Ausgabe Nummer 17 (2010)
Wegweiser hilft Bauernfamilien
Die Broschüre Wegweiser des Verbands Thurgauer Landwirtschaft leistet seit sieben Jahren für Bauernfamilien gute Dienste und wurde nun modifiziert.
Die Broschüre Wegweiser für Thurgauer Bauernfamilien ist ein Angebot des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL), betreut durch seine Kommission Soziales. Es handelt sich dabei um ein Merkblatt mit Kontaktnummern der wichtigsten Anlaufstellen speziell ausgerichtet auf die landwirtschaftliche Bevölkerung. Der «Wegweiser des VTL» wurde vor sieben Jahren in Betrieb genommen und nun neu überarbeitet und aktualisiert, erklärte VTL-Präsident Andreas Binswanger an der Pressekonferenz auf dem Flurhof von Erika und Simon Rechberger in Pfyn. Nach Binswangers Anführungen stehen die Bauernfamilien vor sehr grossen Herausforderungen. Viele Thurgauer Betriebe leiden unter ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Ein Drittel sei gefährdet und ein Drittel lebe von seiner Substanz. Die aktuelle Situation stellt den Hausfrieden vieler Bauernfamilien auf die Probe. Die Mehr- und Mehrfachbelastungen gehen an der Psyche vieler Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, ihren Partnerinnen und Partnern, nicht spurlos vorbei. Vielerorts fühlen sich die Menschen in ihrer Situation alleine gelassen, weiss Binswanger aus Erfahrung.
Ein offenes Ohr wirkt manchmal Wunder
Ziel des Angebotes «Wegweiser für Thurgauer Bauernfamilien» sei es, dass sich die Betroffenen schnell zurecht finden und erkennen, welche Vertrauensperson in diesem Fall genau der oder die Richtige sei. «Den ersten Schritt zum Telefon können wir den Bauernfamilien nicht abnehmen und genau darum ist es enorm wichtig, dass sich die Vertrauenspersonen in der Landwirtschaft auskennen», sagte Barbara Scherrer, Präsidentin Kommission Soziales VTL. Ein offenes Ohr wirke manchmal Wunder und helfe über die Ohnmacht hinaus.
Beratungen werden vertraulich behandelt
imon Rechberger, ehemaliger Lehrmeister, erhält vielfach Anfragen bei zwischenmenschlichen Problemen oder wenn Fragen bei einer Pacht oder einer Hofabtretung an die jüngere Generationanstehen. Als neutraler Aussenstehender könne er hinterfragen und festgefahrene Meinungen aufzeigen. Wie Rechberger erklärt, werden alle Beratungen vertraulich behandelt und Weiterweisungen an andere Stellen werden nur mit Zustimmung der Ratsuchenden gemacht. Er meint: «Der erste Schritt zum Telefon muss jedoch jeder selber tun».
Mario Tosato
