Ausgabe Nummer 35 (2007)

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Weiterbildungstag der KVA Thurgau in Güttingen

Feuerbrand und Grüngutverwertung

Gemeindevertreter sowie Thurgauer Kompost- und Gärgutproduzenten befassten sich am Weiterbildungstag des Verbands KVA Thurgau mit Qualitätskompost und den Gefahren der Verschleppung von Pflanzenkrankheiten über Kompost.

Rund 50 Vertreter von Gemeinden sowie Thurgauer Kompost- und Gärgutproduzenten trafen sich zu einem Weiterbildungstag des Verbands Kehrichtverbrennungsanlage KVA Thurgau. Hermann Brenner, Leiter Fachstelle Pflanzenbau, Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg, zeigte dabei an Beispielen von Feuerbrand und Ambrosia die Gefahren der Verschleppung von Krankheiten über Kompost. Richtiges Verhalten beim Umgang mit Krankheitserregern und Problempflanzen setze voraus, dass die Prozesse während der Kompostierung bekannt seien.

Sicherheit bei der Entsorgung
Als beste und sicherste Entsorgung von vom Feuerbrand befallenen Bäumen, Ästen und Laub nannte Brenner das sofortige Verbrennen möglichst vor Ort. Dies gelte auch für Hochstammbäume. Die Feuerstellen müssen ausserhalb von Siedlungen sein. Es sei auf kurze Transportwege zu achten. Beim Transport müsse das Material abgedeckt werden. Brenner betonte, dass bei Rückschritt das Pflanzenmaterial nicht liegen gelassen werden darf. Wichtig sei auch die Desinfizierung der Geräte. Vom Feuerbrand befallenes Pflanzenmaterial dürfe nicht in den Gartenkompost und nicht in die Feldrandkompostierung gegeben werden. Auch Ambrosia und Problempflanzen wie Japanknöterich, Kanadische Goldrute, Riesenbärenklau und andere mehr sollten nicht im Kompost entsorgt, sondern dem Hauskehricht mitgegeben werden. Brenner machte darauf aufmerksam, dass die Verschleppung von Krankheiten bei mehrjährigen Pflanzen auch durch Wurzeln und Rhizome erfolgen.

Hochwertiger Kompost
In seinem Grusswort stellte Jürg Hertz, stellvertretender Leiter Amt für Umwelt fest, dass im Thurgau rund 51 000 Tonnen Grüngut und Kompost anfalle, was neue Player auf den Plan rufe. Mit einem Fragebogen wolle das Amt die Bedürfnisse der Gemeinden abklären. Corinne Gubler, Abfallberatung, Verband KVA Thurgau, informierte über das Qualitätsmanagement in der Grüngutverwertung. Damit sollen der Grundstein für hochwertigen Kompost gelegt und die Abfallströme richtig kanalisiert werden. Die Gemeinden sollen eine umfassende Grüngutdienstleistung anbieten und werden dabei von der KVA unterstützt. Bei der Grüngutverwertung stehen Kompostierung, Vergärung durch Biogasanlagen, Energieschnitzelanlagen und Gärgutaufbereitung im Zentrum. Jacques Fuchs, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL), Frick, sprach über neue Erkenntnisse zur Kompostierung und Vergärung. Thematisiert wurde die Kompostqualität in Zusammenhang mit Bodenfruchtbarkeit. Zum Abschluss des Weiterbildungstages stellte Landwirt Kurt Henauer auf seinem Betrieb verschiedene Komposte, Gärgut, Kompostproduktion und den Komposteinsatz vor.

Mario Tosato


Informationen von Fachleuten (v.l.): Kurt Henauer, Corinne Gubler, Adrian Leutenegger, Hermann
Brenner und Jacques
Fuchs. (tos)
Informationen von Fachleuten (v.l.): Kurt Henauer, Corinne Gubler, Adrian Leutenegger, Hermann Brenner und Jacques Fuchs. (tos)