Ausgabe Nummer 51 (2004)
Weihnachtsessen
| Ernährung und Rezepte | ||
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Weihnachtsessen
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| Das Weihnachtsessen soll etwas ganz Besonderes sein, so wie das Fest selbst auch. Doch möchte man nicht lange in der Küche stehen, damit man den Abend mit der Familie in vollen Zügen geniessen kann. Ideal ist es, wenn man ein Menü wählt, das sich vorbereiten lässt oder einfach nur wenig Arbeit gibt und doch sehr fein schmeckt und etwas Spezielles ist. Oft hat die Familie auch schon ein traditionelles Weihnachtsmenü, das einfach zum Fest gehört und jedes Jahr zu Weihnachten gekocht wird. Doch hat man vielleicht mal Lust, ein neues Gericht auszuprobieren und die Familie zu überraschen. |
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| Was ist denn ein wirklich traditionelles Weihnachtsessen? Nach dem Ende der Fastenzeit genossen schon die alten Eidgenossen am 25. Dezember ein ausgiebiges Festmahl. Dazu wurden ganz bestimmte Speisen serviert, die je ihre eigene Bedeutung hatten: Fisch als Symbol für Wasser, Leben und Fruchtbarkeit Schwein als Symbol für Geld und Glück Bohnen oder Linsen als Hoffnung auf Wohlstand Äpfel als Symbol für Gesundheit Salz und Brot als «Waffe» gegen den Tod Vom Weihnachtsschwein zur Weihnachtsgans Heute wird vielfach die Weihnachtsgans oder der Weihnachtstruthahn serviert. Diese Tradition stammt aus England und ist mit folgender Legende verknüpft: Am Heiligen Abend des Jahres 1588 war Königin Elisabeth I. gerade zum Abendmahl eine Gans aufgetragen worden, als sie die Nachricht vom Sieg über die spanische Flotte erhielt. Zur Erinnerung an dieses freudige Ereignis soll die Gans seither zum Festtagsbraten ernannt sein. Wie wahr diese Legende auch immer sein mag, vielerorts löste die Weihnachtsgans den Schweinebraten ab, womit man sich früher den Bauch so richtig voll gegessen hat, allerdings erst am 25. Dezember, denn der 24. war im Mittelalter ein strenger Fastentag. Warum das traditionelle Weihnachtsgericht unserer Vorfahren gerade das Schwein war, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen meinten, um diese Zeit waren die Schweine eben schlachtreif, die anderen führen es darauf zurück, dass Eber und Sau heilige Opfertiere waren. Weihnachtsfest wird zum Gabenfest Seit dem 15. Jahrhundert hat sich Weihnachten immer mehr zu einem Gabenfest entwickelt, ursprünglich, damit keiner hungern sollte. Da wurden dann vor allem die Armen und Angestellten bedacht, und auch das Vieh in den Ställen erhielt eine besonders geweihte Portion Futter. Dazu kommt die christliche Tradition des Schenkens aus Freude über das Geschenk Gottes, das er mit der Geburt seines Sohnes Jesus Christus den Menschen gemacht hat. Heute hat sich die Konsumgesellschaft in ihrem alljährlichen Kaufrausch zur Weihnachtszeit sehr weit von diesen ursprünglichen Wurzeln entfernt. Wie feiert man Weihnachten in anderen Ländern? Italien In Italien werden um die Weihnachtszeit verschiedene Feste gefeiert. Am 6.Dezember kommt San Nicola, am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia die Kleinen, am 25. Dezember wird «Il Bambinello Gesu» (Christkind) überall in Italien gefeiert. Wichtiger als der Tannenbaum ist hier die Krippe. In Italien ist Weihnachten ein frommes Fest, ein Familienfest. Viele Italiener fasten am 24. Dezember, nach der Mitternachtsmesse dann gibt es ein Fest, dazu gehört das traditionelle Weihnachtsgericht «pollo al riso» (Huhn mit Reis) und der Weihnachtskuchen «Panetone». Polen Zum Heilig Abend gehören in Polen die Weihnachtsoblaten. Das sind grosse eckige Lebkuchen, meist mit einem aufgeprägten Bild. Tagsüber wird gefastet, und abends kommt die Familie zum Weihnachtsessen zusammen. Nach einer Suppe gibt es meist ein Fischgericht. Ein zusätzliches Gedeck steht auf dem Tisch: für einen Gast, der vielleicht unerwartet kommt. Die Familie versammelt sich bei Kerzenlicht um den Tisch, dann wird das Weihnachtsevangelium vorgelesen. Nun teilen alle ihre Weihnachtsoblaten untereinander und wünschen sich «Frohe Weihnachten». Das Teilen der Lebkuchen ist ein Zeichen dafür, dass die Familie das Leben miteinander teilen will. Es ist eine Geste der Liebe. Holland Viel wichtiger als das Christkind ist für die Kinder in den Niederlanden Sinterklaas. Der bringt am 6. Dezember, begleitet vom «Zwarten Piet» (Esel), seine Gaben. Um ihn freundlich zu stimmen, stellen die Kinder vor seiner Ankunft Wasser und eine Mohrrübe oder Heu für seinen Esel auf den Kamin. Am fünften Dezember wird ein grosser Sack vor die Tür gelegt, den Sinterklaas dann mit seinen Geschenken füllt. England In Grossbritannien wird das Fest am 25. Dezember gefeiert. Am Vorabend hängen die Kinder ihre Strümpfe an den Kamin, denn in dieser Nacht kommt «Santa Claus» mit seinem Rentierschlitten über die Dächer gebraust und wirft die Geschenke durch den Kamin! Der Truthahn gehört neben dem mit Gin und Rum übergossenen brennenden Plumpudding zum traditionellen Weihnachtsessen. Der Mistelzweig ist ein wichtiges Weihnachtssymbol vor allem in England, Schottland und Irland. Damit werden die bösen Geister vertrieben das taten schon die Druiden in vorchristlichen Zeiten, und der Brauch hat sich erhalten vielleicht auch deshalb, weil unter dem Mistelzweig jede/r geküsst werden darf! Frankreich In Frankreich kommt seit über 600 Jahren «Père Noël» und bringt die Gaben in der Nacht zum 25. Dezember wie sein englischer Kollege durch den Kamin. Aus den Weihnachtsfeiertagen machen die Franzosen gerne ein ausgelassenes Fest. Am 25. gibt es traditionsgemäss ein opulentes Mahl, bei dem «Foie Gras» (Gänsestopfleber) als Beginn und «Bûche de Noël» als Abschluss nicht fehlen dürfen. «Bûche de Noël» ist eine holzscheitförmige Buttercremeroulade, deren Ursprung wohl aus dem germanischen «Julklotz» abzuleiten ist. Dieser traditionelle «Weihnachtsklotz» erwärmte früher das Festzimmer. Dabei müssen immer so viele Scheite im Kamin liegen, wie es Familienmitglieder gibt. Norwegen In den nordischen Ländern bezeichnet man Weihnachten als «Julfest». Es geht auf das heidnische Fest zu Ehren des Gottes «Thor» zurück. In Norwegen heisst der einheimische Weihnachtsmann «Julenisse» und ist ein Kobold, der die Geschenke bringt, aber auch für das Glück in Haus und Hof sorgt. Um ihn bei Laune zu halten, bekommt er am Weihnachtstag Reisbrei und Bier vor die Tür gestellt. Früher war es üblich, bis 60 Speisen zum Festmahl zu servieren, und nicht fehlen durfte der Haferbrei, indem eine Mandel versteckt war. Wer diese fand, würde im neuen Jahr heiraten, so hiess es. Heute isst man Reisbrei, meist Rentierfleisch, Kabeljau oder Lachs, Lammrippen und dazu Rotweinpunsch. Rezepte Eine Idee, für ein einfaches, aber raffiniertes Gericht, dass sich gut vorbereiten lässt und zusammen mit Salaten ein feines Festmenü ergibt. Festschinkli im Teig ![]() Für 6 bis 8 Personen Vor- und zubereiten: zirka 1 Stunde Backen: zirka 50 Minuten Zutaten: 1 vorgekochtes Schinkli (zirka 900 g) 2 Esslöffel Senf 1 Ananas (zirka 1,5 kg, ergibt zirka 600 g) zirka 500 g zubereiteter Pizzateig 2 Teelöffel Curry Milch zum Bestreichen Zubereitung: 1. Schinkli längs 3-mal einschneiden, dabei nicht ganz durchschneiden. Schnittflächen mit Senf bestreichen. 2. Von der Ananas Krone, Stielansatz und Schale wegscheiden. Längs halbieren, Strunk entfernen, quer in zirka 1/2 cm dicke Scheiben schneiden, diese in die Einschnitte schieben, Schinkli mit Küchenschnur binden. 3. Teig halbieren, jede Hälfte (auf wenig Mehl) rechteckig (zirka 40 3 50 cm) auswallen, ein Rechteck mit wenig Wasser bestreichen, mit dem Curry bestreuen, zweites Teigrechteck darauf legen, mit dem Wallholz darüberwallen, bis der zweilagige Teig zirka 3 mm dick ist. 4. Schinkli in die Teigmitte legen, an den 4 Ecken je ein keilförmiges Teigstück herausschneiden, für die Garnitur beiseite stellen. Schinkli einpacken, mit den Teigresten garnieren, mit Milch bestreichen, mit einer Gabel mehrmals einstechen. Backen: zirka 40 Minuten auf der untersten Rille des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Dazu passt: verschiedene Salate Lässt sich vorbereiten: Schinkli füllen, in den Teig einpacken, in Gefrierbeutel tiefkühlen. Haltbarkeit: zirka 3 Wochen. Auftauen: zirka 4 Stunden bei Raumtemperatur. Backen: zirka 50 Minuten in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Steht man gerne etwas länger in der Küche oder möchte einfach mal etwas anderes, etwas Besonderes auftischen, dann wäre dieser Menüvorschlag eine Idee, die sich zudem gut vorbereiten lässt!
Felchencocktail Für 6 Personen Vor- und zubereiten: zirka 45 Minuten Zutaten: Sud: 3 dl Weisswein 1 Esslöffel Limettensaft 1 Schalotte, halbiert Petersilienstiel einige weisse Pfefferkörner, zerdrückt 1 Teelöffel Salz 8 kleine Felchenfilets (je zirka 80 g) Sauce: 180 g Saucenrahm 180 g Joghurt nature 3 Esslöffel Ketchup 1 Esslöffel Tomatenpüree 1 Esslöffel Thurgados 1 Bund Schnittlauch oder Petersilie, gehackt Salz, nach Bedarf 1 Messerspitze Cayennepfeffer einige Salatblätter (zum Beispiel Lollo) 1 Limette, in Scheiben Zubereitung: Sud: 1. Wein und Limettensaft mit den restlichen Zutaten in einer weiten Pfanne aufkochen. Bei kleiner Hitze zirka 15 Minuten köcheln, absieben, in die Pfanne zurückgiessen. 2. Fisch quer in zirka 3 cm breiten Streifen schneiden, in den Sud geben, zugedeckt knapp unter dem Siedepunkt ca. 3 Minuten ziehen lassen, im Sud auskühlen. Sauce: Alle Zutaten bis und mit Schnittlauch gut verrühren, würzen. Servieren: Salatblätter auf Teller verteilen, Fischstreifen darauf anrichten, Sauce darüber verteilen, mit Limettenscheiben und Dill garnieren. Dazu passt: Brot oder Toast Lässt sich vorbereiten: Fischfilets bereits pochieren und Sauce und Salat richten. Vor dem Essen Fisch im Sud leicht erwärmen, anrichten. Gefüllte Schweinsfilets mit Tomatenrahmsauce ![]() Für 6 Personen Vor- und Zubereitungszeit zirka 40 Minuten Niedergaren: 11/2 bis 2 Stunden. Zutaten: Filets: 2 Schweinsfilets (je zirka 400 g) 100 g in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten, abgetropft 3 EL Olivenöl 2 EL Pinienkerne 1 Knoblauchzehe, gepresst 1/2 Bund Petersilie 1/4 TL Salz 8 Tranchen Rohschinken Öl zum Anbraten Sauce: 1 EL Butter 2 Schalotten, fein gehackt 3 EL Tomatenpüree 2 dl Weisswein 2 dl Fleischbouillon 3,6 dl Saucenhalbrahm 1/2 Bund Petersilie 1 TL Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle Zubereitung: Filets: 1. Filets: zirka 1 Stunde vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen, längs zirka 3 cm tief einschneiden, sodass sie an beiden Enden noch zusammenhalten. Ofen auf 80 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen. 2. Füllung: Alle Zutaten bis und mit Petersilie fein pürieren, salzen. 3. Vorbereitete Filets mit Rohschinken auslegen, die Füllung daraufgeben, Filets mit Zahnstochern im Abstand von zirka 2 cm verschliessen. (Zahnstocher vorher zirka 1/2 Stunden wässern) 4. Küchenschnur kreuzweise satt um die Zahnstocher binden, Enden verknüpfen. 5. Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Filets nacheinander zirka 5 Min. anbraten, erst wenden, wenn sich eine Kruste gebildet hat. Auf die vorgewärmte Platte legen, Fleischthermometer an der dicksten Stelle des Fleisches einstecken. Niedergaren: 1 1/2 bis 2 Stunden in der Mitte des vorgeheizten Ofens, die Kerntemperatur sollte zirka 65 Grad betragen. Die Filets können anschliessend bei 60 Grad zirka 1 Stunde warm gehalten werden. Sauce: 1. Butter warm werden lassen, Schalotten und Tomatenpüree andämpfen. 2. Wein und Bouillon dazugiessen, aufkochen, auf die Hälfte einkochen, Reduktion absieben, in die Pfanne zurückgiessen. 3. Saucenhalbrahm unter Rühren beigeben, aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 10 Minuten köcheln. 4. Petersilie hacken, beigeben, würzen. Servieren: Filets in zirka 2 cm dicke Tranchen schneiden, etwas Sauce auf den vorgewärmten Tellern verteilen, 3 bis 4 Tranchen darauf anrichten, restliche Sauce dazu servieren. Hinweis: Gewässerte Zahnstocher lassen sich besser ins Fleisch einstechen und saugen zudem weniger Fleischsaft auf. Lässt sich vorbereiten: Filets einen Tag im Voraus füllen und binden, zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Joghurt-Quarktorte mit Birnen ![]() Für 6 bis 8 Personen Vor- und zubereiten: zirka 1 Stunde. Kühl stellen: zirka 4 Stunden für einen Springformring von zirka 24 cm Ø, mit Klarsichtfolie überzogen, auf eine Tortenplatte gestellt Zutaten: Boden: 180 g Vollkornzwieback 80 g Butter, flüssig, abgekühlt 2 Esslöffel Zucker 5 Esslöffel kaltes Wasser Füllung: 500 g Joghurt nature 300 g Rahmquark 75 g Zucker 1 Zitrone, nur abgeriebene Schale 3 reife Birnen (zum Beispiel Williams) 50 g Schokolade 8 Blatt Gelatine 1,8 dl Rahm Verzierung: 1 reife Birne (zum Beispiel Williams) wenig Zitronensaft 1dl Rahm zirka 50 g Schokolade Zubereitung: Boden: 1. Zwieback in einen Plastikbeutel geben, mit dem Wallholz zerkrümeln. 2. Butter, Zucker und Wasser beigeben, mischen. 3. Zwiebackmasse auf dem vorbereiteten Tortenplattenboden verteilen, mit einem Löffelrücken gut andrücken, kühl stellen. Füllung: 1. Joghurt, Quark, Zucker und Zitronenschale in einer Schüssel verrühren. 2. Birnen grob raffeln, darunterrühren. 3. Schokolade an der Bircherraffel reiben, beigeben. 4. Gelatine zirka Minuten in kaltes Wasser einlegen, abtropfen, mit zirka 3 EL siedendem Wasser auflösen, mit wenig Joghurtmasse verrühren, unter die restliche Masse rühren. Masse kühl stellen, bis sie am Rand leicht fest ist, glatt rühren. Rahm steif schlagen, darunterziehen. Masse in die vorbereitete Form geben. 5. Zugedeckt im Kühlschrank zirka 4 Std. fest werden lassen. Springformring entfernen. Verzierung: 1. Birne in feine Schnitze schneiden, mit wenig Zitronensaft beträufeln. 2. Rahm steif schlagen, in einen Spritzsack mit gezackter Tülle (10 mm Ø) füllen. 3. Schokolade in Späne hobeln. 4. Torte mit Birnenschnitzen, Rahmrosetten und Schokoladespänen verzieren. Lässt sich vorbereiten: Torte 1 Tag im Voraus zubereiten, kurz vor dem Servieren garnieren. LBBZ Arenenberg, Hauswirtschaftliche Bildung, Marianne Barth |
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