Ausgabe Nummer 7 (2005)

zurück zur Übersicht

Weinbauverband sucht den Thurgauer Weingott

Thurgauer Weinbauern befassen sich mit der neuen Promillegrenze
 
Weinbauverband sucht den Thurgauer Weingott
 
Mit gezielten Werbemassnahmen soll der Thurgauer Weinabsatz nachhaltig gefördert werden. Ähnlich wie die Apfelkönigin soll Bacchus, der Thurgauer Weingott, für die edlen Thurgauer Weine werben.
 
 
Im Thurgau zählen die Pinot-Noir-Weine zu den herausragenden Weinen (siehe Kasten). Edi Fankhauser, Peter Egloff, Peter Kummer, Stadtammann Amriswil und Hans-Peter Wägeli (von links) freuen sich über den guten Verlauf der Thurgauer Weinbautagung.
 
In seinem Jahresbericht sprach Peter Egloff, Präsident Thurgauer Weinbauverband (TVW), an der Hauptversammlung im Schloss Hagenwil vom Freitag letzter Woche, von den unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen während der Vegetation der Trauben. In einigen Rebbaugebieten wurden Hagelschäden von nahezu 90 Prozent der Traubenernte registriert. Trotz allem ist Egloff mit der Menge sowie den 88,1 ° Öchsle beim Blauburgunder und 76,3 ° Öchsle beim Müller-Thurgau zufrieden. Der Jahrgang 2004 reife nun zu einem hervorragenden Wein.

Abklärungen um Weinkeller
Sorgen bereitet den Verantwortlichen nach Egloffs Angaben der Thurgauer Weinkeller Felsenburg in Weinfelden. Für den TWV sei der finanzielle Aufwand zu gross, auch profitieren in erster Linie die Winzer aus der Umgebung von Weinfelden. Das Pächterpaar erwirtschaftete einen Stundenlohn von unter 5 Franken. Verhandlungen mit der Besitzerin, den Mietzins zu reduzieren, seien gescheitert. In der Zwischenzeit wurden mit dem Pächter des Gasthofes zum goldenen Kreuz in Frauenfeld Verhandlungen geführt, die neue Perspektiven zeigen. Auch in Weinfelden, Amriswil und Arbon werde nach neuen Möglichkeiten gesucht. Der Vorstand liess sich die Kompetenz erteilen, bei erfolgreichen Verhandlungen und einem neuen Projekt den jetzigen Mietvertrag des Weinkellers Felsenburg zu kündigen.

Thurgauer Weingott
Laut Auftrag müsse die Werbekommission TWV die Qualitätsweine der Bevölkerung näher bringen, um eine nachhaltige Umsatzsteigerung zu erzielen, erklärte Hans-Peter Wägeli, Präsident der Werbekommission. Neben bewährten Auftritten an den Pferderenntagen in Frauenfeld, der Thurgauer Frühjahrsmesse Schlaraffia, Tage der offenen Kellertüren werde man die Thurgauer Weine im laufenden Jahr im Säntispark Abtwil und während des Eidgenössischen Schützenfestes in Frauenfeld präsentieren. Nach Wägelis Vorstellungen sollen die Thurgauer Weine demnächst von Bacchus, dem Thurgauer Weingott, repräsentiert werden. Gesucht wird eine Persönlichkeit mit ansprechender Erscheinung, Ausstrahlung, Charme und Kommunikationsfähigkeit. Der Thurgauer Bacchus soll alle zwei Jahre an einem Herbst- oder Dorffest gekrönt werden.
Bruno Hugentobler, Leiter Fachstelle Obst- und Rebbau, LBBZ Arenenberg, und Urs Schneider, Stellvertretender Direktor Schweizerischer Bauernverband, orientierten über die agrarpolitischen Herausforderungen und die Auswirkungen auf den Weinbau. Werner Siegfried, Acroscope FAW Wädenswil, sprach zum Thema «Auftreten und Bekämpfung der Krankheiten im Rebbau».

Mario Tosato
 

Pinot Noir, die Königin der Weintrauben
Zur zweiten Weinprämierung des Thurgauer Weinbauverbands (TWV) reichten 34 Winzer und Selbstkelterer 80 Weine der Sorte Pinot Noir ein. Die Prämierung der besten Pinot-Noir-Weine findet am 10. März an der Schlaraffia statt. Nach der erfolgreichen Weinprämierung der Sorte «Müller-Thurgau» im letzten Jahr, führte der Thurgauer Weinbauverband (TWV) letzten Dienstagabend im Felsenkeller Weinfelden erneut eine Sichtung von Thurgauer Weinen durch. Zur Prämierung zugelassen sind Pinot Noir normale Kelterung, Pinot Noir Spätlese und Pinot Noir mit Barrique-Ausbau.
Die Pinot-Noir-Weinprämierung soll über die Vielfalt und den Qualitätsstand der Thurgauer Weine orientieren. Sie soll gleichzeitig auch eine Standortbestimmung der einzelnen Kelterer sein und zur Förderung der Qualität beitragen. Die technische Leitung der neutralen Jury liegt wie im Vorjahr bei Ernst Schläpfer, dem ehemaligen Rebbaukommissär des Kantons Baselland. Am 10. März, dem Eröffnungstag der Wein- und Gourmet-Messe Schlaraffia in Weinfelden, werden die Weine ausgezeichnet. Während der ganzen Veranstaltung werden die Pinot-Noir-Weine aus dem Thurgau der Öffentlichkeit vorgestellt. tos

 

Neue Promillegrenze
Ziel der Herabsetzung der Promillegrenze auf 0,5 Promille sei die Verminderung der Verkehrs- und Todesfälle. Die neue Promillegrenze sei vom Gesamtbundesrat beschlossen worden. Die Kantonspolizei sei lediglich für die Umsetzung verantwortlich. Wie Fankhauser erklärte, wird im Kanton Thurgau keine Jagd auf Alkoholsünder gemacht. «Wir lauern auch nicht auf», betonte Edi Fankhauser der Stellvertretende Chef Verkehrspolizei. Die Qualität der Kontrolle bleibe ungefähr gleich, doch werde dem FiaZ (Fahren in angetrunkenem Zustand) und Fahren unter Drogeneinfluss eine grössere Beachtung geschenkt. An Wochenenden werden künftig die Verkehrskontrollen auf Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen ausgerichtet. Auch hoffen die Verantwortlichen auf eine präventive Wirkung. (tos.)

 
 
top     schliessen