Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Unbestrittene Anpassungen werden definitiv übernommen

Ausgabe Nummer 36 (2016)

Auswertung der Vernehmlassung Lehrplan Volksschule Thurgau

Lebenspraktische Themen wie die Vermittlung von Wissen für den Umgang mit Lebensmitteln (Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt, Sekundarstufe) und der Begriff «Littering» nehmen im neuen Lehrplan der Volksschule Thurgau einen festen Platz ein.

Ende August informierten Monika Knill, Chefin Departement Erziehung und Kultur (DEK); Sandra Bachmann, Gesamtprojektleiterin Einführung Lehrplan Volksschule TG, Amt für Volksschule (AV); Beat Brüllmann, Chef AV und Paul Roth, Generalsekretär DEK, über die «Auswertung der Vernehmlassung Lehrplan Volksschule». Der nun vorliegende Lehrplan Volksschule TG wurde mehrheitlich wohlwollend aufgenommen. Die Beteiligung an der Vernehmlassung war mit 77 % sehr gut. Grosse Zustimmung, so Monika Knill, gebe es zu den thurgauspezifischen Ergänzungen und wenige Hinweise für kleinere Anpassungen, jedoch keinen Konsens beim Thema Sprachen.

Kompetenzen zu Natur, Mensch, Gesellschaft
Die Verlinkungen auf Lerninhalte mit Bezug zum Kanton Thurgau wurden begrüsst. Ebenso wurde das Einfügen der Orientierungspunkte im Hinblick auf den Übertritt vom Kindergarten in die 1. Klasse positiv aufgenommen. Diese sollten, so wurde angeregt, zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert werden. Zur Stundentafel 1. bis 6. Primarschule: Zustimmung zur Erhöhung um zwei Lektionen in der 2. Klasse Primarschule, Diskussion um beizubehaltende Anzahl Halbklassenlektionen, Vorschläge zu Stundendotationen anderer Fächer (anstelle Französisch und für Medien und Informatik) sowie die Forderung nach Richtwerten im Fach Gestalten. Stundentafel 1. bis 3. Klasse Sekundarschule: Hier gab es zahlreiche Rückmeldungen zur Sprachenfrage. Die Stundentafel wird als zu überladen und zu sprachlastig angesehen, zudem wird eine Einschränkung der Flexibilität und Profilbildung befürchtet (gekürztes Wahlpflichtund Freifachangebot). Die Dotationen in Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) und Musik wurden als zu gering bezeichnet. Im Vernehmlassungsprozess wurde die Frage aufgeworfen, ob genug Kompetenzen zu «Natur, Mensch, Gesellschaft» beim Übertritt in die Mittelschule vermittelt werden. Es gibt die Forderung nach Richtwerten im Fach Gestalten.

Regierungsrat erfüllt Motionsanliegen
Aus 40 eingereichten Stellungnahmen zum Lehrplan wurde eine Beurteilung vorgenommen: Daraus resultierte unter anderem, dass der Einbezug standardisierter Tests ins Zeugnis kontrovers aufgenommen wird. Grossmehrheitliche Zustimmung fand der Einschätzungsbogen Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten. Monika Knill sagte, dass der Regierungsrat die Vernehmlassungsergebnisse zur Kenntnis genommen hat und sich über die fundierten, wertvollen Rückmeldungen freut. Der Regierungsrat tritt auf zahlreiche Verbesserungsvorschläge ein und beauftragt das Departement für Erziehung und Kultur (DEK) für die finalen Anpassungen im Lehrplan. Er gibt die geplanten Stundentafeln als Arbeitsvorlage frei. Monika Knill betonte die rechtssichere Umsetzung des Motionsanliegens «Französisch erst auf der Sekundarstufe». Die Erfüllung des Motionsanliegens durch Gesetzesbotschaft an den Grossen Rat betreffend Änderung von § 31 im Gesetz über die Volksschule. § 31 Absatz 4 VG (neu): «Französisch wird als zweite Fremdsprache auf der Sekundarstufe unterrichtet. » Ende September 2016 erlässt der Regierungsrat die Botschaft an den Grossen Rat. Geplante Stundentafeln «Französisch erst auf der Sekundarstufe » liegen vor. Geplante Stundentafeln ab Sommer 2017, noch ohne Französisch-Änderungen liegen ebenfalls vor, bis zu einem rechtskräftigen Entscheid des Grossen Rates. Bis zum Vorliegen eines definitiven Entscheides werden die Schülerinnen und Schüler bis auf Weiteres nach dem Sprachen- Modell 3/5 (Englisch ab 3. Klasse; Französisch ab 5. Klasse) unterrichtet.

Einfügen des Begriffs «Littering»
Der Auftrag des Regierungsrates für Anpassungen am «Lehrplan Volksschule Thurgau»: Im Kapitel Grundlagen erfolgen redaktionelle Anpassungen und wo nötig Straffungen, aber Verzicht auf umfangreiche Kürzungen. Einleitende Kapitel Sprachen: Passend zur vorgesehenen Motionserledigung, verpflichtender Gebrauch Standardsprache hervorheben und Ausbau «Heimatliche Sprache und Kultur»-Text. Das Einfügen des Begriffs «Littering» wird berücksichtigt. Der Auftrag des Regierungsrates für Anpassungen der «Stundentafel Primarschule» beinhaltet eine vorläufige Anpassung der Stundentafel Primarschule (gleichbleibende Pflichtlektionenzahl, je zwei Lektionen Französisch in der 5. und 6. Klasse, Richtwerte Gestalten, Medien und Informatik in der Gesamtsicht der Stundentafel).


Isabelle Schwander










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