Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Weiterentwicklung des Betriebshelferdienstes im Kanton Thurgau

Ausgabe Nummer 42 (2014)

Die Diplomarbeit «Untersuchung des Betriebshelferdienstes im Thurgau» von Ralf Hahn fasst die aktuelle Situation des Betriebshelferdienstes zusammen und zeigt Lösungsvorschläge auf, um die Einsätze für die Betriebshelfer attraktiver und für die Landwirte trotzdem finanzierbar zu gestalten.

Es kann jeden treffen, dass eine Krankheit oder ein Unfall den Betriebsleiter zu 100 Prozent arbeitsunfähig macht. Dies zeigt auch die Umfrage, welche diesen Frühling bei den Thurgauer Landwirten im Rahmen der Diplomarbeit durchgeführt wurde. 64 Prozent aller Befragten waren schon einmal in dieser Situation und mussten einen Ersatz für sich selber suchen. Sind Sie auf Ihrem Betrieb darauf vorbereitet? Wissen Ihre Angehörigen, wo im Notfall eine Hilfe zur Verfügung steht?
Der Betriebshelferdienst wird nicht nur für Notfälle eingesetzt. Auch bei Arbeitsspitzen oder für Kurzurlaube kann ein Betriebshelfer eine sehr gute Alternative sein.
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Thurgauer Verband für Landwirtschaft VTL, dem Maschinenund Betriebshelferring Thurgau, den Thurgauer Landfrauen, dem Landwirtschaftsamt und der Betriebsberatung ist bestrebt, den Betriebshelferdienst im Kanton Thurgau so zu optimieren, dass er den neuen Gegebenheiten in der Landwirtschaft angepasst werden kann.

Betriebshelferfonds vorgesehen
Dieses neue System soll durch einen Betriebshelferfonds finanziert werden. Gemäss Umfrage und Berechnungen ist die Schaffung eines Betriebshelferfonds die beste und sicherste Variante, um den Betriebshelferdienst im Thurgau längerfristig sicherzustellen. Dieser Fonds wird durch die Landwirte getragen und nur für Betriebshelfer eingesetzt. Für eine Beteiligung an diesem Fonds wird ein jährlicher Mitgliederbeitrag verrechnet.
Die Vorteile für Landwirte liegen darin, dass sie von vergünstigten Stundentarifen bei Unfall, Krankheit, Erholungsaufenthalten und Todesfall profitieren. Betriebshelfer können so angefordert und eingesetzt werden, ohne dass die Existenz des Betriebes gleich in Frage gestellt werden muss.
Auch für die Betriebshelfer verändert sich die Situation. Sie profitieren von einer angemessenen, guten Entlöhnung ihrer Einsatzstunden, und in gewissen Fällen kann auch eine Festanstellung erfolgen. Vorgesehen sind auch Weiterbildungen und Schulungen, damit die Betriebshelfer für die jeweiligen Einsätze bestens vorbereitet sind.
Die Arbeitsgruppe erarbeitet nun alle Details des neuen Konzeptes mit dem Ziel, dieses 2015 umsetzen zu können.
Die Teilnehmer der Umfrage über den Betriebshelferdienst der Thurgauer Landwirte nahmen gleichzeitig an einem Wettbewerb teil. Die MBR Thurgau AG bedankt sich bei allen Umfrageteilnehmern für die Retournierung der Fragebogen. Die Situation der Thurgauer Landwirtschaft konnte nur Dank diesen umfangreichen Angaben genau evaluiert werden.

Die Preisgewinner:
1. Preis: Hans-Ulrich Gsell, Sitterdorf
2. Preis: Hans Engeli, Friltschen
3. Preis: Martin Neukomm, Bornhausen


Ralf Hahn,
MBR Thurgau AG




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