Ausgabe Nummer 34 (2010)
Vogelgezwitscher im Kuhstall
Auf dem Hof von Walter Steuble in Siegershausen bauten im Kuhstall Rauchschwalben 32 Naturnester. Steuble zählte im Stall schon über 70 Vögel auf einmal.
In Walter Steubles Kuhstall tönt es wie in einer Voliere. Wenn er am Morgen um fünf Uhr in den Stall gehe, brauche er kein Radio. «Das Gezwitscher der Rauchschwalben kündet mir den Tag an und bietet genügend Unterhaltung», erzählt Steuble. Vor kurzem zählte er 32 Nester. Diese werden von Jahr zu Jahr mehr. An den Wänden, Lampenschirmen, Deckenbalken, Leitungen und sogar im Abluftkamin bauen die Schwalben im Stall bei Walter Steuble ihre Werke. «Wir haben auf beiden Seiten die Stalltüren immer geöffnet, sodass die guten Flieger freie Bahn haben», so Steuble weiter. Dabei sei es auch schon vorgekommen, dass er beim Vorbeifl iegen den Wind vom Flügelschlag spürte. Gerne schaut er den Tieren zu und fi ndet es faszinierend, wie sie Hälmchen für Hälmchen zuerst in den Dreck tunken um dann ihr napfförmiges Lehmnest bauen.
70 bis 80 Rauchschwalben im Stall versammelt
Eine Rauchschwalbe fängt pro Sommer rund 12 000 Insekten. «Dank der guten Jäger brauche ich im Stall keine Insektenbekämpfungsmassnahmen », meint der Landwirt. Die meisten Vögel seien bereits mit der dritten Brut beschäftigt. Im Herbst versammeln sie sich zum Teil im Stall auf dem Gestänge, bevor sie in den Süden ins Winterquartier losfl iegen. Dabei habe Steuble schon 70 bis 80 Vögel gezählt. Er freut sich über seine Untermieter; «Dementsprechend laut ist dann im Stall auch das Gezwitscher». .
Daniela Ebinger
