Ausgabe Nummer 10 (2006)
Unfallfreier Frühlingsputz
Familienleben
Unfallfreier Frühlingsputz
Der Frühling steht vor der Tür, und da und dort steht der Frühjahrsputz an. Aber Achtung, aufgepasst. Täglich passieren Unfälle, ob in der Freizeit, im Verkehr, Beruf oder Haushalt. Dabei stehen die Haushaltunfälle an erster Stelle.
Die häufigsten Unfallursachen sind menschliches Versagen (Übermüdung, Eile, Hast, Wut, Sorge, unsachgemässer Umgang mit Geräten, unvorsichtiges Umgehen mit Reinigungsmitteln und Medikamenten), fehlerhafte und defekte Geräte sowie Verkettung von unglücklichen Zufällen.
Achtung Sturzgefahr
Die Gefahren lauern überall. Sorgen Sie deshalb für eine generell gute Beleuchtung. Auf Treppen, losen Teppichen, in und vor Bade- und Duschwannen ist es oft rutschig. Ein Gleitschutz hilft dem ab. Be-festigen Sie zudem aufstehende Teppichränder mit Teppichklebeband. Benützen Sie grundsätzlich nur standfeste Leitern, und tragen Sie dabei zweckmässige Schuhe und Kleider. Ein freier, sauberer Boden hilft zudem, die Sturzgefahr zu bannen. Achten Sie darauf, dass niemand nach der Bodenreinigung auf den noch feuchten Platten oder Fliessen ausrutscht.
Gifte im Griff
Reinigungsmittel, Entkalker, Druckertinte und Insektensprays: Chemische Produkte erleichtern den Alltag und sind im Haushalt nicht wegzudenken. Im Umgang mit Chemikalien ist aber Vorsicht geboten. Vergiftungsunfälle im Haushaltsbereich können verhindert werden, wenn mit Giftstoffen und Chemikalien sorgfältig umgegangen wird. Gutes Grundwissen, Disziplin beim Anwenden, Lagern und Entsorgen tragen zum sicheren Umgang mit Giftstoffen bei. Bewahren Sie Gifte immer in der Originalflasche und für Kinder unerreichbar auf. Lesen Sie die Gefahrenhinweise, und befolgen Sie Sicherheitsratschläge auf der Etikette. Je weniger Gifte und Chemikalien verwendet werden, desto geringer ist die Unfallgefahr. Der minimale Einsatz von Giften schont zudem unsere Umwelt und damit indirekt auch unsere Gesundheit. Bei Verdacht auf Vergiftung sollten Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt rufen oder die Nummer 145 wählen. Das Schweizerische Toxikologische Institut bietet Tag und Nacht Hilfe an.
Einstufung und Kennzeichnung der Gifte
Das neue schweizerische Chemikalienrecht hat am 1. August 2005 Abschied von der Einteilung in Giftklassen genommen und hat stattdessen das europäische Sys-tem übernommen, welches als Blickfang Gefahrensymbole verwendet. Statt Giftbändern und Giftklassen gibt es neu Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen. Statt Warnaufschriften und Schutzmassnahmen gibt es neu Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge.


Brandverhütung
Nicht nur bei Berühren mit Giften ist die betroffene Stelle mit viel Wasser abzuspülen. Auch bei Verbrennungen und Verbrühungen ist die Verletzung sofort während mindestens 15 Minuten unter fliessendem Kaltwasser zu kühlen. Bei mehr als handgrossen Verletzungen ab dem 2. Verbrennungsgrad (Blasenbildung) ist nach dem Kühlen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder ein Spital aufzusuchen. Im bäuerlichen Haushalt gibt es vielfältige Brandgefahren. Daher gehört in jeden Haushalt eine Löschdecke, mit der kleine Brände erstickt werden können. Ein Handfeuerlöscher ist ebenfalls nützlich. Machen Sie sich mit der Handhabung dieser Hilfsmittel vertraut. In vielen Bauernhaushalten fällt Asche an. Frische Asche darf nur in feuerfesten Behältern und niemals in Kartonschachteln, Holzkisten oder Säcken gelagert werden. Aschebehälter sind in Heizräumen oder ausserhalb des Gebäudes auf einer nicht brennbaren Unterlage zu lagern. Im Brandfall gilt die Nummer 118 (Feuerwehr).
Hausapotheke
Die Hausapotheke ist kindersicher aufzubewahren, mindestens 160 cm über Boden. Überprüfen Sie regelmässig den Inhalt und kontrollieren Sie das Verfalldatum der Medikamente. In eine Hausapotheke gehören:
Fieberthermometer
Pinzette
Schere
Verbandklammern
1 Paket Verbandwatte
Gazebinden in verschiedenen Breiten
Elastische Binden
1 Schachtel mit sterilen Kompressen
Heftpflaster, Schnellverband
Wärmeflasche
Medikamente für den äusserlichen Gebrauch:
Essigsaure Tonerde
Desinfektionslösung zur Wundbehandlung
Salbe zum Einreiben bei Erkältungen
Insektenstift, Insektenschutzmittel
Wundbenzin zum Ablösen von Pflasterverbänden
Medikamente für den inneren Gebrauch:
Schmerz- und Fiebermittel
Mittel gegen Halsweh, Husten
Präparate gegen Durchfall, Magen- und Darmstörungen
