Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Über 200 000 Kubikmeter Holzschnitzel nutzen

Ausgabe Nummer 45 (2014)

Ostschweizer Säger besichtigten das Heizkraftwerk Aubrugg

Das Heizkraftwerk Aubrugg nutzt Holz zur Strom- und Wärmeproduktion. Die Mitglieder von Holzindustrie Ost besuchten dieses und zeigten sich von der Technologie sehr beeindruckt.

Das Herz des Heizkraftwerks Aubrugg ist der einige Hundert Tonnen schwere und mehrere Stockwerke hohe Heizkessel, welcher nicht steht, sondern hängt. Er befindet sich mitten im Autobahndreieck Zürich Nord. Die Beschickung der Heizung mit Holzschnitzeln erfolgt über ein rund 200 m langes Transportsystem ausserhalb des Dreiecks. Das Unternehmen gehört zu je 40 Prozent der EKZ sowie der Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ), zu 20 Prozent der Züriholz.
Stündlich schluckt dieser Ofen bis zu 15 000 kg Holzschnitzel. Mit der produzierten Wärme wird Strom erzeugt und ein grosses Fernwärmenetz versorgt. Die Kesselleistung beträgt 42, die Stromproduktion 11 Megawatt, die Wärmeproduktion liegt bei knapp 40 Gigawattstunden. Das Holz verbrennt bei einer Feuerraumtemperatur von rund 800 °C. Im Verbrennungsraum werden die Schnitzel mit Frischluftzufuhr aufgewirbelt und so quasi «fliegend» verbrannt. Die produzierte Strommenge reicht für die Versorgung von 11 000 Haushaltungen und ersetzt rund 35 000 Tonnen Heizöl.

Heizwert wird bezahlt
72 600 Tonnen Schnitzel wurden in der letzten Heizperiode von September 2013 bis Mai 2014 mit total 3511 Fuhren bei einem durchschnittlichen Ladegewicht von 21 Tonnen und einem mittleren Feuchtigkeitsgehalt von 38 Prozent angeliefert. Die durchschnittliche Transportdistanz für einen Weg liegt bei 21 km.
Zuerst wird die Fuhre mit der angelieferten Menge gewogen. Aufgrund eines gezogenen Musters wird der Heizwert ermittelt, indem man das Holzmuster in einem Ofen austrocknet und so den Energiewert feststellen kann.
Die Schnitzel werden in eine der drei Annahmegossen gekippt und anschliessend zu einem der beiden Schnitzelsilos geführt. Eine ausgeklügelte Technik sorgt dafür, dass die Schnitzel von dieser Zwischenspeicherung mittels Transportbänder durch einen kleinen Tunnel unter der Autobahn hindurch laufend der Heizung zugeführt werden.
Für die Energieholzbeschaffung ist die ZüriHolz AG zuständig, es wird ausschliesslich Waldholz verwendet. «Wir haben in der vergangenen Heizperiode rund 215 000 Kubikmeter Holzschnitzel verarbeitet», betonte Beat Riget von der ZüriHolz auf dem Rundgang. Rund zwei Fünftel werden direkt aus Forstrevieren und drei Fünftel über Forstunternehmer angeliefert, 40 Abnahmeverträge gewährleisten die Beschickung.


Roland Müller




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