Ausgabe Nummer 25 (2010)

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Verdoppelung des Milchpreises vertretbar

Der Informationsfi lm des Verbands Schweizerischer Trocknungsbetriebe (VSTB)«wer rechnet, der trocknet» fi ndet auch im Ausland Beachtung. Nach 20 Jahren wurde der Grundbeitrag erhöht.

 

Für die 67. Generalversammlung des Verbands Schweizerischer Trocknungsbetriebe (VSTB) zeichnete die Trocknungsgenossenschaft Eschlikon-Sirnach mit Christian Peter (Präsident) und Max Hubmann (Geschäftsführer) verantwortlich. In seinem Grusswort im Kloster Fischingen wies VSTB-Präsident Josef Bürli, Gettnau LU, auf die Agrarreform hin, welche vor 20 Jahren begann und in der Landwirtschaft viele Veränderungen auslöste. So würden heute rund 30 Prozent der Bauernbetriebe im Nebenerwerb geführt. Mit einem Preisvergleich Milch–Mineralwasser– Wein bewies Bürli, dass eine Verdoppelung des heutigen Milchpreises vertretbar wäre. Nach seiner Meinung wird von den Schweizer Bauernfamilien immer mehr verlangt. Dabei sei der Druck auf die einzelnen Betriebe selten so gross gewesen wie heute. Tiefe Produzentenpreise und die Unsicherheit, wie es langfristig mit den Direktzahlungen sowie dem Agrarfreihandel weiter gehe, sei für die Bauernfamilien eine grosse Last.

 

Grundbeitrag nach 20 Jahren erhöht

Geschäftsführer Josef Christen, Alberswil LU, erwähnte die grossen Anstrengungen des VSTB im Bereich Marketing. Der neue Informationsfi lm «wer rechnet, der trocknet» welcher in Zusammenarbeit mit Koni Willimann und Tony Steinmann realisiert wurde, fi nde auch im Ausland grosse Beachtung. Erfreulich sei aber auch, dass viele Trocknungsanlagen den Film an Generalversammlungen und Informationsveranstaltungen zeigen und als Kundengeschenke verteilen. Die Verbandsrechnung 2009/2010 weist einen Verlust von rund 18 000 Franken aus. Dazu führten unter anderem die Mehrkosten des Informationsfi lmes. Laut Bürli wurden die Mitgliederbeiträge in den letzten 20 Jahren nicht mehr angepasst. Die Erhöhung des Grundbeitrags um 100 Franken fand Zustimmung. Der Verband wird sich auch in diesem Jahr an den Feldtagen Strickhof und Plantahof beteiligen. Im Jahr 2011 ist eine Verbandsreise nach Dänemark und Südschweden geplant.

 

Vierachsenstrategie des SBV

Im Anschluss an die speditiv geführte Generalversammlung sprach Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), zum Thema «Perspektiven der Schweizer Landwirtschaft». Nach seiner Meinung ist der Abschluss der WTO-Verhandlungen sehr ungewiss. Berechnungen stellen den Nutzen eines Agrarfreihandelsabkommens mit der EU, als Gegenvorschlag zu einem WTO-Abschluss in Frage. Schneider plädierte für den bilateralen Weg, der bis jetzt eingeschlagen wurde. Als Vorteil nannte er, dass es deutlich weniger fi nanzielle Mittel als ein umfassendes Agrarfreihandelsabkommen brauche. So könnten Errungenschaften im Bereich Ökologie und Tierwohl erhalten bleiben. Wichtig sei aber auch die Weiterentwicklung der Direktzahlungen. Zur Bewältigung der Herausforderungen «fahre» der SBV eine Vierachsenstrategie mit der Stärkung der Marktpräsenz (Suisse Garantie) sowie der Stärkung der Wirtschaftlichkeit durch Kostensenkung und Erhöhung des Handelsspielraumes. Wichtig sei aber auch die Strukturentwicklung mit sozialen Massnahmen sowie die Verankerung der Landwirtschaft in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Schneider ist überzeugt, dass sich die Preissituation durch steigende Nachfrage, Selbstversorgung und Versorgungssicherheit der Schweiz verbessern werde.

 

Mario Tosato