Ausgabe Nummer 7 (2006)

zurück zur Übersicht

Verkauf von Bioprodukten soll angekurbelt werden

Thurgauer Regierung nahm Sockelbeitrag für FiBL ins Budget 2006 auf

Verkauf von Bioprodukten soll angekurbelt werden

Der stagnierende Verkauf von Bioprodukten und der Einbruch des Bio-Schweinemarktes beschäftigte die Biobäuerinnen und Biobauern an ihrer Hauptversammlung in Wilen bei Wil.

Als erfreulichstes Ereignis im vergangenen Jahr nannte Hannes Weilenmann, Kopräsident, Basadingen, an der Hauptversammlung des Vereins Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern (VBO) vom letzten Dienstag, die Annahme der Gentechfreiinitiative durch das Schweizer Volk. Zu den grossen Erfolgen zählte er auch den ersten Ostschweizer Biomarkt 2005 in Weinfelden. Freude bereiteten ihm auch die vielen Hofanlässe, an denen kreativ und engagiert Knospenwerbung gemacht wurde. Erfreulich sei auch die Reaktion des Thurgauer Regierungsrates auf den Brief der VBO vom vergangenen Jahr, indem der VBO verlangte, dass der Kanton Thurgau die Beiträge an das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL), trotz Sparmassnahmen, nicht streichen soll. In seiner Antwort habe der Regierungsrat bestätigt, dass die Thurgauer Regierung den Sockelbeitrag an die FiBL von 9000 Franken wieder ins Budget 2006 aufgenommen habe.

Steigerung der Verkäufe von Bioprodukten

Nach Meinung von Kurt Müller, Kopräsident, Krinau, war das Berichtsjahr einmal mehr von unendlichen Bereinigungen von Rekursen und Inkraftsetzungen von neuen Weisungen geprägt gewesen. «Unsere Produkte stagnieren mehr oder weniger im Verkauf, und wir müssen uns überlegen, wo wir Einfluss nehmen können. Unser Ziel für das laufende Jahr ist klar, wir wollen eine Steigerung der Verkäufe von Bioprodukten anstreben», bekräftigte Müller.

Teil des VOB-Vorstandes (von links): Jakob Rohrer, Bioberater LBBZ Arenenberg, Hannes Weilenmann, Kurt Müller und Regina Bräuninger, Schweizersholz. (tos)

Den Biomarkt neu erobern

Wie Tobias Brülisauer, VBO Ressort Milch, feststellte ist die erfolgreiche Biowelle am Abklingen und wird durch die «Geiz ist geil»-Bewegung ersetzt. Dazu wurden Konkurrenzprodukte wie Heidi- oder Regio-Milch lanciert. Dadurch habe der Überschuss an Biomilch auf 50 Millionen Kilogramm Milch, was einem Viertel der ganzen Produktion entspreche, zugenommen. Eine Kommission der Milchmarktrunde habe in einer Ideenwerkstatt Möglichkeiten gesucht, den Markt neu zu erobern. Die Resultate sollen demnächst vorgestellt werden. Müller berichtete über den Einbruch des Bioschweinemarktes. Selbst eine Reduktion des Vertragspreises auf 5.50 Franken pro Kilo Schlachtgewicht, habe die erhoffte Wende nicht gebracht. Einzigartig sei zurzeit der hohe Preis für Schlachtkälber. Zu den Erfolgen zählte Müller die Bionutzviehauktion vom vergangenen Herbst in Herisau.

Überangebot auch bei Bioobst

Im schriftlich vorliegenden Bericht sprach auch Christoph Surbeck von einem Überangebot im Bioobstmarkt. Als Sofortmassnahme wurden 500 Tonnen aus den Lagern eliminiert und in die Mostereien geführt. Mit gezielten Aktionen sollen die Verkäufe gefördert werden. Seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärte Tobias Brülisauer, Teufen. Er wird durch Willi Schweizer, Hemberg, ersetzt. Der Vorstand mit den Kopräsidenten Hannes Weilenmann und Kurt Müller an der Spitze wurden für eine Amtszeit von zwei Jahren einstimmig wiedergewählt.

Mit Marktkoordination Knospenprodukte fördern

Im Anschluss an den geschäftlichen Teil sprach Regina Fuhrer, Präsidentin Bio-Suisse, zum Thema «Gemeinsame Ziele von Verband und Basis». Nachdem der Biomarkt in den letzten Jahren stetig wuchs, wurde nach ihrer Meinung bei gewissen Produkten der Plafond erreicht. Hier gehe es darum, mit einer guten Marktkoordination die Knospenprodukte (Bio-Suisse-Label) mit einem Mehrwert bei den Konsumenten entsprechend zu platzieren. In nächster Zukunft sei es wichtig, die Entwicklung der AP 2011 zu verfolgen und mitzugestalten. Nach dem erfreulichen Abstimmungsresultat zur Gentechfreiinitiative gehe es nun darum, die Zeit zu nutzen, um den Biolandbau weiter zu schützen, betonte Regina Fuhrer.

Mario Tosato