Ausgabe Nummer 17 (2004)
Viel mehr Most
| In Frasnacht öffnet morgen die Mostgalerie am Bodensee | |||
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Viel mehr Most
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| Ganz im Zeichen des Apfelsaftes steht die Mostgalerie am Bodensee, welche die Familie Stäheli morgen Samstag auf ihrem Bauernbetrieb in Frasnacht eröffnet. Die Galerie soll zu einer Begegnungsstätte werden, in der sich alles um den Saft der Säfte dreht. | |||
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| Mehrere hundert Feldobstbäume stehen auf dem Betrieb der Familie Paul und Elisabeth Stäheli in Frasnacht. Der Obstbau ist nebst der Milchwirtschaft der wichtigste Betriebszweig auf dem Hof. Doch wie überall in «Mostindien» machte sich auch die Familie Stäheli in den letzten Jahren so ihre Gedanken zur Zukunft des Feldobstbaus und des einheimischen Fruchtsaftgetränkes. Sinkende Rohstoffpreise und bis vor wenigen Jahren auch rückläufiger Konsum bremsten die Motivation, sich allherbstlich unter den Bäumen zu bücken. Most verdient Aufmerksamkeit Direktvermarktung, so dachte Elisabeth Stäheli, wäre eine der Möglichkeiten, um den Absatz von Süssmost und Saft anzukurbeln. Mit einer kleinen Presse wurde eigener Most hergestellt und ab Hof verkauft. Bemühungen, den eigenen Most auch in der lokalen Gastronomie unterzubringen scheiterten jedoch. Andere Wege waren gesucht, denn Elisabeth Stäheli ist überzeugt, dass Apfelsaft mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihm in jüngster Zeit zuteil wird. So entwickelte sich langsam die Idee einer unabhängigen Plattform für Obstsaftgetränke. «Ganz wichtig scheint mir, dem edlen Obstsaftgetränk wieder einen höheren Kulturwert zu geben und in einem ansprechenden Lokal Obstsaftspezialitäten möglichst vieler Produzenten zur Degustation anzubieten», formuliert Elisabeth Stäheli den Grundgedanken der «Mostgalerie am Bodensee», die morgen Samstag feierlich eröffnet wird. Eine alte Kultur wieder entdecken Wenn der Preis fürs Mostobst stimmt, sind die Produzenten motiviert, die Früchte auch zu ernten. Der Feldobstbau, der die Thurgauer Landschaft auch heute noch prägt, hätte eine Zukunft. Doch der Rohstoffpreis kann nur gesichert werden, wenn auch der Absatz der Produkte stimmt. Der Absatz seinerseits kann mit neuen Produkten, Innovationen und Spezialitäten angeregt werden. Von der Mostgalerie am Bodensee sollen alle etwas haben: Die Produzenten, die Verarbeiter und die Konsumenten. Die Galerie soll, so erhofft sich Initiantin Elisabeth Stäheli, zu einer Begegnungsstätte rund um das Thema «Most und Obst» werden und wichtige Hintergründe zum Thema vermitteln. Die Mostgalerie ein heimelig umgebauter Wagenschopf bietet Raum für Degustationen. Die Moste dazu stammen von grösseren und kleineren Verarbeitungsbetrieben aus der Region. Das Angebot wird immer wieder mit Neukreationen bereichert. «Wir erhoffen uns viel von Reisegruppen, die ihren Ausflug mit einem Zvieri oder Apéro in der Mostgalerie krönen», erklärt Elisabeth Stäheli. Daneben sollen in den Räumlichkeiten auch regelmässig öffentliche Anlässen durchgeführt werden, wie etwa Fondueabende im Winter. Mit all den Anläss soll die Botschaft hinausgetragen werden, dass Mosttrinken «in» ist. Die Besucherinnen und Besucher der Galerie sollen Obstsäfte als gesundheitlich hoch stehendes und vielfältiges Produkt kennen lernen. «Wir wollen den Gästen eine feine Art von Mostkultur näher bringen», sagt Elisabeth. Eine Kultur, wie sie noch zu Napoleons Zeiten geherrscht habe, die aber im laufe der Jahrhunderte von der Wein- und Bierkultur verschüttet worden sei. Idee wird vielseitig unterstützt Die Mostgalerie von Elisabeth Stäheli ist bei Verarbeitern und bei Organisationen rund um das Thema Most und Obst auf offene Ohren gestossen. Die Mostereien Thurella, Kobelt, Möhl und Pomdor unterstützen das Projekt. Vereine wie der Thurgauer und der Schweizerische Obstverband stehen ebenso hinter der Mostgalerie wie etwa die Vereinigung Hochstammobstbau Schweiz oder Pro Natura Thurgau. Auch die Interessengemeinschaft Obsthochstammbau um den Bodensee (IOB) und die Bodenseestiftung fördern das Vorhaben. Elisabeth Stäheli versteht die Mostgalerie durchaus als internationales Projekt, das über den Bodensee hinüber ausstrahlen soll. Sie verhehlt auch nicht, dass die Mostgalerie am Bodensee ein ausländisches Vorbild hat: Die Mostgalerie des Stiftes Ardagger im «Mostviertel» in Niederösterreich. Anlässlich eines Besuches der Direktvermarktermesse in Wieselburg vor bald zehn Jahren hat Elisabeth Stäheli erstmals von dieser Art der Produktwerbung gehört. Im letzten Jahr hat sie die auf Birnensäfte spezialisierte Einrichtung erstmals besucht. «Die haben dort fast immer zu wenig Rohstoffe und Produkte», berichtet sie und hofft, dass sie das Gleiche in ein paar Jahren über die «Mostgalerie am Bodensee» sagen darf. (hil) |
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