Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Verband WaldThurgau sucht neuen Präsidenten

Ausgabe Nummer 44 (2016)

Der bisherige Präsident des Waldwirtschaftsverbands Thurgau (neu WaldThurgau), Urban Brütsch, wurde als stellvertretender Direktor, Leiter Ökonomie, des Verbands WaldSchweiz gewählt.

An der Generalversammlung des Waldwirtschaftsverbands Thurgau (neu WaldThurgau) gab Präsident Urban Brütsch seinen Rücktritt bekannt. Er wurde per 1. Januar 2017 zum neuen stellvertretenden Direktor, Leiter Ökonomie, von WaldSchweiz mit Sitz in Solothurn gewählt. Alt Nationalrat Max Binder, Präsident WaldSchweiz, gab seiner Freude Ausdruck, dass Urban Brütsch für dieses anspruchvolle Amt gewählt wurde.
Nun ist der Verband WaldThurgau auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Der bisherige Vizepräsident Georg Müller gab bekannt, dass er bereit sei, den Verband vorübergehend zu führen, doch lasse er sich nicht zum Präsidenten wählen. Nach 15-jähriger Tätigkeit im Vorstand erklärte Gerold Schwager als Vertreter des kantonalen Forstamtes seinen Rücktritt. Im Vorstand wurden Georg Müller, Walter Knöpfli, Fredi Gadient und Walter Koch (bisher) bestätigt. Neu wurde Mathias Rickenbach (Förster/Betriebswirtschaftsingenieur/Vertreter des Forstamtes Thurgau) in den Vorstand gewählt.

Vermehrt Schweizer Holz verwenden
Wie Urban Brütsch feststellte, sitzen die Waldbesitzer zusammen mit der Holzindustrie im selben Boot und müssen deshalb am gleichen Strick ziehen, damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten bleiben. Brütsch stellte fest: «Wir können unser Holz nicht über längere Zeit verschenken, denn dann bleibt nichts übrig für Waldpflege, Strassenunterhalt oder wichtige Investitionen.» Nach seiner Meinung ist es wichtig, dass vermehrt Schweizer Holz verwendet wird. Dieses Thema beschäftige die Holzwirtschaft tagtäglich und sei wohl für den Wald wie auch die Holzindustrie und nachgelagerten Branchen der vielversprechende Ansatz und ein gangbarer Weg. Leider habe das Schweizer Holz kostengünstige Konkurrenz aus dem Ausland. Die Vorschriften für das öffentliche Beschaffungswesen sehen in der Regel vor, dass die günstigste Offerte berücksichtigt werden muss. Dies führe sehr oft zur Wahl ausländischer Holzprodukte, erklärte Brütsch. Von Bund und Kanton werden laufend neue Vorschriften in Kraft gesetzt, die eine rationelle Waldbewirtschaftung behindern. Zum Beispiel Biodiversitätsanforderungen mit hohen Totholzanteilen oder regelmässige Verteilung von Biotopbäumen, die bis zum totalen Zerfall geschützt werden sollten.

Regierungsrätin lobt die Waldwirtschaft
Regierungsrätin Carmen Haag gab ihrer Freude Ausdruck, dass die Waldbesitzer zum Thurgauer Wald Sorge tragen. Sie ist auch froh, dass der Richtplan zur Zersiedelung verhindert werden konnte. Nach ihrer Meinung gehören zur Waldbewirtschaftung auch die Pflege der alten Bäume und die Biodiversität. Sie begrüsste, dass der Wald auch als Spielraum benutzt werde. Freude bereitet ihr zudem die Nutzung von Holz bei Neubauten wie beispielsweise beim BBZ Arenenberg.
Kantonsforstingenieur Daniel Böhi, informierte über die Ergänzungen des eidgenössischen Waldgesetztes. Er orientierte über die zukünftigen Forstbetriebsstrukturen, die Borkenkäfer und Eschenwelke. Seiner Meinung nach müssen auch ausserhalb von Schutzwald Schadenorganismen bekämpft werden. Laut Waldgesetz sollen pro Jahr rund zehn Millionen Franken eingesetzt werden. Weiter fördere der Bund den Absatz und die Verwertung von nachhaltig produziertem Holz. Laut Böhi ist die Lage für Thurgauer Forstbetriebe schwierig, lägen doch Lösungen nicht auf der Hand.

Holzbau boomt extrem
Heinz Engeler, Geschäftsführer Holzmarkt Ostschweiz AG (HMO), orientierte, dass die globalen Nadelschnittholz-Exporte seit 2009 um 41 Prozent gestiegen sind. Der Bau und speziell der Holzbau boome extrem. Der Markt in Mitteleuropa sei durch Überangebote äusserst belastet. Er riet zur Zurückhaltung bei Eschennutzung und zur Bereitstellung von Rundholz, um die Nachfrage zu befriedigen.


Mario Tosato










« zurück zur Übersicht