Ausgabe Nummer 28 (2005)
Vorstand Thurgauer Bauernverband
Bericht aus der letzten Vorstandssitzung
Vorstand Thurgauer Bauernverband
An seiner letzten Sitzung hat sich der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes neben Fragen zum Marketing schwergewichtig mit den in Diskussion stehenden politischen Themen auseinander gesetzt. Die Agrarpolitik 2011 (AP 2011) und die zur Revision anstehende Raumplanung werden laufend bearbeitet.
Personenfreizügigkeit
Der Thurgauer Bauernverband hat im Frühjahr entschieden, dass er hinter dem Personenfreizügigkeitsabkommen mit den neuen EU-Staaten und den damit verbundenen flankierenden Massnahmen steht. Er sieht es für die Landwirtschaft als absolute Notwendigkeit.
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes hat sich an seiner letzten Sitzung mit Massnahmen zur Unterstützung der Personenfreizügigkeit mit den neuen EU-Staaten befasst. Exponenten des Verbandes werden sich in Artikeln und Veranstaltungen dazu äussern sowie dem Pro-Kommitee beitreten.
Südumfahrung Kreuzlingen und Schnellstrasse im Thurtal
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes hat die Änderungen 2004/Verkehr des Richtplanes schon im Frühling diskutiert und an der letzten Vorstandssitzung den neusten Stand erläutert. Er hält an seinen schon im Vernehmlassungsverfahren geäusserten Grundsätzen fest.
Wenn gebaut wird, sei dies für die Industrie, für das Wohnen oder für Strassen, so wird Kulturland benötigt und der Landwirtschaft entzogen. Der Thurgauer Bauernverband bedauert es, dass jede Sekunde ein Quadratmeter Landwirtschaftsland in der Schweiz verloren geht. Damit wird das Produktionspotenzial der Landwirtschaft kontinuierlich gesenkt. Und damit verschwinden auch kontinuierlich Landwirtschaftsbetriebe.
Auf der anderen Seite anerkennt der Thurgauer Bauernverband, dass die Landwirtschaft ein Teil der Wirtschaft und somit auch mit ihr verflochten ist. Die Landwirtschaft ist auf eine leistungsfähige Wirtschaft angewiesen. Erst diese garantiert, dass der Staat die Ausgaben für gemeinwirtschaftliche Leistungen weiterhin finanzieren kann. Gerade der Kanton Thurgau braucht eine gute Anbindung an das nationale Strassennetz für eine gesunde, wirtschaftliche Entwicklung. In diesem Sinne unterstützt der Thurgauer Bauernverband im Grundsatz den Bau von neuen Strassen, hat aber klar Vorbehalte bezüglich Kulturlandverbrauch.
Der Thurgauer Bauernverband wird sich insbesondere im Abstimmungskampf weder aktiv für noch gegen die Realisierung von T14 und Südumfahrung Kreuzlingen einsetzen. Er fordert aber eine kulturlandschonende Linienführung dieser neu zu bauenden Strassen falls am 25. September das Thurgauer Stimmvolk ja sagt zu zwei Strassen oder einer neuen Strasse.
Betroffene Betriebe dürfen keine Nachteile weder in Hinsicht auf wirtschaftliche noch auf strukturelle Entwicklung erleiden. Die Landwirtschaftsbetriebe der betroffenen Regionen müssen von Strukturverbesserungen profitieren können, das heisst, Massnahmen wie beispielsweise Landumlegungen, welche die Bewirtschaftungsstrukturen verbessern, sind umzusetzen.
Werden Bauvorhaben realisiert, setzt sich der Thurgauer Bauernverband mit allen Mitteln für die Rechte und zum Nutzen der betroffenen Bauernfamilien und ihrer Betriebe ein. Dabei gilt es, die Interessen der Eigentümer und der Pächter durchzusetzen.
Gentechfrei-Initiative
Die Eidgenössische Volksinitiative «für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft» will, dass die schweizerische Landwirtschaft mindestens fünf Jahre gentechfrei bleibt. Diese Zeit des Moratoriums soll für Abklärungen genutzt werden, damit später auf einer fundierten Basis zu diesem Thema Stellung genommen werden kann. Wie der schweizerische Bauernverband hat auch der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes der Initiative und damit dem fünfjährigen Moratorium zugestimmt.
An der letzten Vorstandsitzung des Thurgauer Bauernverbandes wurde mit drei Enthaltungen dem Beitritt des Thurgauer Bauernverbandes zum Thurgauer Pro-Komitee Gentechfrei-Initiative zugestimmt.
