Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Weiterhin Wachstum bei den Herdebuchtieren

Ausgabe Nummer 4 (2016)

Delegiertenversammlung Swiss Herdbook Ost

In Henggart tagten die Delegierten von Swiss Herdbook Ost. Während in anderen Regionen die Zahl der Herdebuchtiere abnimmt ist sie im Verbandsgebiet erneut gewachsen.

In diesem Jahr durfte die Swiss Herdbook Ost das Gastrecht der Viehzuchtgenossenschaft Dägerlen für ihre Delegiertenversammlung beanspruchen. Diese 1913 von 49 Mitgliedern mit 63 Kühen gegründete Genossenschaft hat eine bewegte Geschichte erlebt, wie deren Präsident Christian Grossniklaus ausführte. Für den ersten im Gründungsjahr gekauften Zuchtstier mussten 4000 Franken aufgewendet werden. 1965 wurden die ersten Kühe künstlich besamt. 2008 traten nach Auflösung der VZG Hettlingen 6 Züchter Dägerlen bei. «Heute sind wir noch 13 Mitglieder mit 255 Herdebuchtieren. Zum Vergleich, vor 90 Jahren waren es 75 Mitglieder mit 250 Tieren. In 90 Jahren wird wahrscheinlich noch ein einziges Mitglied 250 Tiere haben», so Grossniklaus.
Danach standen die eigentlichen Sachgeschäfte des Verbandes an. Im umfassenden Geschäftsbericht zeigte Geschäftsführer Paul Kessler auf, dass verbandsintern wieder einiges gelaufen ist. «Wir durften insgesamt in Hoffeld, Kümmertshausen, Wäldi, Scherzingen, Tagelswangen, Oberstammheim, Buch a.I. und Gamprin-Bendern 9 Zuchtfamilienschauen auf 7 Höfen durchführen», hielt Kessler fest. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass im Gegensatz zum nationalen Trend in der Ostschweiz der Herdebuchbestand erneut gewachsen ist. Dabei ist der Anteil der beiden Hauptrassen Red Holstein und Holstein überdurchschnittlich vertreten (detaillierte Zahlen siehe Kasten).
Ebenfalls soll nun die gemeinsam mit dem Holsteinzuchtverband Ostschweiz durchgeführte Eliteschau in Wattwil nicht alle zwei Jahre, sondern alljährlich durchgeführt werden. Der grosse Erfolg der letzten Schau im Dezember mit dem Einbinden der Jungzüchter und der Programmerweiterung mit der grossen Rinder-Nightshow hat wesentlich dazu beigetragen, dass man zu diesem Entscheid kam. Der Verband wird zwei Auktionen, und zwar am 23. März und 8. November, in Frauenfeld durchführen. Die dreitägige Verbandsreise führt ins Lechtal.
Nach einem mehrjährigen Gezerre konnte nun der alte Verband (VOFG) endlich aufgelöst und deren Finanzen ganz ins Vermögen des neuen Verbandes überführt werden. «Wir weisen aktuell eine sehr gute Liquidität auf, sodass wir weiterhin mit einem kleinen Verbandsbeitrag von 20 Rappen je Herdebuchtier arbeiten können», teilte Kassier Réne Alder (Hallau) mit. Die erst im vergangenen Jahr in den Vorstand gewählte Sandra Gasser, als Vertreterin der St. Gallen Zuchtgenossenschaft Fürstenland, hat ihren Rücktritt eingereicht. «Die Genossenschaft hat noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden, sodass wir vorerst diesen Vorstandssitz vakant halten», hielt Verbandpräsident Samuel Gasser fest. Zudem kündigte auch Hanspeter Farner (Oberstammheim) an, dass er aus der Rassenkommission Swiss Fleckvieh zurücktreten wird. Mit Koni Rühli aus Barzheim (SH) konnte aber ein Nachfolger gefundenwerden.

25 Kühe mit Lebensleistung 100 000 kg
2015 erreichten 25 Kühe im Alter von 10 bis 15 Jahren mit 8 bis 12 Laktationen eine Lebensleistung von über 100 000 kg. Dies ist für eine Kuh eine beachtliche Leistung. Denn für ein Kilogramm Milch braucht es 500 Liter Blut, welches das Kuhherz durch das Euter pumpen muss. Konkret heisst dies, dass jede Kuh für diese Milchmenge 50 000 Kubikmeter Blut pumpen musste. Im Vergleich entspricht dies einer Wassermenge, welche während 200 Sekunden (250 m3 pro Sekunde) den Rheinfall hinunter fliesst.
Vor der Übergabe der Plaketten erinnerte Zentralpräsident Markus Gerber daran, dass Swiss Herdbook der grösste Zuchtverband ist. «Das Umfeld ist nicht wereinfach. Wir pflegen aber eine sehr gute Zusammenarbeit mittels unseres Verbandes mit den anderen Zuchtverbänden. Jetzt trägt diese mittel- bis langfristige Strategie Früchte», so Gerber. Konkret sprach er von der Zusammenarbeit mit dem Holsteinverband im Bereich der Nachzuchtprüfung. «Als Verband sind wir aber mit mehren Rassen aktiv. Der daraus resultierende Mehrwert soll weiterhin bei den Züchtern bleiben», so Gerber. Mit Blick auf die grosse Eliteschau in Wattwil meinte Gerber abschliessend: «Der neu eingeschlagene Weg mit dem starken Einzug der Jungzüchter ist sehr wertvoll.»


Roland Müller







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