Ausgabe Nummer 35 (2005)

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Wellness – fit und gesund

Stress umwandeln

Wellness – fit und gesund

Wellness heisst, ein Wohlbefinden an Körper, Seele und Geist zu erzielen. Die Leiblichkeit spielt in unserem tagtäglichen Leben eine wesentliche Rolle: Der Mensch ist berührbar, anwesend mit Körper, Seele und Geist. Er hat Gliedmassen und Sinnesorgane, die es ihm ermöglichen, etwas zu tun oder wahrzunehmen. Wenn wir von Wellness sprechen, dürfen wir weder Körper, Seele oder Geist ausser Acht lassen.

Der Volksmund sagt: Gesundheit ist unser höchstes Gut. Umso erstaunlicher ist es, dass man sich so wenig um die eigene Gesundheit bemüht. Der Dichter Christian  Morgenstern formuliert diesen Widerspruch treffend: «Das Gesundheitswissen ist mässig, das Gesundheitsverhalten aber ist miserabel!» Die Folge dieses Verhaltens spüren wir an den enorm gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen.


Bild links: schlechte Körperhaltung. Bild rechts: so ist richtig, Brustbein
leicht heben und die Schultern locker fallen lassen. So werden die
Rückenmuskeln gekräftigt. (sb)

Stress umwandeln

So viele Menschen leiden heute unter Stress und Hektik. Der Wunsch nach Wohlbefinden nimmt mehr und mehr zu. Allgemein wurde früher mehr körperlich gearbeitet, und die Menschen sind viel häufiger zu Fuss unterwegs gewesen als heute. Oftmals hat man weite Fussmärsche zur Arbeit zurückgelegt. Am Abend hat man sich noch mit den Nachbarn unterhalten und sich alles von der Seele geredet. So wurde auf natürliche Weise Stress abgebaut. Heute sitzt man im Auto und fährt zur Arbeit. Der Fernseher bringt am Abend den nötigen Ausgleich. Dadurch wird auch nicht mehr viel miteinander gesprochen und Kummer und Sorgen oftmals verdrängt. Wir haben zunehmend mit schlaflosen Nächten zu kämpfen. Verwundert uns das bei einer solchen Lebensweise? Je grösser der Stress, desto mehr sollte er umgewandelt werden. Stress wird durch ein regelmässiges moderates Training in körperliche Müdigkeit umgewandelt. Der Körper ermüdet und ermöglicht einen besseren Schlaf. Auf diese Weise kann sich die nervliche Spannkraft für Belastungen des nächsten Tages regenerieren.

Fitness hat nichts mit Leistung zu tun

Wenn man von «fit» oder «Fitness» spricht, löst das bei vielen Menschen ein Unbehagen aus. Grund dafür sind schlechte Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit oder in einer Gruppe gemacht haben. Aber Fitness hat nichts mit Leistung zu tun, sondern mit Erholung und Wohlbefinden. Bewegen Sie sich, damit es Ihnen besser geht, nicht damit Sie andern gefallen oder imponieren können. Ihr Selbstwert wird nicht durch Fitness bestimmt, wohl aber Ihr Befinden. Erholen Sie sich täglich, oder jeden zweiten Tag bei einem kleinen lockeren Marsch (30 bis 40 Min.). Es ist auch bereichernd, zu zweit zu laufen, denn so oft konnte ich mir Sachen von der Seele reden. Das baut Stresshormone ab, und der Körper schüttet Glückshormone (Endorphine) aus. Auch ohne Stress haben wir das nötig!

Tipps für alltagstaugliche Fitness

Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein: Wenn der Wecker klingelt, beginnen sie sich zu recken und zu strecken wie eine Katze. (Eine Katze macht das fast immer!). Ein lockeres «Bett-Turnprogramm» von 7 bis 10 Minuten ist ein guter Start in den Tag. Treppen benutzen, anstelle des Lifts. Wo immer es möglich ist, mit dem Velo oder zu Fuss gehen. Denn unser Körper braucht Bewegung. Er ist dazu geschaffen! Lachen und singen Sie sich fit, denn Lachen und Singen bewegt viele Muskeln und baut erwiesenermassen Stress ab. Beginnen Sie mit Fitness in kleinen Schritten.

Auf Körperhaltung achten

Achten Sie auf Ihre Körperhaltung (siehe Bild)! Wenn Sie das Brustbein leicht heben, und die Schultern locker fallen lassen, werden bereits in dieser Haltung die Rückenmuskeln gekräftigt. Auch verringert sich der Druck auf die Organe, und der Beckenboden wird entlastet. Beim Gehen können die Arme locker mitschwingen, was unmöglich ist, wenn der Oberkörper nicht aufrecht ist. Vergleichen Sie doch an sich selber, wie sich die falsche und richtige Haltung anfühlt! Achten Sie auch beim Stehen oder Sitzen auf eine aufrechte Haltung. Stehen Sie nicht einseitig, denn auch dies kann zu Schäden führen.

Tipp bei Rückenschmerzen

Wenn Sie bereits an Problemen mit Rückenschmerzen, Hexenschuss und Verspannungen leiden, kann ich Ihnen die Stufenlage sehr empfehlen: Legen Sie sich dreimal pro Tag 10 bis 20 Minuten entspannt auf eine gute Unterlage, dabei sollten Ihre Füsse bis zu den Knien auf einem Stuhl aufliegen, etwa in einem Winkel zu 90 Grad. Unter den Kopf und die Schultern legen Sie verschiedene Kissen, sodass der Kopf aber immer noch in der Verlängerung der Wirbelsäule liegt. Durch die Hochlagerung der Beine wird der Druck auf die Bandscheiben enorm verringert und Verspannungen werden gelöst.

Sonja Bleiker,
Wellness- und Gesundheitstrainerin

Gesunde Ernährung
– Trinken Sie viel Wasser, damit der Kreislauf in Schwung bleibt (täglich zwei bis drei Liter).
– Essen Sie fünf bis neun Portionen Früchte und Gemüse pro Tag (möglichst frisch aus der Region. Vitamine bauen sich ab).
– Achten Sie auf Ballaststoffe (Getreideflocken, Kleie, Hülsenfrüchte, Gemüse, Früchte). Sie fördern die Verdauung und verhindern Verstopfungen.
– Nehmen Sie gesunde Kohlenhydrate zu sich (Vollkorngetreide, nicht Weissmehl oder Zucker).
– Kochen Sie mit ungesättigten Fettsäuren (wie zum Beispiel Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl).
– Bereichern Sie ihren Tisch wöchentlich mit frischem Fisch (vor dem Braten kurz in Zitronensaft und/oder Weisswein einlegen beseitigt unangenehmen Fischgeschmack).
– Naschen Sie vitaminreich! (Früchte, Dörrfrüchte, Gemüse- und Fruchtsäfte).
sb