Ausgabe Nummer 36 (2004)

zurück zur Übersicht

Viel Arbeit für die Forstleute

Borkenkäfer und Unwetter
 
Viel Arbeit für die Forstleute
 
Neben den Borkenkäfern haben auch die Unwetter im Juli den Thurgauer Wäldern zugesetzt. Dank grossem Einsatz der Forstleute konnten rund 20 000 Kubikmeter Rottannenholz geschlagen und verarbeitet werden. Der Holzabsatz soll in Zukunft noch besser koordiniert werden.
 
Sturmartige Unwetter fällten im Juli einige hundert Kubikmeter Holz in den Thurgauer Wäldern. Unser Bild entstand im Forstrevier Märstetten. (zvg)
 
Viel Arbeit im Wald: Offenbar brachte die Trockenheit des Sommers 2003 viele Rottannen damals nicht direkt zum Absterben, schwächte sie aber so stark, dass sie dem Befall der seit Ende April aktiven Borkenkäfer nicht gewachsen waren und jetzt absterben. Die bereits ausgedorrten Rottannen stellen für die Ausbreitung der Käfer keine Gefahr mehr dar. Sie können stehen bleiben, sofern sie nicht durch he-rabfallende Äste und Wipfel Menschen und Sachwerte gefährden.

Aufräumarbeiten
Dank der grossen Anstrengungen der Forstleute – einige verzichteten sogar auf ihre Sommerferien – konnten viele Rottannenstämme bereits geerntet und verkauft werden. Gemäss einer Umfrage bei den Revierförstern wurde seit Abschluss der letztjährigen Holzschlagperiode Rottannenholz in der Grössenordnung von
20 000 Kubikmetern geschlagen. Erleichtert wurden die Aufräumarbeiten durch die Witterung und die Tatsache, dass dieses Jahr kein Feuerverbot bestand.
Durch das sofortige Aufrüsten von befallenen Stämmen wird verhindert, dass das Holz durch Austrocknen sowie Verfärben Schaden nimmt und die Borkenkäfer sich unter der Rinde weiter vermehren und ausbreiten. Das Ausmass der gesamten Schäden, soweit sich dies bereits überblicken lässt, liegt etwa im Rahmen des Vorjahres.

1000 Kubikmeter unverkauftes Holz
Dank der Aufnahmebereitschaft von Sägewerken innerhalb und ausserhalb des Kantons konnte das frisch befallene und sofort geerntete Holz weiterverarbeitet und – wenn auch zu einem geringeren Preis – abgesetzt werden. Dadurch liegen gegenwärtig weniger als 1000 Kubikmeter unverkauftes Holz im Thurgauer Wald. Noch stehen aber viele Bäume, die rasch aufgerüstet und verkauft werden müssen. Besonders grosse Mengen an Käferholz sind noch abzuarbeiten in den Waldungen der Forstreviere Thunbachtal-Sonnenberg, Aadorf-Tänikon, Lommis-Wängi, Affeltrangen, Tobel-Braunau-Wuppenau, Sirnach, Kreuzlingen, Zihlschlacht, Bischofszell, Ottenberg, Bürglen und Märstetten.
Die Natur bescherte dem Wald diesen Sommer nicht nur den Borkenkäfer. Innerhalb von zehn Tagen fällten im Juli sturmartige Unwetter schätzungsweise einige 100 Kubikmeter Holz. Für die betroffenen Waldeigentümer in den Forstrevieren Märstetten und Güttingen entstand erheblicher Schaden.
Die Aufarbeitung der Borkenkäfer- und Sturmschäden wird die Forstleute weiterhin stark fordern. Doch herrscht Zuversicht, den Markt im nächsten Winter auch mit Frischholz zu beliefern, sofern die Preise dies möglich machen. Unerlässlich für eine gesunde Waldwirtschaft sind zunehmende Verwendungsmöglichkeiten von Holz im Bau- und vor allem im Energiesektor. Deshalb sind vermehrte Anstrengungen für Marketing und Werbung vorgesehen. Im Rahmen der «Vision Wald und Holz Thurgau» ist zudem eine Arbeitsgruppe daran, die Absatzkanäle bezüglich Abläufe und Schnittstellen zu optimieren.

Forstamt des Kantons Thurgau
 
 
top     schliessen