Ausgabe Nummer 44 (2009)

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ÜK – ein neuer Ausbildungsort für unsere Landwirtschaftslehrlinge

Die Verantwortlichen für die Ausbildung unserer Landwirte freuen sich jedes Jahr auf’s Neue, dass trotz rauer Brise, welche unserer Landwirtschaft ins Gesicht bläst, die Nachfrage zu dieser Ausbildung überraschend gross ist. Wir sind auch der Überzeugung, dass
unsere jungen Lernenden nach Abschluss dieser Lehre ein sehr vielseitiges Rüstzeug mit auf den Weg nehmen. Dies aber nur, wenn wir uns den neuen Ausbildungsmöglichkeiten annehmen.


Die Lehrlinge im Thurgau (als einziger Kanton) sind sich nun schon einige Jahre gewohnt, dass sie während der ganzen Ausbildungszeit auf einem Lehrbetrieb sind und jede Woche die Berufsschule besuchen. In den übrigen Kantonen waren sie bis anhin zwei Jahre auf einem Lehr-betrieb und ein Jahr oder zwei Winter in der Schule. Seit dem August dieses Jahres kommt das System «Drei Jahre Betrieb» in der ganzen Schweiz zur Anwendung. Das eidgenössische Berufsbildungsgesetz mit entsprechendem Bildungsplan verlangt auch in unserem Beruf den dritten Lernort ÜK = Überbetrieblicher Kurs anzuwenden. Diese Kurse dienen der Vermittlung und dem Erwerb grundlegender Fertigkeiten. Sie fördern die Bildung in beru? icher Praxis als Ergänzung zur schulischen Bildung. Eine Arbeitsgruppe aus allen Teilen der Schweiz hat ein entsprechen¬des Rahmenprogramm für die Kurse erarbeitet und bietet somit Gewähr, dass in allen Kantonen mit gleichen Zielen diese Kurse organisiert werden. Somit soll der Lehrling auch die Möglichkeit haben, in verschiedenen Kantonen seine Ausbildung zu absolvieren. Im ersten und im zweiten Lehrjahr ist es P?icht, je vier Tage ÜK zu besuchen. Die Organisation dieser neu geschaffenen Kurse obliegt nicht dem BBZ Arenenberg, sondern  der Branche selbst. Das kantonale Berufsbildungsamt verlangt entsprechende Bestätigung, dem gegenüber auch eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen ist.

Die Kurse im ersten Jahr umfassen die Themen:
– Hygiene und Qualitätssicherung rund um die Milchgewinnung
– Strassenverkehr: Vorschriften, markieren, beleuchten, ?xieren von Ladungen.
– Ergonomie (richtig tragen, richtig heben)
– Gesundheitsschutz und PSA, Mineral- und Hofdünger ausbringen
– Unterhalt und Umgang mit allen Futterbaumaschinen.
Die Kursthemen im zweiten Lehrjahr sind:
– Maschinen und Geräte im Ackerbau
– Grundkenntnisse der Motorsäge
– Einsatz von Hebefahrzeugen
– Einsatz und Unterhalt der P?anzenschutzgeräte
– Tiertransport und Tierverkehr.

In all diesen Themen hat die Unfallverhütung einen sehr hohen Stellenwert. Mit dem Ziel, alle Kurse möglichst praxisnah zu vermitteln, sind wir in der glücklichen Lage, dass uns verschiedene Betriebe den Platz und die Infrastruktur zur Verfügung stellen. Vielen Dank!! Die Aufgabe der Instruktion konnten wir auf verschiede¬ne Schultern von Lehrmeistern verteilen. Diese wurden an einem schweizerischen Kurs auf diese Arbeit vorbereitet. Im August 2009, kurz nach Beginn der Lehre, organisierten wir den ersten Kurstag in der Kartause Ittingen. Aus Sicht der Kursleitung durften wir ausgezeichnetes Gastrecht geniessen und die Lehrlinge waren mit sehr grossem Interesse dabei. Die Kursleiter erachten es als sehr verantwor¬tungsvolle Aufgabe, den jungen Auszubildenden etwas zu vermitteln, welches sie jeden Tag in der Praxis anwenden können. Als ÜK-Leiter hoffe ich, die restlichen Kurstage ebenso erfolgreich zu erleben wie den ersten.

Hans Knus, ÜK-Leiter