 850 Franken). Dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wurden 13 Gesuche für Investitionskredite (Vorjahr 25) unterbreitet. Dabei handelte es sich ausschliesslich um Investitionskredite von über 350 000 Franken und nicht um kombinierte Gesuche mit Bundesbeiträgen im Berggebiet.

40 Starthilfegesuche wurden bewilligt
Nach Aussage von Werner Aus der Au ist der Gesuchseingang bei den Starthilfen markant höher als in den letzten zehn Jahren, wo durchnittlich 26 bewilligt wurden. 31 Junglandwirte konnten als Eigentümer, vier als Pächter und fünf über eine Generationengemeinschaft in die Landwirtschaft einsteigen. Die Anzahl der diesjährigen Starthilfen ist erfreulich und zeigt, dass auch im heutigen schwierigen agrarpolitischen Umfeld junge Landwirte mit Fähigkeitsausweis oder einem höheren Abschluss bereit sind, selbst einen Betrieb zu führen.

Zahlungsmoral insgesamt gut
«Die Zahlungsmoral unserer aktuell 940 Kreditnehmer war insgesamt gut. Bei einigen Betrieben ist die Liquidität sehr angespannt», stellte Aus der Au fest. Dies sei zum Teil durch erlittene Ertragseinbussen infolge Trockenheit nicht verwunderlich. Bei der 2014 eingeführten AP 14-17 und dem damit verbundenen Transfer der Direktzahlungen vom Tal- ins Bergebiet, entstanden zudem für viele Landwirte zusätzliche Einkommensverluste. Die unverzinslichen Darlehen betrugen im vergangenen Jahr 117 448 638 Franken (2014: 122 512 626 Franken).

Regierungsrat Kaspar Schläpfer geht in Pension
Regierungsrat Kaspar Schläpfer, der zum letzten Mal an der Generalversammlung teilnahm, lobte die Tätigkeiten der Glib zum Nutzen der einheimischen Landwirtschaft. Ebenfalls zum letzten Mal nahm Hansulrich Keller, Leiter der Finanzkontrolle des Kantons Thurgau, infolge Pensionierung teil.


Mario Tosato




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