Ausgabe Nummer 12 (2010)

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VTL-Newsletter: Landwirtschaft geht zu den Konsumenten

Der Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL) feiert in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag. Mit einer gediegenen Wanderausstellung stellt sich der VTL der Thurgauer Bevölkerung vor.

 

Bis am kommenden Sonntag haben Konsumentinnen, Konsumenten und Interessierte an der Thurgauer Frühjahrsmesse in Frauenfeld, im Thurgauer Bauernhof, der in der Messe integriert ist, Gelegenheit, an drei Ausstellungssäulen Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart der Thurgauer Landwirtschaft kennen zu lernen, erklärt VTL-Präsident Andreas Binswanger an der Pressekonferenz im Schnuckenstall der Familie Inauen in Matzingen. Bei einer PowerPoint-Präsentation werden die landwirtschaftlichen Themen vertieft. Der VTL wünscht sich, dass die Bauernfamilien mit den Konsumenten über Qualität, Lebensmittelsicherheit und die Zukunft der einheimischen Landwirtschaft ins Gespräch kommen.

 

Junge glauben an die Zukunft in der Landwirtschaft

Für Kantischüler Ralf Altwegg hat die einheimische Landwirtschaft trotz Kostendruck, Liberalisierungstendenzen und Freihandelsabkommen eine intakte Zukunft. Nach seiner Meinung liegt die einzige Möglichkeit, um wirtschaftlich produzieren zu können, in der Rationalisierung und Vergrösserung der Betriebe durch Landzukauf oder -zupacht. Er glaubt, dass weitere sogenannte «Gesundschrumpfungen » stattfi nden werden. Auf politischer Ebene müsse im Fall eines kommenden Freihandelsabkommen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für eine gesetzliche Grundlage gekämpft werden, welche es der Landwirtschaft erlaube, mit gleichen Mitteln wie die EU zu arbeiten. Für Landwirtin Andrea Peter, Weinfelden, die zurzeit ihre Diplomarbeit schreibt, gibt es für die einheimische Landwirtschaft zwei Hauptaufgaben, nämlich die nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung des Kulturlandes und die Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung. Dazu sei eine höhere Wertschätzung der Nahrungsmittel von Bedeutung.

Verband den Anforderungen angepasst

In seiner geschichtlichen Betrachtung erinnerte alt Nationalrat Paul Rutishauser (Verbandspräsident 1977 bis 1988), dass es immer wieder Krisen in der Landwirtschaft gab, welche von den Bauernfamilien gemeistert wurden. Der Bauernverband habe sich immer für eine bessere Aus- und Weiterbildung der Bauern eingesetzt. Produktionsfortschritte durch Kurse und Warenvermittlung haben immer einen hohen Stellenwert gehabt, bekräftigte Rutishauser. Von 1919 bis 1985 habe man gar direkten Einfl uss auf die Politik genommen. Einzigartig sei auch die Schadenverhütung durch Engerlingsbekämpfung, beziehungsweise durch den Pfl anzenschutzfonds. Rutishauser gab auch der Freude Ausdruck, dass der Thurgauer Bauernverband im Jahre 2000 mit Hermine Hascher die erste Frau der Schweiz, als Geschäftsführerin des Thurgauer Bauernverbandes engagierte.

 

Künftig soll die Einfl ussnahme der Bauernfamilien direkter sein

Gemäss Geschäftsführerin Hermine Hascher, VTL, vertritt der Bauernverband die politischen Interessen der Bauernfamilien für eine wirtschaftliche und nachhaltige Produktion. Der VTL setze sich für Dienstleistungen ein, die den Mitgliedern und ihren Familien ermöglichen, kostengünstige, massgeschneiderte Dienstleistungen zu beziehen. Um diese Aufgaben effi zient lösen zu können, habe sich die Thurgauer Landwirtschaft – nicht zum ersten Mal in den letzten 175 Jahren – neu organisiert. Künftig soll die Einfl ussnahme der Bauernfamilien auf das Verbandsgeschäft direkter sein. «Es gilt Doppelspurigkeiten zu vermeiden und die Kräfte zu bündeln», sagte Hascher. Die Wanderausstellung ist unter anderem an verschiedenen Gewerbeausstellungen, an der Wega in Weinfelden und im BBZ Arenenberg, zu besichtigen.

 

Mario Tosato