Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Viel Betrieb in den Reben

Ausgabe Nummer 28 (2016)

Nach dem Regen ist vor dem Regen! Aber die Rebleute sind alle dankbar, dass mit der Hitze der letzten Tage auch endlich etwas Sommer in die Rebberge gekommen ist. Bange Momente gibt es immer wieder zu überstehen. Die bisherigen Gewitter und Platzregen hatten es ziemlich in sich. Auch die Vegetations- und Blühentwicklung geben in diesem Jahr Anlass zu angeregten Diskussionen.

Verrieselungsausfälle wahrscheinlich grösser als Frostschäden
Bereits die eisigen Frosttage Ende April haben die Ertragserwartungen gedämpft. Die Ausfälle aufgrund eines schwierigen Blühverlaufs dürften aber möglicherweise gravierender sein. Allgemein darf man feststellen, dass die Vegetationsentwicklung zwar rund 10 Tage verzögert gegenüber dem Vorjahr verläuft, die Reben aber soweit gut dastehen. Diejenigen, welche ihre Termingeschäfte, was den Pflanzenschutz anbelangt, trotz der wenigen trockenen Fenster im Juni genau platzieren konnten, dürfen sich über schöne und meist gesunde Laubwände freuen. Hingegen kann auch festgestellt werden, dass der Pilzdruck, gerade was den Falschen Mehltau betrifft, in diesem Jahr besonders hoch ist. Auch ist es so, dass sogar örtlich Gescheinsbefall aufgetreten ist, was dann zum vollständigen Absterben der Beeren geführt hat. Als gute Massnahme erweist sich nicht zuletzt auch das rechtzeitige Gipfeln («oben abnehmen»), damit die Apikaldominanz des Rebenwachstums gestoppt und die Energie in die sich entwickelnden Traubenbeeren verlagert wird.

Neue (unerwünschte) Arten in den Reben
Eigentlich sind die Rebberge für die Reben da. Der naturbewusste Winzer und der aufgeschlossene Spaziergänger erfreuen sich aber auch gerne an einer vielfältigen und farbenfrohen Begleitflora – sofern es sich dabei um einheimische Arten handelt! Nebst den Nutzpflanzen wachsen aber leider hin und wieder auch unerwünschte oder gar schädliche Pflanzen auf Äckern, Wiesen und in Rebbergen. Diese gilt es frühzeitig zu erkennen, zu eliminieren oder einzudämmen! Solchen Arten – im Fachjargon «invasive Neophyten» genannt – gilt künftig noch vermehrt unser Augenmerk!

GIS – wo hat es Reben?
Das geografische Informationssystem GIS der Kantone ist ein öffentlich-rechtliches Informationssystem mit einer Vielzahl von Karten und Informationen. Neu ist nun auch für Schaffhausen, dass der kantonale Rebbaukataster auf dem GIS ersichtlich ist (siehe www.gis.sh.ch > Landwirtschaft > Reben). Im Kanton Thurgau sind diese Informationen schon seit einiger Zeit über das Thurgis-Portal für jedermann zugänglich.


Markus Leumann, Fachstelle Weinbau SH/TG,
12. Juli 2016







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