Ausgabe Nummer 34 (2004)

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Viele Vorteile, nicht nur für die Bauern

Motion zum vermehrten Einsatz von Schleppschlauchverteilern
 
Viele Vorteile, nicht nur für die Bauern
 
«Nicht nur die Bauern, sondern auch die Konsumenten, Steuerzahler und Nachbarn profitieren von den Schleppschlauchverteilern». (Bild Archiv)
 
«Thurgauer Bauer»: Was waren Ihre Beweggründe, als Sie diese Motion einreichten?
Ruedi Schnyder: Als Vertreter der Bauern und des Volkes fragte ich mich, wo ich trotz den allgegenwärtigen Sparmassnahmen etwas für uns alle erreichen kann. Mit dieser Motion möchte ich nicht nur etwas für uns Bauern tun, sondern durch die verminderten Geruchsemissionen auch für die Umwelt und die Nachbarn. Bis jetzt sind leider vielfach ähnliche Vorgehen an den Kosten gescheitert.

TB: Wie waren die Reaktionen auf die Motion?
Schnyder: Speziell von der Seite der Politiker erhielt ich überwiegend positive Reaktionen, da die Motion nicht nur Positives für die Bauern bringt, sondern auch für die Steuerzahler und die Konsumenten. Nicht zuletzt profitieren die Nachbarn von den verminderten Geruchsemissionen. Auch die Bauern reagierten positiv auf meinen Vorstoss. Viele von ihnen müssten grosse Investitionen tätigen, um diese Technik umzusetzen. Zudem hat jeder schon die eigene Maschine zum Gülle-Ausbringen zu Hause. Diese sind nicht schlecht, und jeder probiert den optimalen Zeitpunkt zu finden, um die Gülle zu führen. Trotzdem ist es nicht immer einfach, den richtigen Moment zu treffen. Deshalb möchte ich ihnen auf die Sprünge helfen.

TB: Glauben Sie, dass mehr Bauern nach Ihrer Motion auf die Schleppschlauchverteiler umstellen werden?
Schnyder: Natürlich hoffe ich das. Um dies zu vereinfachen, habe ich meinen Forderungen Vorschläge zur Finanzierung beigefügt.

TB: Gab es in anderen Kantonen ähnliche Motionen? Was für Erfahrungen konnten dort gemacht werden?
Der Kanton Baselland förderte die Schleppschlauchverteiler. Zudem gab es Vorstösse in einzelnen Gemeinden, vorwiegend in touristischen Gebieten. So konnten die unangenehmen Geruchsemissionen eingedämmt werden. Als konkretes Bespiel konnte ich mit Bauern aus dem Zürcher Wyland sprechen. Dort wurde vor zwei Jahren eine ähnliche Motion in Kraft gesetzt. Die Bauern dort schwärmten von den schnellen Auswirkungen beim Ertrag, der Flexibilität und der Eindämmung von Stickstoffemissionen durch Einsatz dieser Technik. Sie haben es nicht für möglich gehalten, dass sich die Resultate so schnell zeigen werden. Allgemein war das Echo von allen Seiten sehr positiv. Deshalb möchte ich mit dieser Motion Bauern, die bis jetzt nicht die Gelegenheit hatten, diese Technik einzusetzen, Möglichkeiten öffnen, damit auch sie in den Genuss dieser Technik kommen.

TB: Besten Dank für Ihr Interview! (uhu)
 

Am 11. August legte Ruedi Schnyder, SVP-Kantonsrat und Bauer aus Ellighausen, eine Motion zur Förderung von emissions- und verlustarmer Ausbringung von flüssigen Hofdüngern vor. Dies möchte er durch den vermehrten Einsatz von Schleppschlauchverteilern erzielen. Deren Vorteile sind vielseitig. So gibt es weniger Geruchsemissionen und Futterverschmutzungen, der betriebseigene Stickstoffdünger kann besser ausgenutzt werden, die Ammoniakbelastung für die Umwelt ist geringer, es braucht weniger Kunstdünger, und der Bauer ist bei der Ausbringung zeitlich flexibler. Jedoch sind die Anschaffungskosten sehr hoch. Deshalb möchte Schnyder den Bauern die Finanzierung mit gezielten Massnahmen ermöglichen. So möchte er die Freigabe von zinslosen, rückzahlbaren Investitionskrediten, vor allem zur überbetrieblichen Anschaffung von Schleppschlauchverteilern. Dazu sollen die Landwirte für jeden Kubikmeter verlustmindernd ausgebrachter Gülle einen Beitrag erhalten. Dieser soll aus Mitteln des Kantons oder des Bundes bezahlt werden. Die Bauern sollten die Möglichkeit haben, sich fachlich und administrativ durch das LBBZ Arenenberg und das Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgaus begleiten zu lassen. (uhu/mgt)

 
 
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