Ausgabe Nummer 30 (2009)
Viele Besucherinnen und Besucher am Mutterkuhhalterstamm 2009
Der sechste Mutterkuhhalterstamm fand dieses Jahr auf dem Betrieb von Daniela und Ueli Schild in Lengwil-Oberhofen statt. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wagten einen Blick über die Grenze auf einen Mutterkuhbetrieb in Frankreich. Peter Fenner vom Vorstand Mutterkuh Schweiz stellte den Anwesenden den bekannten Limousin-Zuchtbetrieb von Jacky Chateil aus dem Departement Limousin mit rund 200 Muttertieren und 300 Hektaren Grünlandfläche vor. Von Aktualitäten aus der Mutterkuhhaltung berichtete Tony Aufdermauer von Mutterkuh Schweiz, und Hans Ziswiler von der Vianco zeigte die Entwicklung des Marktes auf.
Piemonteser-Rasse als Besonderheit
Der Betrieb der Gastgeberfamilie Schild in Lengwil umfasst 36 Hektaren und 55 Kühe. Rund vierzig Tiere gehören in die Natura-Beef-Produktion, fünfzehn reine Piemonteser werden über einen separaten Kanal als Nischenprodukt vermarktet. Wie die Tiere in der Swiss-Prim-Beef- Produktion werden die Piemonteser mit einem Schlachtgewicht von 300 bis 350 Kilogramm geschlachtet. Das Ziel von Ueli Schild ist, seine Herde auf 60 Tiere auszudehnen.
Ausgeglichene Herden
Peter Fenner erzählte im Anschluss an die Besichtigung der Mutterkuhherde von Ueli Schild von seiner Reise nach Limoges zum Betrieb von Jacky Chateil, einem erfolgreichen Limousin-Züchter. Ziel des Ausfluges im Jahr 2006 war der Import von drei bis vier Limousin-Muttertieren. Für Peter Fenner war dieses Vorhaben eine Neuheit, kaufte er seine Tiere bisher immer an inländischen Auktionen. Die Herde von Jacky Chateil ist in verschiedene Sektionen mit verschiedenen Preiskategorien aufgeteilt. Besonders beeindruckt war Fenner von der Ausgeglichenheit der Herde. «Dies kann nur durch den konsequenten Einsatz eines einzigen Stieres auf eine ganze Sektion erreicht werden», ist der Limousin-Fan überzeugt. Peter Fenner und seine Partnerin kauften in Frankreich vier Tiere. Dabei waren ein ruhiger Charakter und eine gute Milchleistung der Tiere das Hauptentscheidungsmerkmal für einen Kauf. Der Preis der Kühe lag inklusive Importkontingent und Laboruntersuchungen bei rund 6000 Franken pro Tier. Bisher zeigen sich die Kühe in der Schweiz von ihrer besten Seite. Alle haben gekalbt, und den Jungtieren geht es bestens. Bei einem Import von Mutterkühen aus Frankreich muss es sich um Herdebuchtiere handeln. Eine Quarantäne in Frankreich und der Schweiz ist nötig, und man braucht ein Importkontingent.
Beefnet noch im Aufbau
Als Verantwortlicher des Herdebuches bei Mutterkuh Schweiz berichtete Tony Aufdermauer über Aktualitäten seitens Mutterkuh Schweiz. Mitte 2009 zählte Mutterkuh Schweiz 4911 Mitglieder, wobei es sich bei 1200 Betrieben um Herdebuchbetriebe handelte. Im Herdebuch sind 27 verschiedene Rassen mit insgesamt 15 000 Tieren vertreten. Als Neuigkeit durfte Aufdermauer die Kalbfleischproduktion aus der Mutterkuhhaltung, das Natura-Veal, vorstellen. Weiter machte er darauf aufmerksam, dass alle Betriebe die Tierlisten kontrollieren sollen und die Sprungkarten halbjährlich einsenden müssen. Wann die Sprungkarten über das sich noch im Aufbau befindende Beefnet gemeldet werden können, bleibt leider weiterhin unklar. Es soll aber sicher noch in diesem Jahr möglich werden.
Top-Qualität ist gefordert
Hans Ziswiler informierte als Vertretung der Vianco über die Verhältnisse am Markt. Die seit längerer Zeit stabile Preissituation lässt ihn weiterhin optimistisch in die Zukunft schauen. Er weist zugleich darauf hin, dass es weiterhin unerlässlich ist, absolute Topqualität zu produzieren. «Andernfalls haben unsere hohen Marktpreise keine Berechtigung», ist Ziswiler überzeugt.
BBZ Arenenberg, Fabienne Schälchli

