Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Weiterentwicklung der Vielfalt und Qualität der Kulurlandschaft

Ausgabe Nummer 40 (2014)

Landschaftsqualitäts-Beiträge

Kürzlich erfolgte die Gründungsversammlung des Vereins Landschaftsqualität Hinterthurgau- Immenberg.

Michael Glauser, Landwirt aus Stettfurt, führte im Restaurant Frohsinn in Wängi durch die Gründungsversammlung, an der 22 Stimmberechtigte und Gäste teilnahmen. Christian Eggenberger, Leiter Beratung am BBZ Arenenberg, betonte in seinem Kurzreferat, dass die Landschafts-Qualitätsmassnahmen ein freiwilliges Engagement beinhalten mit der Möglichkeit, das Erbringen von Landschaftsleistungen in Wert zu setzen. Der Projektbericht soll Anfang Oktober 2014 an den Bund, beziehungsweise das BLW, eingereicht werden. Er sei zuversichtlich, dass das eingereichte Projekt mit einem konkreten Massnahmenkatalog vom Bund genehmigt wird. Mit der Beantwortung sei voraussichtlich im Februar 2015 zu rechnen. Landwirt Peter Schweizer informierte über das LQProjekt Hinterthurgau-Immenberg und den Stand in der Umsetzung des LQ-Projekts Mittelthurgau. Er führt die Geschäftsstelle des bereits bestehenden Vereins Landschaftsqualität Mittelthurgau. Der Verein Hinterthurgau-Immenberg werde analog dem Beispiel des LQ-Vereins Mittelthurgau aufgebaut und die Mitglieder können die Vorteile eines bereits bestehenden Beratungskonzepts nutzen. Peter Schweizer betonte, er beziehe in die Beratungsangebote die Gemeinden mit ein. Er ist bestrebt, bei der Umsetzung von Massnahmen die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Landwirten zu fördern.

Vorstand gewählt
Kleingruppen können die Beratung der Geschäftsstelle kostenlos beanspruchen (Beratung per Telefon/E-Mail ist auch kostenlos); Einzelberatungen auf den Betrieben hingegen sind kostenpflichtig. Nach einem informativen Einführungsteil folgte die Wahl des Tagespräsidenten. Jakob Hug schlug der Versammlung Michael Glauser als Tagespräsident vor, da dieser bereits im Projektteam gute Arbeit geleistet habe. Die Statuten wurden einstimmig angenommen. Hingegen wurde der Antrag der Gemeinde Fischingen um die Aufnahme des Zusatzes «... es werden keine wiederkehrenden Beiträge erhoben» einstimmig abgelehnt. Wichtigstes Traktandum bildete die Wahl des Vorstands, des Präsidenten, von zwei Rechnungsrevisoren und einem Suppleanten. Einstimmig wurden Michael Glauser als Präsident sowie Felix Bruderer, Jakob Hug (als Bindeglied zum Verband Thurgauer Landwirtschaft), Andreas Meister und Marcel Schneider als Vorstandsmitglieder gewählt. Als Revisoren wurden Jörg Fillinger und Karl Stadler sowie Jürg Sprenger als Suppleant gewählt. Michael Glauser präsentierte das Budget des Vereins LQ-Hinterthurgau-Immenberg: Für die Geschäftsstelle wird im ersten Jahr ein höherer Aufwand beziffert, da die Beratungsintensität zunächst höher sein wird. Die Finanzierung läuft nur über die Mitgliederbeiträge der Landwirte.

Vorhandene Strukturelemente erkennen
Michael Glauser dankte den Mitgliedern der Projektgruppe für deren geleistete Vorarbeiten, die eine reibungslose Vereinsgründung ermöglichten. Er informierte, dass ab 29. September 2014 unter www. landschaftsqualitaet-tg.ch weitere Informationen einsehbar sind. Unter «Allgemeines und Umfrage» stellten Landwirte Fragen zu Landschaftsqualitätsmassnahmen und dazu, wie der einzelne Betrieb diese optimal umsetzt. Christian Eggenberger und Michael Glauser meinten, dass die Betriebe meist bereits über genügend Strukturelemente verfügen. Es sei empfehlenswert, die Infoanlässe im nächsten Jahr zu besuchen und wenn nötig die Beratung durch den jeweiligen Verein in Anspruch zu nehmen. «So müsste es allen möglich sein, Landschaftsqualitätsbeiträge zu realisieren», meinte Michael Glauser. Auf seinem Betrieb könne er einige Massnahmen anmelden, ohne betrieblich etwas zu verändern. Strukturreiche Wiesen und Weiden sind vorhanden sowie vielfältige Grünlandtypen/Fruchtfolge, farbige und spezielle Hauptkulturen. Im Rebbau fördere er die Naturvielfalt durch Begrünung. «Ebenfalls anrechenbare Massnahmen sind meine Hochstamm-Obstbäume, Feld- und Nussbäume sowie Hecken und Bachufergehölze, ein Saum entlang von gestuftem, aufgewertetem Waldrand mit angrenzender Biodiversitätsfläche sowie Wanderwege. Mit wenig Aufwand lässt sich die Beimischung der Ackerbegleitflora, Blumenstreifen am Ackerrand sowie blumenreiche Wegrandstreifen im Wiesland fördern.»


Isabelle Schwander




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