Ausgabe Nummer 10 (2009)

zurück zur Übersicht

Weinbaubranche will sich dem VTL anschliessen

Hauptversammlung Thurgauer Weinbauverband mit Weinbautagung in Tänikon

An ihrer Hauptversammlung wurde der Thurgauer Weinbauverband aufgelöst und der Branchenverband Thurgau Wein gegründet. Dieser wird sich voraussichtlich dem neuen Verband Thurgauer Landwirtschaft anschliessen.

«Die Thurgauer Weine Blauburgunder und Spezialitäten des Jahrgangs 2008 müssen wir nicht verstecken. Der ?2008- er? zählt zu den fünf besten der vergangenen 50 Jahre», begrüsste Präsident Othmar Lampert rund 50 Stimmberechtigte und Gäste zur Hauptversammlung mit anschliessender Weinbautagung des Thurgauer Weinbauverbands. Im Hinblick auf die AP 2011, wonach es mit der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin noch drei Weinbauregionen gebe, habe der Vorstand geprüft, den Thurgauer Weinbauverband aufzulösen und einen Branchenverband Thurgau Wein zu gründen. Der Branchenverband Thurgau Wein will die Produktion und die Weinwirtschaft im Thurgau technisch und wirtschaftlich fördern und die weinwirtschaftlichen Interessen wahren. Er nimmt die Interessen aller Traubenproduzenten, Kelterungsbetriebe und des Thurgauer Weinhandels auch in der Werbung wahr.
Der Auflösung des bisherigen Verbandes und der Gründung des Branchenverbands Thurgau Wein wurde ohne Gegenstimme zugestimmt. Umstritten war hingegen der Antrag des Vorstandes betreffend Werbebeitrag für die Swiss Wine Promotion. Schliesslich einigten sich die Stimmberechtigten auf einen Beitrag von Franken 1.50 je Hektoliter für Handel, Selbstkelterer und Lohnkelterer.

VTL stärkt dem Weinbau den Rücken
Dem Vorstand des Branchenverbands gehören Othmar Lampert als Präsident, Nicole Haag, Karin Lenz, Michael Polich, Hans-Peter Wägeli, Max Wellauer und neu Michael Burkhard und Markus Müller an. Laut Lampert befürwortet der Vorstand eine Fusion mit dem neuen Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL). Am 14. Mai soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung darüber abgestimmt werden. Kommt die Fusion zustande, wird der Branchenverband als Fachkommission an den VTL übergehen. In ihrem Referat stellte Hermine Hascher, Geschäftsführerin VTL fest: «Der Verband Thurgauer Landwirtschaft stärkt mit der ganzen geballten Kraft der Thurgauer Landwirtschaft dem Thurgauer Weinbau den Rücken, indem seine Anliegen direkter und wirkungsvoll vertreten werden.»

Weinwegweiser im ganzen Kanton
Wie Hans-Peter Wägeli und Karin Lenz berichteten, werden am 1. Mai in 15 Weinbaubetrieben im Thurgau die Kellertüren für Interessenten, Konsumenten und Weinliebhaber geöffnet. Die besten «Müller Thurgau»-Weine aus dem Kanton Thurgau werden an der Frühjahrsmesse prämiert. Nach den guten Erfahrungen mit Weinwegweisern in Weinfelden und am Ottenberg soll das Projekt auf weitere Gebiete im Thurgau ausgedehnt werden. Laut Bruno Hugentobler, Leiter der Fachstelle Obst- und Rebbau am BBZ Arenenberg, haben sich im Thurgau 114 Betriebe für AOC (geschützte Ursprungsbezeichnungen) angemeldet. Für diese Ursprungsbezeichnungen gelten strenge Regeln. AOC werde von den Konsumenten zunehmend geschätzt, stellte Hugentobler fest.

Mario Tosato


PIWI-Rebsorten ? eine Herausforderung für den Weinbau
In den Thurgauer Rebbergen werden über 50 verschiedene Rebsorten angebaut. Die meisten dieser Sorten werden als sortenechte Weine gekeltert und erscheinen mit ihrem Sortennamen auf dem Markt. Andere werden als Verschnittweine den bekannten Weinsorten beigemischt oder als Cuvée-Wein auf den Markt gebracht.
Die Bezeichnung PIWI steht für pilzwiderstandsfähige Sorten. Der Referent Valentin Blattner, selber Rebenzüchter und Weinbauer, hat an der Weinbautagung in Tänikon die Züchtungsziele von neuen Sorten erklärt und festgestellt, dass die ökologischen Züchtungsziele immer noch zu wenig berücksichtigt werden. Nebst den agronomischen, önologischen und ökonomischen Züchtungszielen gilt es, Reben zu züchten, die mit möglichst wenig Hilfsstoffen zu guten Trauben heranreifen und als hervorragende, attraktive und exklusive Weine den Konsumenten angedient werden können. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue Sorte Cabernet Jura, die in der anschliessenden Verkostung sehr gelobt wurde.
Bruno Hugentobler


Das neue Logo des Branchenverbandes
Thurgauer Wein. (tos)
Das neue Logo des Branchenverbandes Thurgauer Wein. (tos)