Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Weniger Mostäpfel als erwartet

Ausgabe Nummer 44 (2014)

Bei der Mostobsternte wird die Schätzung bei den Äpfeln nicht erreicht. Bei den Mostbirnen dürfte die Ernte über der Schätzung liegen, was zu einem höheren Rückbehalt führt.

Laut Ernst Möhl, Geschäftsführer der Mosterei Möhl AG in Arbon, sind bei den Mostäpfeln höchstens 80 Prozent der Ernteschätzung eingefahren worden. Ende letzter Woche lag die Ernte bei 61 Prozent (65 190 Tonnen) der Gesamtschätzung von 106 270 Tonnen. Bei den Birnen wurden bereits 85 Prozent eingeliefert. Möhl betont, dass diese Zahlen für die Gesamtschweiz gelten. Rund die Hälfte der Mostapfelernte aus der Ostschweiz wird bei der Mosterei Möhl AG in Arbon, die andere Hälfte von der Firma Ramseier Aachtal AG in Oberaarch verarbeitet.

Hoher Rückbehalt bei den Birnen
Ernst Möhl spricht von einer guten Qualität. Der Öchslegrad liegt etwas unter dem Mittelwert der Vorjahre. Einen Grund sieht er darin, dass die Sonne in diesem Jahr weniger schien als in den Vorjahren. Bei den Äpfeln erwartet Ernst Möhl einen relativ kleinen Rückbehalt. Zu Beginn der Erntesaison 2014 wurde ein minimaler Rückbehalt geplant, um den Fonds zu äufnen.
Bei den Mostbirnen wurden 13 600 Tonnen geschätzt. Die Einlieferung liegt bereits bei 11 630 Tonnen (85 Prozent). Hier rechnet Ernst Möhl mit einem hohen Rückbehalt. Mit diesem Geld wird das Birnenkonzentrat exportiert. Er erwartet bei den Mostäpfeln keinen, bei den Mostbirnen hingegen einen Überschuss. Laut Ernst Möhl kann Birnenkonzentrat besser exportiert werden, da in den EU-Ländern bei den Birnen keine «Überschwemme» vorhanden ist. Er betont, dass in der Schweiz zu viele Mostobst- Birnenbäume stehen, was zu Überschüssen führe. Möhl freut sich über die steigende Tendenz beim Apfelsaftkonsum.

Tafeläpfel werden weniger vermostet als in den Vorjahren
Urs Huber, Geschäftsführer der Ramseier Aachtal AG, sieht die Situation ähnlich. In früheren Jahren wurden überschüssige Tafeläpfel vermostet. Diese werden heute zur Verarbeitung in die Bina nach Bischofszell geliefert. Er glaubt, dass bei der Tafeläpfelverwertung keine Überschüsse resultieren.
Iwan Hungerbühler, Präsident Produktezentrum Mostobst, Neukirch an der Thur, ist nicht unglücklich, dass die Ernte unter der Schätzung liegt. Er vermutet, dass alle zufrieden sind, wenn die Schätzung nicht erreicht wird, da noch genügend Reserve am Lager liegt. Bei den Birnen ist das Lager gut gefüllt. Der Bund lehnte es ab, mit den Marktreserven das Lager abzubauen.


Mario Tosato




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