Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Vom System der ehrenamtlichen Tätigkeit überzeugt

Ausgabe Nummer 4 (2016)

In unserer Serie «persönlich» stellen sich Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft unseren Leserinnen und Lesern vor. Sie beschreiben ihren Alltag, ihre Tätigkeit beim VTL und geben Einblick in ihr persönliches Umfeld. Heute mit Vorstandsmitglied Urban Dörig, 42, Landwirt und Gemüsegärtner aus St. Katharinental.

Zusammen mit seiner Frau Nadine und den Kindern Fabrice 11, Thierry 9 und Julien 7, bewirtschaftet Urban Dörig den Gutsbetrieb des ehemaligen Klosters St. Katharinental in Diessenhofen. Die Ackerkulturen sind auf grosszügigen Flächen angelegt, auch eine Kunstwiese wurde in die Fruchtfolge aufgenommen, um dem Boden wieder etwas zurückzugeben. Angebaut werden Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps, Mais, Konservenerbsen- und Bohnen, Spinat, Chicoréewurzeln, sowie Weizen und Emmer als Saatgut. Rund 15 % sind ökologische Ausgleichsflächen. Da die Böden entlang des Rheins ziemlich leicht und steinig sind, hilft eine Bewässerungseinrichtung, die Erträge zu sichern. Auf den Restflächen, den Weiden an den Abhängen zum Rhein, grasen im Sommer Angus Mutterkühe, und Apfelbäume ergeben alljährlich herrlichen Süssmost.

Im Winter Batterien aufladen
Während von Frühling bis Herbst je nach Wetter die Arbeit auf dem Betrieb den Takt vorgibt, bleibt im Winter mehr Zeit für spontane Arbeiten und Projekte, welche weniger termingebunden sind. So werden beispielsweise alle Maschinen gewartet oder Bestellungen für Saatgut und Hilfsstoffe getätigt. «Die ruhigere Winterphase ist für mich persönlich ganz wichtig », so Dörig. «In dieser Zeit werden die Batterien wieder aufgeladen, damit im Frühling die Felder und Kulturen erneut mit Elan und Motivation gepflegt werden können. Neben mir erfreut sich so auch die ganze Bevölkerung am vielfältigen Wachstum».

Gute Ausbildung ist wichtig
Dem Vorstand des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft VTL gehört Urban Dörig seit 2010 an. Er steht dem Ressort Bildung und Weiterbildung vor. Dazu gehören die Berufsbildungskommission, die Weiterbildungskommission sowie die Kommission Landtechnik. Besonders die Berufsbildung ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. «Wir haben uns stark für unser lineares Modell eingesetzt, mit dem wir nun die nächsten Jahre weiter ausbilden können», so Dörig weiter. «Ebenfalls engagieren wir uns für gute Ausbildungsmöglichkeiten auf tollen Lehrbetrieben, eine positive Berufswerbung sowie den Nachwuchs. Auch die Bildung der Bäuerin ist uns ein Anliegen.» In allen Bereichen arbeitet die Berufsbildungskommission eng mit dem BBZ Arenenberg zusammen. Daneben gehört Dörig auch der Finanzkommission des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft an, engagiert sich in der Arbeitsgruppe Wahlen, der BSK des BBZ Arenenberg und amtet als Präsident von Swiss Angus. Auch bei öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten wie der beef15, oder der Pflüger EM im August 2017 engagiert er sich mit Freude und aus Überzeugung.

Mit Freude dabei
«Ich bringe mich sehr gerne im VTL und in der Gemeinschaft ein, weil ich vom System der ehrenamtlichen Tätigkeit überzeugt bin. Mir ist bewusst, dass das heute nicht mehr selbstverständlich und Zeitknappheit oft ein organisatorisch herausfordernder Faktor ist. Aber man muss sich Zeit manchmal einfach nehmen», ist Dörig überzeugt. «Wir können nicht erwarten, dass sich die Lage für uns Bauernfamilien ohne unser Zutun verbessert. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass mir mein ehrenamtlicher Einsatz immer wieder sehr viel zurückgibt! Nur was ich mit Freude mache, mache ich gut. Und was ich gut mache, gibt mir auch wieder Freude!»

Vertrauen schaffen
So ist es für ihn eine spannende Herausforderung, den Wert der Landwirtschaft der nichtbäuerlichen Bevölkerung zu vermitteln. Gerade im Spannungsfeld der Kosten sei es wichtig, Vertrauen in die heimischen Produkte und die Landwirtschaft aufzubauen. Eine sinnvoll und mit Herzblut betriebene Landwirtschaft auf dem hohen Schweizer Produktionsstandard wird nach wie vor sehr geschätzt von der Bevölkerung. Nur für seine Hobbys würde sich Urban Dörig manchmal gerne etwas mehr Zeit nehmen: Reisen und Jassen. Diese Dinge bleiben meistens etwas auf der Strecke. Denn wenn mal etwas Zeit übrig bleibt, gehört diese seinen Liebsten, seiner Familie.

Auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sehe, kommt die Antwort ohne Zögern: «Als Landwirt in St. Katharinental. »


Daniel Thür










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