Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Verhagelten Mais zügig konservieren!

Ausgabe Nummer 35 (2017)

In einigen Gebieten des Thurgaus wurde der Mais durch Hagelschlag arg verwüstet.
Sind die Blätter nicht mehr intakt, kann die Pflanze nicht mehr weiter wachsen. Im Gegenteil, Krankheiten, hauptsächlich Schimmelpilze, haben leichtes Spiel und setzen der mangelhaften Qualität der Maispflanze weiter zu.
Dem Landwirt bleibt also nur die Möglichkeit, den beschädigten Mais möglichst rasch zu konservieren.

Wichtig beim Silieren
Beim Silieren ist zu beachten, dass der unreife Mais weniger Energie enthält, welche für eine gute Silagequalität notwendig wäre. Zudem nimmt durch den fortschreitenden Pilzbefall die Qualität der Silage zunehmend ab. Um das Wachstum der Pilze zu unterbinden empfielt sich der Einsatz eines Siliermittels. Vorzugsweise einer Säure oder eines Salzes, welche gut gegen Schimmelpilze wirken. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass das Siliergut im Silo fest verdichtet und absolut luftdicht abgeschlossen wird.

Arenenberger Tipps:
1. Durch eine Erhöhung der Schnitthöhe bei der Ernte erhöht sich
    der Kolbenanteil in der Silage, wodurch der Gesamtenergiegehalt
    zunimmt.
2. Bei sehr nassem Häckselgut kann versucht werden durch
    Beisetzen von trockener Grassilage etwas Sickersaft aufzufangen.

Künstlich Trocknen
Für Nichtsilobetriebe besteht die Möglichkeit den Mais in die künstliche Trocknung zu fahren. Sicherlich ein kostspieliges Unterfangen für ein Futtermittel von minderer Qualität. Beim Trocknen mit sehr hohen Temperaturen werden die Schimmelpilze zerstört, die von den Pilzen gebildeten Gifte (Mykotoxine) bleiben aber in der Regel intakt.

Weniger Nährwert
Beim Mais ist der Energiewert eng mit dem Kolbenanteil verbunden. Gesunde Maisstängel ohne Kolben haben etwa 5.5 MJ NEL/kg TS. Gute Maissilage kann Energiewerte von 6.7 MJ NEL/kg TS und mehr erreichen. Um genaue Nährstoffwerte zu erhalten lohnt sich eine Analyse des Futters.
Grundsätzlich ist aber die Maisstärke im Pansen schlechter verfügbar, was beim Einsatz vom Mais als Ersatzenergiefutter zu berücksichtigen ist, weil sonst eine Pansenübersäuerung droht.


Bruno Ottiger, Viktor Dubsky, BBZ Arenenberg




« zurück zur Übersicht