Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Verein "Heumilch Schweiz" gegründet

Ausgabe Nummer 29 (2016)

Auf dem Hof von Walter Münger, Muolen wurde am 14. Juli 2016 der Verein «Heumilch Schweiz» mit Walter Münger als Präsident gegründet. Unter dem Label «Heumilch» dürfen die Mitglieder Milch und Milchprodukte von Tieren, die nicht mit Silofutter, sondern auschliesslich mit Heu und Gras gefüttert werden, auf den Markt bringen.

Der Tagespräsident Pirmin Furrer, Geschäftsführer der Zentralschweizer Milchproduzenten und Projektleiter der Gruppe Heumilch, begrüsste Vertreterinnen und Vertreter der Milchbranche, des Handels, Projektinitianten, und Kooperationspartner aus der ganzen Schweiz und aus Österreich auf dem Hof von Susanne und Walter Münger in Rotzenwil, Muolen. Etwa ein Drittel der Milch werde in der Schweiz noch auf herkömmliche Art mit Weidegang der Tiere und Fütterung von Heu und Gras produziert, im EU-Raum mache das nur noch 3 Prozent aus. Es gelte, für diese Milchprodukte und das Schaffen den Wert auszuloten. Versuche, diese Milch als silofreie Milch zu verkaufen, hätten wenig Anklang gefunden bei den Konsumenten. «Beim Wort Heumilch entstehen Bilder, Emotionen werden geweckt, Erinnerungen steigen auf. Der Konsument kauft Milch nicht mehr, weil er Hunger hat, sondern weil er sich emotional angesprochen fühlt», betonte Hans Aschwanden, Präsident von Fromarte, dem Dachverband der gewerblichen Käsereien, die Bedeutung von positiven Werbebotschaften.

Vereinsgründung
In einem feierlichen Akt wählten die Stimmberechtigten Walter Münger zum Präsidenten des neu gegründeten Vereins und als weitere Vorstandsmitglieder Ignaz Aregger Willisau, Milchproduzent; Urs Jenni, Ins Be, Milchproduzent; Josef Werder, Küssnacht am Rigi, Käserei Küssnacht; Tony Müller, Hagenwil, Käse Thurgau AG und Thomas Manser, Käserei Bazenheid.
Mit seiner Familie bewirtschaftet Walter Münger den Obst- und Milchwirtschaftsbetrieb mit 75 Kühen und Jungvieh, wobei ihm die Zucht sehr am Herzen liegt. Als OK-Präsident der Muoler Viehschau, als Meisterlandwirt, Gemeinderat und Präsident der Emmentaler Milchproduzenten hat er sich Weitblick und Erfahrungen im Managen, Organisieren und Verhandeln angeeignet. Trotzdem habe er einen Riesenrespekt vor dem neuen Amt: «Es braucht heute viel mehr, um als Präsident einen Verein zu leiten. Bauern wie Käser sind nicht immer rasch für Neues zu gewinnen. Wir müssen diejenigen überzeugen, die mitmachen wollen.» Mit dem Verein Heumilch Schweiz wolle man etwas Gegensteuer geben zur Industrialisierung in der Landwirtschaft und zum Preiszerfall.

Die Österreicher machten es vor
Karl Neuhofer von der ARGE Heumilch AT berichtete von der Erfolgsgeschichte der «Heumilch» wie sie seit 12 Jahren in Österreich stattfindet. Treffen mit der Schweizer Projektgruppe fanden statt. Man einigte sich auf eine Kooperation und einen gemeinsamen Auftritt gegen aussen. Im Land vermarktet jeder seine Produkte. In Deutschland versuchen die Schweiz und Österreich gemeinsam, den Markt mit «Heumilch »-Produkten zu erobern.

Vereinsziele
Kernelemente des verbindlichen Reglements von «Heumilch Schweiz» sind, die bestmöglichen Lebensbedingungen für die Tiere zu garantieren und eine regionale Vermarktung zu gewährleisten. Ein angemessener Milchpreis soll sowohl Produzenten als auch Verarbeitern wie Käsereien eine Wertschöpfung ermöglichen. Der Verein selber betreibt keinen Handel und Verkauf von Produkten. Es werden aber in naher Zukunft verschiedene Produkte von Mitgliedern der «Heumilch Schweiz» auf den Markt kommen. Der Verein koordiniert die Werbung und vertritt die Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Die Gründung des Vereins gelte als symbolischer Startschuss für viele Milchproduzenten und Käsereien, den Fachbegriff Käsereimilch oder silofreie Rohmilch durch den einheitlichen Auftritt «Heumilch» auszutauschen.

Weitere Informationen unter www.heumilch.ch.



Trudi Krieg, Salmsach










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