Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
22. Mai 2020


Wachstum in den Reben, Herausforderungen auf dem Weinmarkt

Ausgabe Nummer 20 (2020)

In den Reben zeigte sich, ausgelöst durch die warme und trockene Phase bis Ende April und die hochwillkommenen örtlichen Niederschläge um den Monatswechsel, ein rasantes Wachstum. Damit einher hat sich nun aber auch der Pilzdruck merklich erhöht und die Pflanzenschutzsaison hat fulminant gestartet. Mit echten Herausforderungen, ausgelöst durch COVID-19 und das Zusammenbrechen des Gastrokanals, sehen sich alle Akteure des Weinmarkts konfrontiert.

Die Reben sind früh dran
Die Entwicklung der Reben ist weiterhin früh, ähnlich früh wie im Trockenheitsjahr 2018, rund eine Woche früher als im letzten Jahr und gut zehn Tage früher als in den eher mittelfrühen Jahren 2016 und 2017. Die Reben befinden sich damit gemäss Fahrplan rund zwei bis vier Wochen, je nach Lage und Sorte, vor der Traubenblüte. Die nun mit dem Beginn der Eisheiligen merklich kühlere Witterung während dieser Woche wird den weiteren Verlauf der Vegetationsentwicklung prägen und damit darüber Aufschluss geben, wie früh der Jahrgang tatsächlich dann auch sein wird.

Heikle Phasen bisher gut überstanden
Die Winzer sind nun alle fleissig daran, die Reben zu erlesen, und die Frostruten können nun alle abgeschnitten werden. Die Reben haben bisher die heiklen Kältephasen gut überstanden und wahrscheinlich werden auch die Eisheiligen heuer ohne Frost vorübergehen. Allgemein beobachtet man einen guten Traubenschuss. Die Reben sind sehr vital. Dank den Niederschlägen seit Anfang Mai und einer guten Nährstoffversorgung sind die Reben startklar für die nun sehr wichtige Wachstumsphase vor der Blüte.

Weinmarkt unter Druck
Die Corona-Krise hat den für viele Winzer sehr wichtigen Gastrokanal praktisch vollständig einbrechen lassen. Schätzungsweise dürften damit rund 30 bis 40 % des Absatzes fehlen. Auch dass am 1. Mai keine Degustationen stattfinden durften, war für viele Winzer sehr schwierig. Aufgrund der grossen Ernten der Vorjahre und der gut gefüllten Keller stimmen die Aussichten auf die kommende Ernte wenig euphorisch. Erfreulich ist aber, dass sich in Folge von COVID-19 neue Kunden für hiesige Weine zu interessieren scheinen. In den nächsten Monaten wird es sich zeigen, mit welchen Konzepten und Massnahmen es der Branche gelingt, die hochwertigen regionalen Weine zu vermarkten und neue Absatzkanäle erschliessen zu können.


Text und Bild: Fachstelle REbbau SH-TG-ZH







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