Vollmilchkalb eine weitere Option?
Ausgabe Nummer 37 (2003)
Vollmilchkalb eine weitere Option?
| Neue Wege für die Schlachtviehvermarktung und die Kalbfleischproduktion | |||
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| Am informativen Anlass, organisiert von der Erzeugergemeinschaft (EZG) Bodenseefleisch AG und der Kommission Viehwirtschaft des TBV, vom Montagabend, im Saal des Gasthauses zum Trauben in Weinfelden wurden die Vorzüge der öffentlichen Märkte thematisiert und das Projekt Vollmilchkalb im Rahmen des M7-Breitenlabels vorgestellt. | |||
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| Hansueli Walser, Präsident der Kommission Viehwirtschaft, sowie Roland Werner und Margrit Wolf von der EZG Bodenseefleisch AG begrüssten die zahlreich erschienenen Produzenten und Händler. Es war ihnen gelungen, Markus Zemp, Präsident der Proviande, und Dominik Marty, Leiter des M7-Service des Migros-Genossenschafts-Bundes, als Referenten zu engagieren. Markus Zemp stellte sein Referat unter das Thema «Machen die öffentlichen Schlachtviehmärkte auch in Zukunft Sinn?». Für ihn liegen die Vorzüge der öffentlichen Märkte klar auf der Hand: Angebot und Nachfrage treffen transparent zusammen, es gibt konstante Preis- und Absatzgarantien. Öffentliche Märkte sind für die Transparenz des Gesamtmarktes wichtig. Gegen die öffentlichen Märkte spreche hingegen der Aufwand der Produzenten und die Tatsache, dass Märkte eine feste Grösse erreichen müssen, damit eine echte Wettbewerbssituation entsteht. Dem wirkt die EZG Bodenseefleisch AG entgegen, indem sie die Transporte und die Vorführung organisiert, wie die Geschäftsführerin in der anschliessenden Diskussion ausführt. In seinen Schlussfolgerungen zog Markus Zemp das Fazit, dass öffentliche Märkte besonders für das Berggebiet geeignet seien aufgrund einer regionalen Konzentration des Angebotes. Weil festzustellen sei, dass die öffentlichen Märkte von den Produzenten derzeit viel zu wenig genützt werden, appellierte Markus Zemp an die Landwirte, sich hier noch vermehrt zu engagieren und die Chancen dieses zukunftsweisenden Instrumentes der Preisbildung zu nützen und nicht dadurch zu vergeben, dass sie ihre Tiere nicht an den Markt bringen. Margrit Wolf schloss sich Zemps Appell an und stellte fest, dass der monatliche Markt in Weinfelden noch zu kleine Auffuhrzahlen aufweist. Die EZG Bodenseefleisch AG, die mit Nutz- und Schlachtvieh handelt, kommuniziert immer wieder auf breiter Ebene, dass öffentliche Märkte einen massgeblichen Beitrag daran leisten, um die Wertschöpfung in der Schlachtviehproduktion der Landwirte nachhaltig zu verbessern. M7 ein Label mit machbaren Anforderungen Das nachfolgende Referat von Dominik Marty unter dem Titel «Projekt Vollmilchkalb» lieferte nützliche Impulse für Betriebe, die sich zu einer Teilnahme am neuen M7-Programm entschliessen. Er betonte, dass das Projekt Vollmilchkalb an sich nichts grundlegend Neues beinhalte: Es handle sich um eine bestehende Produktionsart, die vor allem im Berggebiet angewendet werde. Mit der Schaffung des neuen M7-Programmes, bei dem die «Food Safety» im Vordergrund stehe, will man den Konsumenten vor allem Sicherheit, Transparenz und Genuss vermitteln. Ziel der Migros sei es, das M7-Projekt Vollmilchkalb als ein Breitenlabel mit machbaren Bedingungen für die Produzenten zu lancieren. Beim Projekt Vollmilchkalb gilt Vollmilch (1000 Liter Vollmilch über die Mastperiode) als Basis, das bedeutet eine Kombimast. Hinzu kommt die Anforderung, dass dem Kalb permanent Frischwasser zur Verfügung gestellt wird sowie Heu als Raufutter. Oberstes Ziel: Mengenplanung erreichen Das Projekt Vollmilchkalb stehe ganz im Zeichen der angestrebten «Food Safety», erläuterte Dominik Marty: «Wir müssen die Türen öffnen, um den Konsumenten zu zeigen, wie wir produzieren.» Die Anforderungen in der Kalbfleischproduktion steigen für Produktion und Handel in Zukunft noch stärker. Ziel müsse es sein, dass künftig weniger Medikamente eingesetzt werden. Dazu gehöre auch die doppelte Absetzfrist. Beim Projekt Vollmilchkalb ist auch die Farbe des Fleisches ein «heisses Thema». Auf die Publikumsfrage, wie diese Farbe künftig aussehen müsse, entgegnete Dominik Marty, dass diese zum heutigen Zeitpunkt nicht definiert sei. Sie werde sich aber ganz sicher in einem dunkleren Bereich bewegen als dies heute der Fall ist. Nebst der Heufütterung und der damit verbundenen Fleischqualität (Farbe) stellt auch die nötige Mengenplanung eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten dar. Ein klares Ziel sei es, eine Mengenplanung zu erreichen, die Ausgleich schafft. Die Migros stellt die Leitplanken auf. Innerhalb dieser Leitplanken müssen sich die einzelnen Marktpartner Produzenten, Händler, Schlachtbetriebe finden und miteinander Produktionsvereinbarungen treffen, so Dominik Marty. Im Namen der EZG Bodenseefleisch AG gab Margrit Wolf den Produzenten die Empfehlung mit auf den Weg, dass ein Einstieg ins M7-Programm mit dem Projekt Vollmilchkalb Sinn macht. Sowohl der M7-Service wie auch die Geschäftsstelle der EZG Bodenseefleisch AG (Telefon 052 746 13 65) stehen für Fragen, Informationen und Entscheidungshilfen gerne zur Verfügung. Isabelle Schwander |
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