Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Unseriöse Studie mit Bundeshilfe

Ausgabe Nummer 11 (2015)

Mitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 10. März 2015

Eine Forschungsanstalt der Schweizer Bundesverwaltung hat sich einmal mehr vereinnahmen lassen. Zusammen mit dem Verein «Vision Landwirtschaft» – der am liebsten aus dem ganzen Land ein Naturschutzgebiet machen würde – hat sie im März 2014 ein Umfrage zur neuen Agrarpolitik durchgeführt. Doch repräsentativ sollte diese offensichtlich nicht sein. Denn angeschrieben wurden je 50 Prozent Biound Nichtbiobetriebe. Dies obwohl der Anteil Biobetriebe in der Schweizer Landwirtschaft 12 Prozent beträgt. Geantwortet haben schliesslich 61 Prozent der Biobetriebe und 31 Prozent der Nichtbiobetriebe, was die massive Verzerrung nochmals verstärkte. Die Befragung fand zudem zu einem Zeitpunkt statt, als die Bauern noch nicht mal die erste Abrechnung der Direktzahlungen in der Hand hatten – gerade mal zwei Monate nach Einführung der neuen Agrarpolitik. Nichtsdestotrotz nehmen sich die Autoren heraus, daraus eine Befindlichkeit der Schweizer Landwirtschaft mit der neuen Agrarpolitik zu interpretieren. Dieses Vorgehen erfüllt nicht einmal minimalste wissenschaftliche Vorgaben und ist komplett unseriös. Dafür erhalten sie auch noch Platz in der aktuellen Ausgabe der Bundespublikation «Agrarforschung Schweiz». Der Schweizer Bauernverband verlangt von der staatlichen Forschung eine funktionierende Qualitätssicherung und von den Bundesbehörden mehr Neutralität. Sie dürfen sich nicht von Einzelpersonen mit Partikularinteressen vereinnahmen lassen!


Schweizer Bauernverband, Brugg,
www.sbv-usp.ch




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